15. Europäischer ChemielehrerInnenkongress in Wien

„Alles Chemie“ – 15. Europäischer ChemielehrerINNENkongress in Wien

"Alles Chemie - nachhaltig und innovativ"  - unter diesem Motto fand vom 24. bis zum 27. April 2019 ein europäischer Kongress für Chemielehrkräfte an der Technischen Universität in Wien statt. Mit fast 600 TeilnehmerInnen und ReferentInnen aus mehreren Nationen war es ein internationaler Kongress, der mit 8 Plenarvorträgen, 32 Diskussions- und Experimentalvorträgen sowie 19 Workshops und diversen Exkursionen ein einzigartiges Programm bot. Bei der Größe und Vielfalt des Kongresses ist die Einreichung von Beiträgen reichlich und folglich die Annahmequote gering. Umso erfreulicher war es, dass Dr. Dominique Rosenberg von der Europa-Universität Flensburg auf dieser renommierten Tagung mit einem Experimentalvortrag mit dem passenden Thema "Energiespeicherung der Zukunft mit organischen Redox-Flow-Batteries?" (unterstützt von Nelli Urich) sowie mit einem Poster zur Klärung der Zitronenbatterie vertreten war und somit einem breiten europäischen Publikum neueste fachdidaktische Forschungen aus der Abteilung Chemie und ihre Didaktik von der Europa-Universität Flensburg präsentieren konnte. Im Experimentalvortrag zeigte sie eindrucksvoll, wie sich mit einem einfachen Versuchsaufbau und Alltagsmaterialien Redox-Flow-Batterien hervorragend und ungefährlich im Chemieunterricht einsetzen und demonstrieren lassen. Der Vortrag war bis auf den letzten Platz sehr gut besucht und wurde mit reichlichem Beifall gewürdigt.
Ebenso war Klaus Ruppersberg (externer Doktorand) mit dem alltagsnahen Thema "Begeistern mit Spülmaschinentabs – ein hochkompliziertes Alltagsprodukt im Chemieunterricht genauer untersuchen" vertreten und erläuterte in einem Diskussionsvortrag die hochkomplexe Wirkungsweise von Maschinengeschirrspülmitteln sowie deren experimentelle Erschließung mit einfachen und anschaulichen Versuchen für den Chemieunterricht. Mit seinem Poster "Die Wöhlk-Malfatti-Probe ist mehr als nur ein Lactosenachweis!" zeigte er Fortschritte in seiner europäischen Detektivgeschichte zur Zuckerchemie auf.

Neben den Vorträgen sowie der Posterpräsentation gab es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, sich mit europäischen KollegInnen und Chemielehrkräften auszutauschen.

Ein großer Dank gilt daher dem Zentralen Ausschuss für Europa und Internationalem sowie dem Umweltbildungszentrum der Europa Universität Flensburg für die Finanzierung dieser Tagungsreise!

Impressionen des Vortrags

Versuchsdurchführung

SINUS-Frühjahrstagung

SINUS-Frühjahrstagung in Kiel

Im Rahmen der Energiewende wird der Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung weiter steigen. Eines der aktuellen Probleme ist dabei, dass durch Nachfrage- und Einspeiseschwankungen nicht eine komplette Absicherung der Stromversorgung durch bspw. Wind- und Solarenergie möglich ist. Für die Lösung dieses Problems ist es notwendig, Systeme zur Energiespeicherung zu etablieren. Zurzeit werden dafür unter anderem sogenannte Redox-Flow-Batteries diskutiert.

