Die Uni mit der Maus

Die Uni mit der Maus

Am 3. Oktober 2019 hieß es zum zweiten Mal "Türen auf!" an der Europa-Universität Flensburg. Neben den Chemie-und Biologielaboren öffneten diesmal auch die Abteilungen Physik, Technik und Sachunterricht ihre Labore und Werkstätten zum "Türöffner-Tag", der jedes Jahr am 3. Oktober vom WDR und der Sendung mit der Maus organisiert wird. In ganz Deutschland öffnen dann Maus-Fans ihre Türen, hinter denen sich etwas Interessantes verbirgt und die sonst verschlossen sind. An der EUF hatten 144 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren wieder die Möglichkeit, einen Tag lang selbst wie ein richtiger Wissenschaftler verschiedene Phänomene aus dem Alltag zu erforschen. Dabei konnten die Kinder ihre eigene kleine Sachgeschichte live erleben und sich verschiedenen Fragen widmen, wie etwa: Wie knacke ich den Zahlencode? Warum hat ein Regenbogen so viele schöne Farben? Wie baue ich einen Bürsten-Roboter? Was fressen eigentlich Schaben? Welche Tiere wohnen in unseren Wäldern? Oder wie bleibt der Popo mit Hilfe einer Windel trocken und wie kann ich das untersuchen?

Um ein paar Eindrücke vom diesjährigen Maus-Türöffner-Tag zu bekommen, haben wir euch ein paar Fotos hochgeladen. Wir freuen uns sehr auf den nächsten Türöffner-Tag mit euch und bedanken uns recht herzlich bei unseren Sponsoren für die großzügigen Spenden!

WiFo 2019

GDCh-Wissenschaftsforum 2019 in Aachen

"Chemie – das gemeinsame Element" verbindet WissenschaftlerINNEN der Chemie und ihrer Teilgebiete aus der gesamten Welt. Unter diesem Motto fand in diesem Jahr vom 15. bis zum 18. September das zweijährig stattfindende Wissenschaftsforum (WiFo) der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) statt. Wie üblich tagen auf dem WiFo die jeweiligen Fachgruppen der GDCh – so auch diesem Jahr wieder die Fachgruppe Chemieunterricht. Und wie soll es anders sein: die Abteilung Chemie und ihre Didaktik war wieder mit zahlreichen Beträgen vertreten und kehrte sogar mit einer Preisträgerin zurück! Dazu gleich mehr.

Den Auftakt bei den Vorträgen machte Dr. Hanne Rautenstrauch zum Thema "Kann ich experimentieren? – Ergebnisse einer Vergleichsstudie von Naturwissenschafts- und Chemieunterricht", indem sie die Selbstwirksamkeitserwartung von SchülerINNEN hinsichtlich ihres Experimentierverhaltens in einer Fragebogenstudie untersuchte. Aufbau und Ergebnisse aus dieser Studie stellte sie in ihrem Vortrag vor. In einem faszinierenden Experimentalvortrag zum hoch aktuellen Thema der Batterieforschung zeigte Dr. Dominique Rosenberg beeindruckende Versuche zur Lithium-Ionen- und Lithium-Metall-Batterie. Dabei ging sie vor allem auf die moderne Batterieforschung ein und zeigte in ihrem Vortrag viele sehr einfach durchführbare Experimente für den Chemieunterricht auf, die vom Publikum mit viel Applaus gewürdigt wurden. Ebenso war unsere Doktorandin Svenja Pansegrau mit einem Diskussionsvortrag zum unterrichtsbedeutsamen Thema "Untersuchung von synthetischen und pflanzlichen Laxantien im Chemieunterricht" auf der Tagung vertreten. In dem Vortrag zeigte sie die Relevanz des Themas für die Schule auf und stellte erste Versuchsergebnisse einer experimentellen Konzeption vor.

