© Andreas Kraft

Verantwortlich

Laufzeit

01.09.2015 - 31.12.2020

Webseite

Zu weiteren Informationen s. die Projektpräsentation anlässlich des Dies Academicus an der Philipps-Universität Marburg, 15.06.2016

Projektmitglieder

Prof. Dr. Julia Ricart Brede

Tel.:
+49 461 805 2096
Fax:
+49 461 805 2189
julia.ricart.brede-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de
Gebäude Oslo - OSL 356

Projektpartner*innen

  • Schule „Steinmühle“: Kollektive Schulleitung (Björn Gemmer, Bernd Holly), Einrichtungsleiterin Tanja Herfert Dipl.päd., Internatsleiterin Anke Muszynski, alle an der umF-Beschulung beteiligten Lehrpersonen

Institution der EUF

Seminar für DaF/DaZ

Finanzierung

Beginn als Eigenprojekt, z.Zt. Beantragung von Drittmitteln als Langzeitstudie


Gelingensbedingungen der Beschulung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF, 14-17 Jahre) bis zum Schulabschluss u.b.B des Abiturs.

Bis dato liegen kaum wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Gelingensbedingungen von umF-Bildungsmaßnahmen vor. Dies gilt in besonderer Weise für Ausbildungswege, die zur Hochschulreife führen, da die gymnasiale Beschulung von Flüchtlingen bundesweit die Ausnahme ist. ...

Stichworte

Deutsch als Zweitsprache, Schulerfolg, Gelingensbedingungen

Beschreibung

Bis dato liegen kaum wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über Gelingensbedingungen von umF-Bildungsmaßnahmen vor. Dies gilt in besonderer Weise für Ausbildungswege, die zur Hochschulreife führen, da die gymnasiale Beschulung von Flüchtlingen bundesweit die Ausnahme ist. Im Zentrum der wenigen einschlägigen Studien stehen die der Sekundarstufe II vorgelagerten Ausbildungsbereiche (BISS-Initiative 2014-2018 mit Evaluationsprojekt von Ahrenholz/Ricart Brede/Ohm, Ahrenholz/Maak 2013, BLK-Programm "Förmig" von Gogolin et al. 2010-2013, Grundschulprojekt von W. Grießhaber: Deutsch & PC, 2001-2006).

In dieser Situation kann die vom Kultusministerium Hessen bewilligte Beschulung von 15 umF (14-17 Jahre) an dem Marburger Gymnasium "Steinmühle" mit angeschlossenem Internat einen wichtigen Beitrag zu größerer Bildungsgerechtigkeit i.S. der UN-Kinderrechtskonvention leisten und möglicherweise eine Vorbildfunktion für andere Gymnasien erfüllen.

Alle 15 umF’s der Marburger Modellklasse (1 aus Eritrea, 4 aus Afghanistan, 10 aus Syrien) befinden sich nach wie vor an der Schule. Neun von ihnen haben nach bereits acht Monaten das B1-Sprachniveau erreicht und wechseln zum Schuljahr 2016/17 in Regelklassen. Sechs Schüler werden noch maximal ein Jahr in der Sprachintensivklasse unterrichtet und anschließend ebenfalls in den Regelunterricht integriert, z.T. auch an anderen Schulen. Unter diesen Voraussetzungen wird eine drittmittelgeförderte Langzeitstudie der umF-Beschulung sowie der zukünftigen Lebensverläufe und Berufswege der Migrantenkohorte angestrebt.

Forschungsziele:

  • Formativ-summative Evaluation des Kompetenzstands und -erwerbs von Deutsch als Zweitsprache und der deutschen Sprache im Fach (z.B. Mathematik, Biologie, Chemie, Physik)
  • Analyse bestmöglicher Lehr-Lernbedingungen für einen erfolgreichen DaZ-Erwerb.
  • Bestimmung der Ausschöpfungspotentiale für schülerspezifische Fördermaßnahmen.
  • Implementation und Evaluation der Fördermaßnahmen, Re-/Konstruktion von Kernproblemen der umF-Beschulung.
  • Nutzung der Evaluationsergebnisse zur Professionalisierung von DaZ-/UMF-Bildungsakteuren (Feedback-Werkstätten, Fort-/Weiterbildungsveranstaltungen).
  • Bereitstellung einer evidenzbasierten Grundlage für Anschlussforschungen und Transfermöglichkeiten in ähnlich strukturierte Ausbildungsmaßnahmen.

Forschungsdaten und -methoden:

Das Forschungsdesign orientiert sich am state of the art summativer und formativer DaZ-Evaluationsformate des bundesweiten Forschungsverbundes "Bildung durch Schrift und Sprache" (BISS, 2014-2018).

Daten: Experteninterviews mit LehrerInnen, Schul- und Einrichtungsleitung, sprachbiographische Fragebögen mit Schülern, kontinuierliche Sprachstandsdiagnosen in DaZ und einzelnen Sachfächern auf der Basis von Schülertests/-klausuren, Unterrichtsvideos (ca. 4 Messzeitpunkte/Schuljahr).

Methoden: Handlungs- und strukturtheoretische sowie dokumentarische Interviewanalysen mithilfe von MaxQDA, Profilanalysen und Niveaubeschreibungen, ethnographische Unterrichtsbeobachtungen, Bestimmung schülerspezifischer Förderhorizonte.

Die Komplementierung und Triangulation von Daten und Methoden hat den Vorteil, dass sich die Forschungsergebnisse auch für verwendungstheoretisch fundierte Aussagen zu Fördermaßnahmen nutzen lassen, die vor Ort anschlussfähig sind. Darüber hinaus bieten die Ergebnisse eine evidenzbasierte Grundlage für Anschlussforschungen.