In zwei Impulsworkshops unter dem Titel "Herausforderungen der Energiewende – Redox-Flow- Batteries als eine Lösung?" boten Frau Svenja Pansegrau und Frau Dr. Dominique Rosenberg auf der SINUS-Frühjahrstagung 2019 in Kiel viele experimentelle Anregungen an, wie im Chemieunterricht experimentell Redox-Flow-Batteries mit einfachen Versuchsaufbauten demonstriert werden können. In einem interessanten, prägnanten Einführungsvortrag wurden die theoretischen Grundlagen sowie eine mögliche Umsetzung für den Unterricht beleuchtet. Eine praktische Erprobung der vorgestellten Experimente in Kleingruppen war dann ein wesentlicher Bestandteil der Workshops. Dabei standen vor allem Substanzen aus dem Alltag, wie beispielsweise Paracetamol, Fotoentwickler, Rotwein, Tee und Kaffee im Vordergrund, welche elektrochemisch in Redox-Flow-Batteries umgesetzt werden können. Abschließend wurden in den Impulsworkshops lebhaft Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht zwischen den teilnehmenden Lehrkräften und den Referenten diskutiert.

Die Tagung wurde durch das IQSH organisiert und in der IHK Kiel abgehalten. Beiden Institutionen ist für die sehr gelungene Durchführung der SINUS-Frühjahrstagung zu danken.

 
 

Diskussionsvortrag

Sprachlichkeit im naturwissenschaftlichen Unterricht – eine Analyseperspektive für Lehramtsstudierende zur Reflexion ihres Unterrichts

ein Vortrag von A. Eghtessad, D. Hilfert-Rüppell & K. Höner, TU Braunschweig am 06.12.2018 um 17 Uhr (c.t.) in OSL 444

Die Bedeutung von unterrichtsplanerischen Kompetenzen und Handlungskompetenzen, deren Grundlagen bereits im universitären Ausbildungsabschnitt angebahnt werden, wird für die Lehrerbildung in den KMK-Standards sowohl für die Bildungswissenschaften als auch in den Anforderungen für die Fachdidaktiken Biologie, Chemie und Physik ausgeführt (KMK, 2008). Sprache ist dabei konstitutiv für unterrichtliches Handeln (Härtig et al., 2015). Angehende (Fach)Lehrkräfte müssen die sprachlichen Dimensionen des Fachun­terrichts aber überhaupt erst identifizieren und reflektieren können (Vollmer & Thürmann, 2009).

Der Vortrag widmet sich der Frage, inwieweit die Reflexion von Unterricht mit Fokus auf Sprachlichkeit (ebd.) Master-Studierende in die Lage versetzt, ihr unterrichtliches Handeln zielgerichtet wahrnehmen zu können und wie sie eine Analyse anhand von Sprachlichkeit beurteilen.

Literatur:

  • Kultusministerkonferenz (KMK) (Hrsg.) (2008). Lehrerbildung in Deutschland - Standards und inhaltliche Anforderungen. Verfügbar unter
    www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2008/2008_10_16-Fachprofile-Lehrerbildung.pdf [08.11.2018]
  • Härtig, H., Bernholt, S., Prechtl, H. & Retelsdorf, J. (2015). Unterrichtssprache im Fachunterricht – Stand der Forschung und Forschungsperspektiven am Beispiel des Textverständnisses.
    Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 21, 55-67.
  • Vollmer, H. J. & Thürmann, E. (2009): Zur Sprachlichkeit des Fachlernens: Modellierung eines Referenzrahmens für Deutsch als Zweitsprache. In B. Ahrenholz (Hrsg.), Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache (S. 107-132). Tübingen: Narr.

Experimentalvortrag

Kleine Zusätze, große Wirkung - Komposite nach Maß durch Nanoadditive

Experimentalvortrag am 05.12.2018 von 10-12 Uhr in OSL 444

ein Vortrag von Björn Bartram & JProf. Dr. Timm Wilke am 05.12.2018 von 10-12 Uhr in OSL 444

TU Braunschweig, Institut für Ökologische und Nachhaltige Chemie, Abt. Chemiedidaktik Hagenring 30, 38106 Braunschweig

Mit einem jährlichen Verbrauch von 37,4 kg pro Kopf allein in Deutschland sind Kunststoffe wichtige Alltagsmaterialien unserer Zeit. Die Variation der Monomere, Reaktionsparameter und Additive ermöglicht die Herstellung von Polymeren mit maßgeschneiderten Eigenschaften und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang derzeit der Einsatz von nanoskaligen Additiven. Ein Beispiel hierfür ist der Faserverbundleichtbau in der Automobilindustrie: Im Spannungsfeld zwischen Material- und Nanowissenschaften werden hierbei Nanokomposite erforscht, die trotz geringen Gewichts über eine hohe mechanische Belastbarkeit verfügen und als sichere, kraftstoffsparende Karosserien eingesetzt werden können.

