Dezentrale Energiewende

Die aktuelle Transformation des Energiesystems in Deutschland hat zu einer Diversifizierung der beteiligten Akteursgruppen und der Akteurskonstellationen geführt. Eine steigende Zahl von Erneuerbare Energien-Anlagen liegt in der Hand von Bürger*innen, Genossenschaften oder kleinen Beteiligungsgesellschaften. Mit der Verschiebung tradierter Akteursstrukturen und Kooperationsformen treten Veränderungen im Machtgefüge innerhalb lokaler Governance-Formationen, aber auch im Mehrebenensystem auf, die teilweise quer zu formalisierten Entscheidungsprozessen liegen.

Die Planung und Umsetzung großer Infrastrukturprojekte trifft immer öfter auf den Widerstand lokaler Bevölkerung. Die formellen Beteiligungsinstrumente der Raumplanung und die Angebote informationeller Beteiligung sind offensichtlich nicht mehr ausreichend für eine partnerschaftliche Gestaltung zwischen lokaler Regierung und Bevölkerung. Eine Energie-Governance im Sinne einer kooperativen Steuerung unter Einbeziehung staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure wird in Zukunft zunehmend relevant werden.

Aktuelle Publikation:

Bauriedl, S. (2016): Dezentrale Energiewende zwischen kooperativer und hierarchischer Steuerung. In: Geographische Zeitschrift 104(2): 72-91.

Baasch, S., Bauriedl, S., Hafner, S., Weidlich, S. (2012): Klimaanpassung auf kommunaler Ebene: Herausforderungen einer regionalen Klimawandel-Governance. In: Raumforschung und Raumordnung 70(3), S. 191-201.

Aktuelles Forschungsprojekt (Verbundprojekt): 


Klimaresiliente Stadt-Umland Kooperation – Regionale Innovationen energetischer Biomassenutzung und Governance (KlimaInnoGovernance)