Projektförderung

Profil

Bildungszugänge und Partizipationsmöglichkeiten junger Geflüchteter in Räumen und Zeiten des Wartens in ländlichen Grenzregionen in Deutschland und Dänemark

Ziel des geplanten Projekts ist es, Handlungsoptionen und Gestaltungsfreiräume zur Verbesserung von Bildungszugängen und Partizipationsmöglichkeiten junger Geflüchteter in Räumen und Zeiten des Wartens exemplarisch in ländlichen Regionen des deutsch-dänischen Grenzraums zu formulieren. Dahinter steht die übergeordnete Frage, wie angesichts der aktuellen, als "krisenhaft" beschriebenen Entwicklungen, der gesellschaftliche Zusammenhalt auf lokaler Ebene gestärkt werden kann. Als Fallstudien werden zwei nationale Kontexte im deutsch-dänischen Grenzgebiet verglichen.

Im Forschungsprojekt werden in vergleichender Perspektive zwei lokale Settings des Bildungszugangs und der Partizipation multiperspektivisch analysiert und verglichen. Hierfür werden verschiedene Zugänge gewählt. Zunächst erfolgt eine Analyse der institutionellen Strukturen der Bildung und Integration in Deutschland und Dänemark auf der Grundlage von Literatur- und Dokumentenanalysen. Anschließend erfolgt eine qualitative Erhebung der Perspektiven von lokalen institutionellen Akteuren sowie den betroffenen jungen Geflüchteten vor Ort. Ergänzt wird die Erhebung durch eine zweistufige Interventionsforschung durch Theater-Workshops und Videoproduktionen mit dem Ziel des empowerment sowie eine grenzüberschreitende Vernetzungsveranstaltung, mit dem Ziel eines länderübergreifenden Austauschs von Praktiken und Erfahrungen.

Die Forschungsergebnisse werden kurz- bis mittelfristig in verschiedenen Forschungszusammenhängen der interdisziplinären Flüchtlingsforschung, der interdisziplinären Bildungsforschung sowie der sozialgeographischen Forschung, insbesondere der Bildungsgeographie diskutiert und anschließend in den entsprechenden einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlicht (auf Deutsch, Englisch und Dänisch). Hierbei steht der regelmäßige Austausch mit vergleichbaren dänischen Forschungsprojekten sowie deutschsprachigen (Netzwerk Bildungsforschung) und europäischen Forschungsnetzwerken (IMISCOE-Initiative RELOCAL) im Vordergrund, der auf lange Sicht nach Projektende fortgesetzt wird. Darüber hinaus werden die Forschungsergebnisse, die Impulse aus den Workshops, das entstandene Video und die gewonnenen Erfahrungen in einer Broschüre für Praktikerinnen und Praktiker sowie Entscheidungsträger zusammengefasst und nach Projektende kurzfristig zur Verfügung gestellt. Gerade die Akteure des öffentlichen Raums werden die Ergebnisse nutzen können, um die Integration und den Zugang der Geflüchteten in das Bildungssystem beider Länder zu verbessern.

Umsetzungspartner: 
AWO Interkulturell, Integrationcenter Nordfriesland, Regionalkoordination
Tønder Kommune, Abteilung: Social, Arbejdsmarked og Sundhed

Kooperationspartner
University of Aalborg (AAU), Department of Sociology and Social work, Projekt "Junctures of change in the Integration of young refugees"

Projektleitung: Prof. Dr. Holger Jahnke 

Projektmitarbeiterinnen: Katja Holz, Magdalena Jäger, Emma Marx, Marie Sprute

Projektförderung:
BMBF - Bundesministerium für Bildung und Forschung, Programm "Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften"
Maßnahme: "Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen" 
Fördernummer: 01UG1741X, Akronym "BildungundFlucht"

Laufzeit: 01.02.2018 bis 30.09.2020 (32 Monate)

Aktuelles

02/2018 Job announcement as research assistants

To support our research team in the project , we are looking for
Two academic assistants (40 hours a month)
If you are interested, please send your complete documents (short motivation letter, CV, transcript of records) both by e-mail to Andrea.Zigahn@uni-flensburg.de and in printed form to Mrs Andrea Zigahn, Sekretariat, Abteilung Geographie, Auf dem Campus 1 (Raum OSL 488), 24943 Flensburg, until 28.02.2018.
Please address your application to Prof. Dr. Holger Jahnke. 

