Erziehungswissenschaft und Empirische Bildungsforschung

Der Arbeitsbereich Empirische Bildungsforschung an der Europa-Universität Flensburg befasst sich mit der Theorie qualitativer rekonstruktiver Methoden, ihrer Anwendung und Weiterentwicklung in Bezug auf pädagogische und erziehungswissenschaftliche Fragestellungen. Empirische Grundlage der rekonstruktiven Arbeit sind Protokolle sozialer Praxis, z. B. Transkriptionen von Audio- und Videographien und Beobachtungsprotokolle. Im Mittelpunkt der Arbeit von Forschung und Lehre steht die Auseinandersetzung mit der Erziehungswirklichkeit, die vor einem theoretischen Hintergrund erfolgt, sich aber vor allen Dingen auf die Empirie des Pädagogischen bezieht. Dabei trägt der Arbeitsbereich den grundlegenden quantitativen Forschungsbezügen der Erziehungswissenschaft Rechnung, widmet sich im Kern jedoch der Ausdifferenzierung des Forschungsprogramms einer qualitativ empirischen Erziehungswissenschaft.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Fallorientierung als Grundlage der Professionalisierung in pädagogischen Handlungsfeldern und Möglichkeit einen Theorie-Praxis-Bezug herzustellen. Dieses Modell einer kasuistisch orientierten universitären Lehre verfolgt das Ziel, die Reflexion von Handlungsorientierungen und -folgen exemplarisch einzuüben und die Grundprobleme pädagogischen Handelns zu erkennen.

Auch wenn die empirisch rekonstruktiven Arbeiten themenoffen sind, zentrieren sich die Forschungszugänge gegenwärtig auf Studien zu Bildung und sozialer Ungleichheit, Jugend in heterogenen Lebenslagen und Übergänge im Lebenslauf.