Im Nachwuchsforum "Freiraum", welches von Dr. Dominique Rosenberg und Jun.-Prof. Dr. Timm Wilke organisiert wurde, hielt unser Doktorand Klaus Ruppersberg einen Kurzvortrag zu seinem Promotionsprojekt "Neue Erkenntnisse zu den Farbstoffen von der Wöhlk-Probe und Fearon’s Test". Da in diesem Jahr eine junge Forschergruppe aus Indonesien, einem Kooperationsprojekt von Herrn Prof. Dr. Barke, am Nachwuchsforum teilnahm, hielt Klaus Ruppersberg zur besseren Verständigung kurzer Hand seinen Kurzvortrag auf Englisch, was den internationalen Austausch zwischen den Forschungsgruppen im Anschluss erleichterte.

Besonders zahlreich war die Arbeitsgruppe aus der Abteilung Chemie und ihre Didaktik auch wieder bei den Postern vertreten. Aus den erfolgreichen Abschlussarbeiten unserer Studierenden Merlin Höche und Robin Langenau entstanden die Poster zu den Themen "Eine schulexperimentelle Entwicklung zum Thema natürliche Abführmittel am Beispiel von Quellmitteln" und "Synthese von Arzneimitteln im Chemieunterricht am Beispiel von Laxantien." Auch unsere Doktoranden Klaus Ruppersberg und Svenja Pansegrau stellten Poster zu ihren Promotionsprojekten vor. Klaus Ruppersberg war dabei gleich mit zwei Postern vertreten: "Neue Erkenntnisse zu den Farbstoffen von Wöhlk-Probe und Fearson’s Test" sowie "Schnelltest: Wie kann man in 60 Sekunden Lactose nachweisen?". Svenja Pansegrau gestaltete ein Poster zum hochaktuellen Thema der Shishas mit dem Titel "Sind Wasserpfeifen (Shishas) eine gesündere Alternative zum Rauchen? – Experimente für die Untersuchung von Wasserpfeifen im Chemieunterricht." Das Poster überzeugte die Jury, weil es von Svenja Pansegrau auf allen Ebenen der Fachlichkeit, Konzeption und Gestaltung beeindruckend ausgearbeitet war. Zur großen Freude unserer Abteilung wurde ihr Poster mit einem von drei möglichen GDCh-Fachgruppen-Posterpreisen ausgezeichnet, und das bei einer Konkurrenz von fast 80 Postern! Was für eine Ehrung – herzlichen Glückwunsch, liebe Svenja!

 
 

Ein ganz besonderes Highlight der Tagung war die Verleihung des "Heinz-Schmidkunz-Preises" der GDCh-Fachgruppe Chemieunterricht für besondere Verdienste um die chemiedidaktische Forschung an Prof. em. Dr. Walter Jansen, der ebenfalls noch aktiv in unserer Arbeitsgruppe forscht! Herzlichen Glückwunsch lieber Walter, für diese hochdotierte Preisverleihung!

Abschließend bleibt zu sagen: Vielen Dank an die GDCh und besonders an die Fachgruppe Chemieunterricht für die Organisation dieser gelungenen Tagung.

GDCP 2019 in Wien

Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik der Chemie und Physik (GDCP) 2019 in Wien

Vom 09. bis 12. September 2019 fand an der Universität Wien die GDCP-Jahrestagung unter dem Titel "Naturwissenschaftliche Kompetenzen in der Gesellschaft von morgen" statt. Getagt wurde in diesem Jahr gemeinsam mit der Fachsektion Didaktik der Biologie (FDdB). Die Abteilung Chemie und ihre Didaktik der Europa-Universität Flensburg war auf dieser Tagung mit mehreren Postern und einem Vortrag vertreten.

Die Postersession fand im schön gelegenen Innenhof der Universität Wien an der frischen Luft statt.

Prof. Dr. Maike Busker stellte dort gemeinsam mit ihrer Kooperationspartnerin Prof. Dr. Monika Angela Budde der Germanistischen Didaktik der Universität Vechta zwei Poster vor, die im Rahmen des gemeinsamen interdisziplinären Projektes Fach-Prosa entstanden sind.  Die Poster thematisierten die "Professionalisierung zur Sprachförderung in Praxisphasen in Chemie" sowie die "DaZ- und fachbezogene Professionalisierung im Lehramtsstudium".