Hieran anknüpfend soll im Vortrag vorgestellt werden, wie das klassische Themenfeld der Polymere um experimentelle Zugänge zu einem aktuellen Forschungskontext erweitert werden kann. In einer Versuchsreihe stellen Schülerinnen und Schüler mit günstigen Chemikalien (Aluminiumoxid) und einfachen Materialien aus dem Baumarkt (Polyesterharz) Nanokomposite her, die eine wesentlich größere Härte aufweisen, als die reinen Polymere. Deren Eigenschaften können anschließend mit einem simplen und modellhaften Prüfverfahren vergleichend untersucht werden. Aufbauend hierauf können im Anschluss weitere Reaktionsparameter verändert werden, wie etwa Menge, Partikelgröße und Art der Additive; auf diese Weise eröffnet das Versuchsdesign vielfältige Anschlussexperimente und –kontexte.

Insgesamt soll auf diese Weise im Vortrag dargestellt werden, dass sich durch die synergistische Vernetzung von Polymerchemie und Nanotechnologie vielfältige Lerngelegenheiten und Fragestellungen mit curricularem Bezug für die gymnasiale Oberstufe ergeben.

Lehrerfortbildung Clausthal

Lehrerfortbildung „Perspektiven nachhaltiger Energieversorgung – Speicherung elektrischer Energie mit neuartigen Batterien“

In der aktuellen Diskussion um die Energiespeicherung werden neben den Lithium-Ionen Batterien und Brennstoffzellen sogenannte Redox-Flow-Batterien diskutiert. Lithium-Ionen-Akkumulatoren sind die heute am meisten eingesetzten elektrochemischen Energiequellen in elektronischen Geräten wie Handys, Tablets usw. aber auch in Akku-Sägen, Rasenmähern und natürlich in den elektrisch angetriebenen Automobilen. Flow-Batterien unterschieden sich im Aufbau und der Leistungsfähigkeit deutlich von traditionellen Batterien, denn in diesen Flow-Zellen ist für jede Halbzelle ein Kreislauf installiert, in dem ein Elektrolyt mit einem geeigneten Redox-Paar zirkuliert. Mitte Oktober 2018 fand zu dem Thema Energiespeicherung für die nachhaltige Energieversorgung eine Lehrerfortbildung an der Technischen Universität Clausthal statt. Diese wurde in Kooperation mit Frau Dr. Dominique Rosenberg, Frau Prof. Dr. U. Fittschen und ihrem Arbeitskreis von der Technischen Universität Clausthal sowie Axel Franke, einen pensionierten Chemielehrer, geleitet und durchgeführt.

In einem spannenden Einführungsvortrag von Frau Dr. Rosenberg mit einem anschließenden Praktikum konnten die Lehrkräfte die technischen und chemischen Grundlagen der Lithium-Ionen-Akkumulatoren und Lithium-Metall-Batterien, der Wasserstoff/Sauerstoff-Brennstoffzellen und der Redox-Flow-Batterien kennen lernen. Eine Redox-Flow-Batterie auf der Basis von Vanadiumsalzen wurde ebenfalls vorgeführt. Gerade das Praktikum mit den praxistauglichen Schulversuchen wurde von den Teilnehmenden mit großer Begeisterung aufgenommen. An sieben Stationen konnten die Lehrkräfte Schulversuche rund um die Energiespeicherung mit Batterien ausprobieren und diskutieren.

Die Fortbildung wurde unterstützt durch die Förderung des Kompetenzzentrums Lehrerfortbildung Braunschweig und dem Lehrerfortbildungszentrum Rostock der GDCh.