02/2018 Wissenschaftliche oder studentische Hilfskräfte gesucht

Zur Unterstützung des Projektteams suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt 
zwei wissenschaftliche oder studentische Hilfskräfte (40 h pro Monat)
Bei Interesse, schicken Sie bitte Ihre vollständigen Unterlagen (kurzes Motivationsschreiben, Lebenslauf, Transcript of Records) bis zum 28.02.2018 sowohl per E-Mail an Andrea.Zigahn@uni-flensburg.de als auch in gedruckter Form an Frau Andrea Zigahn, Sekretariat, Abteilung Geographie, Auf dem Campus 1 (Raum OSL 488), 24943 Flensburg. 

12/2017 Stellenausschreibung Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

Am Interdisziplinären Institut für Umwelt-, Sozial- und Humanwissenschaften, Abteilung Geographie,an der Europa-Universität ist zum 1. Februar 2018 eine Stelle alswissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter(Entgeltgruppe 13 TV-L, 65%)im BMBF-Projekt "Bildung und Flucht" befristet bis zum 30.09.2020 zu besetzen.

Meetings

17.05.2018: Ein Tag in der Tønder Kommune: Katja Holz zur Hospitation in Dänemark

Um die tägliche Arbeit der Tønder Kommune hinsichtlich geflüchteter Menschen kennenzulernen, hospitierte Katja Holz in der Abteilung "Integration, Social, Arbejdsmarked og Sundhed". Sie wurde von der Integrationsmitarbeiterin Tanja Riis Bols durch den Tag begleitet. Nach einem aufschlussreichen Teammeeting, in einer sehr freundlichen und offenen Atmosphäre, konnte sie an einem Integrations- und einem Beratungsgespräch mit geflüchteten Bürger*innen teilnehmen. Auf dem Programm stand zudem die Begleitung der Mentorin Pia Pedersen an den Wohnstandort einer geflüchteten Familie, deren Betreuung in einem überaus herzlichen Klima stattfand. Im Bürgerservice für Integration konnte Katja Holz einigen Hilfs- und Beratungsgesprächen mit geflüchteten Menschen beiwohnen. Alle Mitarbeiter*innen beantworteten sehr freundlich und kooperativ die Fragen der Projektmitarbeiterin und auch Tanja Riis Bols nahm sich Zeit die institutionellen und zivilgesellschaftlichen Angebotsstrukturen zum Bildungs- und Berufseinstieg zu erläutern. Es konnten hierdurch wichtige neue Erkenntnisse über das Handeln und die Zuständigkeiten der Tønder Kommune gewonnen werden.

15.05.2018: Das Integrationscenter Nordfriesland ermöglicht wertvolle Einblicke

Im Mittelpunkt des Besuchs des Integrationscenters Nordfriesland in Leck stand das genauere Kennenlernen der Institution als zentraler Umsetzungspartner und der alltäglichen Arbeit des Teams der AWO Interkulturell. Magdalena Jäger hospitierte einen Tag lang bei Jochem Baas und Catharina Wege, den zuständigen Personen im Bereich der Flüchtlingsbetreuung. Sie bekam dabei praktische Einblicke in die lokale Betreuung und Beratung von geflüchteten Menschen im Amt Südtondern. Die offene und freundliche Atmosphäre vor Ort ermöglichte es vielfältige Eindrücke hinsichtlich der Haltungen und Arbeitsweisen des Teams zu gewinnen. Diese Erkenntnisse unterstützten den wertvollen Austausch. Jochem Baas nahm sich zudem Zeit, (Vernetzungs-)Strukturen der lokalen Akteure aus Institutionen und Zivilgesellschaft sowie entsprechende Kooperationen des Integrationscenters Nordfriesland ausführlich zu erläutern.  

23.04.2018: Konstruktive Diskussion im Center for Border Region Studies

Im Rahmen des "Center for Border Region Studies" konnte das Projekt auf Einladung von Dr. Dorte Jagetic Andersen an der Syddansk Universitet in Sønderborg vorgestellt werden. Das Projektteam führte dabei in erste Eindrücke bzgl. lokaler Strukturen von institutionellen und zivilgesellschaftlichen Akteuren hinsichtlich der Bildungszugänge und Partizipationsmöglichkeiten junger Geflüchteter ein. So konnten einige Unterschiede zwischen dem deutschen und dänischen Untersuchungsgebiet (Amt Südtondern und Tønder Kommune) sichtbar gemacht werden. In einer angeregten Diskussion und durch die vielfältigen Erfahrungen der anwesenden Personen, u.a. Professor Dr. Steen Bo Frandsen, und Associate Professor Martin Klatt, konnten Einschätzungen zu einzelnen Akteuren und Strukturen in Dänemark vertieft und ergänzt werden. Ebenso waren Einblicke in das Projekt "Helping Hands" (Dr. Dorte Jagetic Andersen) von großer Bedeutung.

