Unterscheiden und herrschen. Für eine Kritik von Politiken des Unterscheidens

Categories: Ringvorlesungen und Kolloquien

In der Kolloquiumsreihe "gender interdisziplinär" spricht heute Sabine Hark zum Thema "Unterscheiden und herrschen. Für eine Kritik von Politiken des Unterscheidens".

Im Vortrag geht es um Unterschiede, die einen Unterschied machen und die Notwendigkeit, Unterscheidungen zu treffen. Er plädiert dafür, zum einen die Bedin­gungen zu untersuchen, die die eine oder die andere Aussage ermöglichen, also tatsächlich zunächst einmal zu klären, was genau vor uns ist, und von wo aus etwas über die Welt gesagt wird – also Unterscheidungen zu treffen. Zum zweiten soll darüber nachgedacht werden, was es bedeutet, dass Tatsachen nicht einfach gegeben sind, mithin nicht außer­halb des Sozialen und von Geschichte existieren. Und das bedeutet, Tatsachen und Sprache, Wahrnehmung und Wahrheit, Fakten und Deutung nicht nur als miteinander verschränkt, sondern füreinander konstitutiv zu verstehen, weshalb es gilt, gleichermaßen Distanz zu halten zu jenen, für die sich die Welt in Meinungen erschöpft, wie zu jenen, die glauben, Wissen bestünde darin, an gegebene Tatsachen zu glauben. So dringend es ist – gegenwärtig mehr denn je – den Lügen unermüdlich mit Tatsachen zu begegnen, erschöpft sich Wirklichkeit dennoch nicht in diesen Fakten. Weil diese eben nicht die ganze Erfahrung ausmachen, ihnen Wirklichkeit erst hinzu­gefügt werden muss, wie Bruno Latour sagt, kann es folglich auch nicht allein um die Rehabilitierung von matters of fact gehen, sondern darum, zu verstehen, wie etwas zu einem »Ding von Belang«, einem matter of concern wird.

Interdisziplinäres Kolloquium "gender interdisziplinär"

Im Herbstsemester 2019/2020 wird das interdisziplinäre Kolloquium in enger Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Gender-Netzwerk der EUF organisiert. Wir freuen uns sehr, unter dem Titel "gender interdisziplinär" ein Programm vorstellen zu können, das nicht nur unterschiedliche disziplinäre Persepktiven vereint, sondern an vielen Stellen dialogisch angelegt ist. Wir laden herzlich zum Mitdenken und Mitdiskutieren ein!

Organisation: Pascal Delhom, Iulia Patrut und Christine Thon

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