Der helle Wahnsinn. Künstliche Beleuchtung und die Rationalisierung von Zeit und Raum

Categories: Ringvorlesungen und Kolloquien

 

Künstliches Licht schafft Unabhängigkeit vom Stand der Sonne, erlaubt es doch, vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang tätig zu sein. Theoretisch können Menschen in den Ländern des globalen Norden rund um die Uhr essen, arbeiten, lesen, kochen, einkaufen oder Sport treiben. Anders formuliert, künstliche Beleuchtung hat, insbesondere seit der Erfindung der Glühbirne dazu beigetragen, individuelle und kollektive Handlungsspielräume erheblich zu erweitern – mit bemerkenswerten Auswirkungen. Seit es möglich ist, Räume mit künstlichem Licht vergleichsweise billig und sicher, großflächig zu beleuchten, nimmt zum Beispiel die nächtliche Himmelshelligkeit kontinuierlich zu. Neue technische Entwicklungen wie die kostengünstige LED beschleunigen diese Entwicklung derzeit rapide: Inzwischen können rund 50 Prozent der Bevölkerung Europas die Milchstraße nicht mehr sehen und Mediziner_innen und Ökolog_innen warnen vor Folgen von zu viel künstlicher Beleuchtung für die menschliche Gesundheit und für Ökosysteme. Fest steht, die Welt wird Tag für Tag heller. Offen allerdings ist, welche Bedeutung und langfristigen Konsequenzen dies hat.

Das Programm mit allen stattfindenden interdisziplinären Kolloquien finden Sie hier.

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