15.03.2018: Sichtbarmachung und Vernetzung innerhalb der EUF

Die Vorstellung des Projekts "Bildungszugänge und Partizipationsmöglichkeiten junger Geflüchteter in Räumen und Zeiten des Wartens in ländlichen Grenzregionen in Deutschland und Dänemark" am ZEBUSS (Zentrum für Bildungs-, Unterrichts-, Schul- und Sozialisationsforschung) diente der Sichtbarmachung desselben an der Europa-Universität Flensburg und dem Austausch mit dem wissenschaftlichen Kollegium. Überdurchschnittlich viele Besucher*innen kamen im Rahmen eines "Brownbag-Meetings" zum Vortrag. Der inhaltliche Schwerpunkt lag dabei auf den wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Zielen des Projekts sowie auf dem methodischen Vorgehen. In einer offenen Atmosphäre wurden die jeweiligen Punkte mit sehr interessierten Wissenschaftler*innen der EUF angeregt diskutiert und in Relation zu eigenen Projekten gesetzt.

09.03.2018: Fruchtbarer Austausch mit der Aalborg University Copenhagen

Das dänische Projektteam der Aalborg University Copenhagen, bestehend aus Prof. Dr. Kathrine Vitus (Institut for Sociologi og Socialt Arbejde, Aalborg Universität) und Louise Buhl Andersen, begrüßten Prof. Dr. Holger Jahnke, Katja Holz und Magdalena Jäger von der Europa-Universität Flensburg mit einem äußerst interessanten und umfangreichen Programm sowie ausgesprochener Gastfreundschaft - einschließlich einer großartigen Verköstigung.  

Das Treffen beinhaltete das gegenseitige Vorstellen und Diskutieren der jeweiligen Projekte im Bereich der Flüchtlingsforschung. Dabei wurden wichtige Parallelen zwischen Inhalt, Planung und Durchführung des dänischen Projekts "Junctures of Change in the Integration of Young Refugees" und des deutschen Projekts "Bildungszugänge und Partizipationsmöglichkeiten junger Geflüchteter in Räumen und Zeiten des Wartens in ländlichen Grenzregionen in Deutschland und Dänemark" festgestellt.

Relevante Einblicke in das dänische Asylverfahren und die Situation junger geflüchteter Menschen in Dänemark gab die anschließende Präsentation und Diskussion des Vortrags "(Lack of) access to education and participation opportunities for young asylum seekers in periods of waiting in camps in rural region in Denmark" von Stinne Østergaard Poulsen (assistant professor an der Aarhus Universitet, ehem. Beraterin beim Dänischen Flüchtlingsrat). Diese Einblicke wurden durch den gemeinsamen Besuch des Projekts Trampolinhouse ergänzt, welcher lokale Freizeit- und Bildungsangebote für und mit geflüchteten Menschen verdeutlichte.  

Erfahrungen, Sichtweisen und Perspektiven wurden anschließend bei einem fantastischen Abendessen ausgetauscht.

09.02.2018: Das AWO Integrationscenter Nordfriesland empfängt das Projektteam

Der Fokus des Besuchs im Integrationscenter Nordfriesland der AWO Interkulturell in Leck lag auf dem persönlichen Kennenlernen und Austausch zwischen Jochem Baas (Teamkoordination AWO Integrationscenter Nordfriesland und Flüchtlingsbetreuung), der eigens für das Treffen angereisten Claudia Lux (Regionalleitung Nord der AWO Interkulturell) und dem wissenschaftlichen Projektteam. Neben der Vorstellung des Projekts durch das Forschungsteam, gaben Jochem Baas und Claudia Lux relevante Einblicke in Struktur, Aufgabenbereiche und aktuelle Herausforderungen ihrer Arbeit. In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre wurden bei Kaffee und Keksen Haltungen und Sichtweisen der Anwesenden ausgetauscht und Kooperationsmöglichkeiten besprochen.

08.02.2018: Die Tønder Kommune lädt zum Kennenlernen ein

Im Mittelpunkt des Treffens stand ein erstes persönliches Kennenlernen zwischen der Hauptansprechpartnerin in Dänemark, Karen Skønager (Bereichsleitung für Sundhed og Integration, Kommune Tønder), und dem Projektteam. Das Forschungsprojekt wurde ausführlich vorgestellt, die einzelnen Schritte wurden gemeinsam besprochen und hinsichtlich der Umsetzung diskutiert. Karen Skønager konnte dabei wichtige Einblicke in die lokalen Zuständigkeiten bzgl. der Arbeit mit jungen geflüchteten Menschen der Kommune Tønder geben. In einer "hyggeligen" Atmosphäre wurden beim gemeinsamen Mittagessen weitere Kooperationsperspektiven entwickelt.