Verantwortlich

Laufzeit

01.10.2017 - 30.09.2022

Partnerinnen und Partner

  • TU Berlin
  • DIW Berlin
  • HU Berlin

Institutionen der EUF

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)


CoalExit

Das Projekt CoalExit beschäftigt sich mit der Ökonomie des Kohleausstiegs. Der Ausstieg aus der Kohle zieht verschiedene Chancen aber auch Risiken mit sich, welche in diesem Projekt näher analysiert werden. Hierbei stehen die Analyse der Veränderungen für das Energiesystem, Auswirkungen für den damit einhergehenden Strukturwandels als auch neue politische Gestaltungsoptionen für einen sozialverträglichen Kohleausstieg in Deutschland aber auch global im Vordergrund.

Stichworte

Kohleausstieg, Strukturwandel, soziale Gerechtigkeit, Modellierung, Politische Ökonomie

Beschreibung

Eine der zentralen gesellschaftlichen Fragestellungen nach den Klimakonferenzen COP21 und COP22 ist, wie der globale Verbrauch von Kohle gezielt durch adäquate Energie- und Klimapolitik verringert werden kann, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Bei der bisherigen Energie- und Klimaforschung werden die komplexen Verteilungswirkungen der notwendigen Transformationsprozesse zwischen Akteuren, Sektoren, Regionen und Nationen nicht ausreichend berücksichtigt. Eine Analyse des anstehenden Strukturwandels durch den Kohleausstieg ist jedoch essentiell für eine Ausgestaltung der sich anbahnenden Umwandlungsprozesse, um die soziale Akzeptanz einer globalen Energiewende nicht zu gefährden.

Im Projekt werden daher Gestaltungsoptionen eines sozialverträglichen Kohleausstiegsplans für Deutschland untersucht. Diese berücksichtigen Erkenntnisse aus bereits vollzogenen Transformationsprozessen, kontinuierliches Feedback von einbezogenen Stakeholdern, institutionelle Überlegungen zum Policy Design, rechtliche Fragen sowie quantitative Berechnungen zum europäischen Strommarkt und der induzierten Beschäftigungseffekte. Entwickelt wird ein Rahmen für den deutschen Kohleausstieg, der die Ziele von Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit sowie Sozialverträglichkeit vereint. Darauf aufbauend wird in Länderfallstudien die Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse zum deutschen Kohleausstieg auf andere Länder mit derzeit großer (energie-) wirtschaftlicher Bedeutung von Kohle, d.h. insbesondere China, Kolumbien, Indien und Südafrika, untersucht. Da weitreichende Klimawandelvermeidung nicht nur durch nationale Bemühungen und nicht nur über die Einschränkung des Kohleverbrauchs erreicht werden kann, erfolgt parallel eine Betrachtung der Implikationen für den internationalen Kohlemarkt sowie Interdependenzen mit anderen fossilen Rohstoffmärkten, wie Erdöl und Erdgas. 

Die Ergebnisse des trans- und interdisziplinären Forschungsprojekts werden sowohl die bestehende energie- und klimaökonomische als auch die energie- und klimapolitische Literatur erweitern. Des Weiteren werden die Erkenntnisse als Grundlage für politische Entscheidungsprozesse zur Verfügung stehen und zudem auch gezielt als einfach zugängliche Informationen für einen breiten Zugang der Gesellschaft im In- und Ausland zum Thema Kohleausstieg und gesellschaftliche Transformationsprozesse bereitgestellt werden. 

Darüber hinaus ist CoalExit Teil des Coal Transitions Research Hubs, einer internationalen Forschungsplattform die darauf abzielt, zuverlässige und realisierbare Wege und politische Leitlinien für Transformationen im Energiesektor der Kohle nutzenden Länder zu entwickeln: https://coaltransitions.org/