Unsichere Erwerbsverläufe und umweltfreundlicher Konsum

Categories: Ringvorlesungen und Kolloquien

Nachhaltige Entwicklung lässt sich nicht von oben verordnen, sondern bedarf der Unterstützung durch alle Teile der Gesellschaft. Umweltfreundlicher Konsum ist ein kleiner Beitrag, der von jedem oder jeder geleistet werden kann, um die Umweltprobleme zu mindern oder zumindest nicht weiter zu verstärken. Inwieweit haben Menschen in Deutschland die Möglichkeit (Verwirklichungschancen), durch umweltfreundlichen Konsum zu Nachhaltigkeit beizutragen? Inwiefern wird diese Möglichkeit durch Ungleichheit beeinträchtigt? Dazu gibt es noch wenige Studien, die sich über den Einfluss von Geschlecht, Bildung und Einkommen hinaus sozioökonomische Effekte anschauen. Anhand von Daten aus der SOEP-Innovationsstichprobe 2012 untersucht diese Studie den Einfluss von Prekarität auf umweltfreundlichen Konsum. Dazu wird zunächst ein Überblick über die verschiedenen Forschungsstränge zu Prekarität und unsicherer Beschäftigung gegeben, erläutert, warum es sinnvoll ist, in Bezug auf nachhaltigen Konsum den Erwerbsverlauf anzuschauen, und schließlich untersucht, wie sich ein instabiler Erwerbsverlauf auf den Kauf von Bio-Lebensmitteln als Beispiel für umweltfreundlichen Konsum auswirkt. Es zeigt sich, dass instabile Erwerbsverläufe mit geringerem Bio-Kauf sowie der Wahrnehmung eines eingeschränkten Entscheidungsspielraums und dem subjektiven Gefühl von Unsicherheit korrelieren. Die Unsicherheit wirkt sich ihrerseits negativ auf die Planbarkeit der Zukunft und die Wahrnehmung von Verwirklichungschancen aus. Ein Übergang zu nachhaltiger Entwicklung bedarf daher einer sozialpolitischen Komponente, um auch Menschen in prekären Verhältnissen Teilhabe an diesem Übergang zu ermöglichen.

Vortrag im Rahmen des Interdisziplinären Kolloquiums im Wintersemester 2017/2018 "Ungleichheit und Nachhaltigkeit".

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