 

„Blue Bottle“ und Experimente in blau

„Blue Bottle“ und Experimente in blau

Blaue Tinte, blaue Smarties und Blaukraut – im Alltag finden sich viele Gegenstände in blau wieder. Aber wie lässt sich beispielsweise aus Blaukraut eine Batterie betreiben? Oder kann man mit blauer Tinte Säuren und Basen nachweisen? Was haben die "blauen Leute von Troublesome Creek" mit dem bekannten Schulversuch "Blue Bottle" zu tun? Diese spannenden Fragen und noch weitere Inhalte wurden am 8.10.2018 in einem eindrucksvollen Experimentalvortrag von Dr. Dominique Rosenberg im Rahmen der Ringvorlesung blau in der Phänomenta Flensburg beleuchtet. Dabei gingen die interessanten Themen von der Energiewende bis zu forensischen Chemie und wurden mit Versuchen eindrucksvoll untermalt. So wurde dem interessierten Publikum beispielsweise eine Redox-Flow-Batterie als Speichermöglichkeit vorgestellt, die sich mit Blaukraut betreiben lässt oder ein Fingerabdruck mit Berliner Blau sichtbar gemacht. In dem Vortrag wurden viele alltägliche, blaue Gegenstände chemisch eindrucksvoll vorgestellt und in farbenfrohen und spannenden Experimenten veranschaulicht, wovon einige ebenso vom Publikum selbst durchgeführt werden konnten. Die Veranstaltung wurde mit kritischen Nachfragen und begeisterten Applaus gewürdigt!

Einen großen Dank gilt den Organisatoren Prof. Dr. Peter Heering und Dr. Sybille Machat für die sehr gute Organisation der Veranstaltung sowie den MitarbeiterINNEN der Phänomenta Flensburg für die ausgezeichnete Betreuung der Referentin.

Die Uni mit der Maus

"Türen auf"

Am 3. Oktober 2018 hieß es zum ersten Mal "Türen auf" zum Maus-Türöffner-Tag in den Chemie- und Biologielaboren an der Europa-Universität Flensburg. MitarbeiterInnen der Abteilungen Biologie, Chemie und Ökologie haben hierfür ein buntes Programm mit vielen spannenden Experimenten ausgearbeitet.

Und so konnten über 70 Kinder im Alter zwischen 6 und 11 Jahren selbst wie ein richtiger Wissenschaftler in den Bereichen Biologie, Chemie und Ökologie forschen und experimentieren. In der Chemie gab es Experimente mit Kerzen und Brausetabletten zu entdecken. Von den Abteilungen Biologie und Ökologie wurde für die Kinder ein Schaben-Labyrinth aufgebaut und kleinste Lebewesen aus dem Teich mit dem Mikroskop ganz genau angeschaut. Die vielen Experimente faszinierten und begeisterten die Kinder sehr.

"Am coolsten war, dass wir alles alleine machen konnten", sagte die kleine Charlotte.

GDCP 2018

Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik 2018

Vom 17. bis zum 20. September fand in Kiel die diesjährige Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik (GDCP) statt. Die Abteilung für Chemie und ihre Didaktik beteiligte sich mit zwei Vorträgen an der Tagung. So wurden im Vortrag von Prof. Dr. Maike Busker (Europa-Universität Flensburg) und Prof. Dr. Monika Angela Budde neue Erkenntnisse zur Erhebung von Sprachbewusstheit von Lehramtsstudierenden im Fach Chemie aus dem Projekt Fach-ProSa (Fachbezogene Professionalisierung zur Sprachförderung) präsentiert. In einem weiteren Vortrag von Dr. Hanne Rautenstrauch und Prof. Dr. Maike Busker wurden Ergebnisse einer Untersuchung zum Interesse und Selbstwirksamkeitserwartungen von Schülerinnen und Schülern im Vergleich von Chemie- und NaWi-Unterricht berichtet.