Everyone has the right to education. Education shall be free, at least in the elementary and fundamental stages. The Universal Declaration of Human Rights, Article 25

Vortrag bei der elften Generalkonferenz des European Consortium für Political Research in Hamburg

25.08.2018

Die unterschiedlichen Steuerungs- und Gestaltungsprozesse lokaler Integrationsprozesse in Deutschland und Dänemark, waren Gegenstand des Vortrags, den Holger Jahnke und Katja Holz bei der elften Generalkonferenz des European Consortium für Political Research (EPCR) an der Universität Hamburg gehalten haben. In der Präsentation "Negotiating national integration policies at the local level – A comparative cross-border analysis of practices of education and integration in rural communities on both sides of the German-Danish border" richteten sie den Fokus auf die hohe Relevanz der lokalen Politik- und Akteursebene bei der Integration von Geflüchteten.

Dazu wurden die unterschiedlichen Netzwerke lokaler institutioneller Akteure in den beiden Untersuchungsgebieten einander gegenüber gestellt. Die Handlungsmöglichkeiten in diesem lokalen Handlungsfeld werden in Deutschland nicht nur von nationalen Rahmenbedingungen, sondern auch von der Länder-, Kreis und Amtsebene ganz wesentlich beeinflusst. Daraus resultieren teilweise unklare Zuständigkeiten, so dass ein Teil der "Integrationslücken" durch Akteure der Zivilgesellschaft gefüllt füllt. Demgegenüber konnte für Dänemark gezeigt werden, dass das national vorgegebene Verständnis von Integration und Partizipation direkten Einfluss auf die lokalen Akteure und Institutionen hat. Durch spezifische Integrationsgesetze und Regulationen entstehen auf der lokalen Politikebene klare Zuständigkeiten.

In dem Panel The Role for Regions in the Asylum Governance wurde der Frage nachgegangen, auf welchen Ebenen Integrationspolitik gestaltet wird und werden sollte. Dabei ist von Bedeutung, ob die nationalen Systeme die Aufgaben der Integration von Geflüchteten auf die lokalen Ebenen übertragen und dabei auch Strategien und Ziele vorschreiben, oder ob die lokalen Behörden und Akteure in ihren Handlungsweisen eigenständig agieren können. – Das Panel wurde von Jeroen Doomernik von der Universiteit van Amsterdam und Verena Whistaler von der European Academy of Bozen/Bolzano (EURAC) geleitet. In der Paneldiskussioon ergaben sich interessante Vergleiche mit thematisch ähnlichen Untersuchungen aus der Schweiz, Schweden und Belgien. Die übergeordnete europäische Perspektive auf Migration von Geflüchteten bot dabei die Möglichkeit die beiden Integrationspolitiken Deutschlands und Dänemarks nicht nur miteinander, sondern auch mit denen anderer Länder zu vergleichen.

Die elfte ECPR General-Konferenz in Hamburg brachte vom 22. – 25. August über 2.000 (Politik-)Wissenschaftler aus ganz Europa zusammen, um sich über Fragen der Politikwissenschaft auszutauschen. – Mit 68 Sections und fast 500 Panels handelt es sich hierbei um die größte Konferenz ihrer Art in Europa. Sie wird jährlich vom unabhängigen European Consortium for Political Research veranstaltet.

Weitere Informationen: Programm EPCR / Beschreibung des Panels / Abstract