Svenja Pansegrau präsentierte dort ein Poster zum Thema "Synthetische und pflanzliche Laxantien als Thema im Chemieunterricht".

Dr. Hanne Rautenstrauch hielt einen Vortrag zum Experimentieren im Naturwissenschafts- bzw. Chemieunterricht und präsentierte die Ergebnisse einer Schülerbefragung im Land Schleswig-Holstein, bei der die experimentellen Selbstwirksamkeitserwartungen von Schülerinnen und Schülern sowie der Einsatz von Lehrer- und Schülerexperimenten im Mittelpunkt stand.

Wir bedanken uns bei der Universität Wien und den Wiener KollegInnen für die gelungene interdisziplinäre Tagung in traumhafter Kulisse und den eindrucksvollen Gesellschaftsabend in der Feststiege des Wiener Rathauses.

Maike Busker und Monika Angela Budde an ihren Postern zur Professionalisierung zur Sprachförderung
Svenja Pansegrau an ihrem Poster zu Laxantien
Poster "Synthetische und pflanzliche Laxantien im Chemieunterricht"
Poster "Professionalisierung zur Sprachförderung in Praxisphasen in Chemie"
Poster "DaZ und fachbezogene Professionalisierung im Lehramtsstudium"
 

Herbsttagung 2019

Herbsttagung: MINT for Future! Gestaltungskompetenz fördern.

Passend zum Thema "Fridays for Future" fand die diesjährige LehrerINNEN-Herbsttagung unter dem Motto "MINT for Future" statt. Am 9. September besuchten viele Lehrkräfte ein buntes Programm aus interessanten Vorträgen, bunten Workshops und einem musikalischen Abschluss als Zusammenfassung des Tages.

Die Abteilung und Chemie ihre Didaktik war auf dieser kleinen, aber feinen Tagung wieder zahlreich vertreten. Den Auftakt machten Dr. Dominique Rosenberg und Prof. em. Dr. Walter Jansen mit einem Workshop zum Thema "Bestimmt der Treibhauseffekt das Klima?". In dem Workshop wurden Versuche vorgestellt und praktisch ausprobiert, die leicht in der Schule umsetzbar sind und sich mit den Thematiken Kohlenstoffdioxid, Energiehaushalt der Erde sowie Absorption von Wärmestrahlen beschäftigten. Im Anschluss zeigten Svenja Pansegrau und Prof. Dr. Maike Busker sehr spannende und leicht durchführbare Versuche zum Thema "Kann Rauchen jetzt auch gesund sein? Eine Untersuchung von Zigaretten, E-Shias und E-Zigaretten" ebenfalls in einem Workshop. Mit ebenso sehr spannenden Versuchen mit Einblicke zur Gestaltung von Gefährdungsbeurteilungen mit DeGINTU hielt Klaus Ruppersberg in der letzten Tagungsschiene einen eindrucksvollen Vortrag. In allen von der Abteilung Chemie und ihre Didaktik durchgeführten Workshops und Vorträgen wurden einfache, praktische Schulversuche zu den Themen gezeigt und mit fachlichen Wissen anschaulich erläutert, was die interessierten Lehrkräfte sehr begrüßten.

Die Tagung wurde in Kooperation mit dem IQSH, der CAU, dem IPN, SINUS SH und der EUF veranstaltet!

Klaus Ruppersberg und interessierte Zuhörer
Versuchsaufbauten zur Untersuchung der Absorption von Wärmestrahlen bei verschiedenen Stoffen
Prof. em. Dr. Walter Jansen beim Vortrag "Bestimmt der Treibhauseffekt das Klima?"

15. Europäischer ChemielehrerInnenkongress in Wien

„Alles Chemie“ – 15. Europäischer ChemielehrerINNENkongress in Wien

"Alles Chemie - nachhaltig und innovativ"  - unter diesem Motto fand vom 24. bis zum 27. April 2019 ein europäischer Kongress für Chemielehrkräfte an der Technischen Universität in Wien statt. Mit fast 600 TeilnehmerInnen und ReferentInnen aus mehreren Nationen war es ein internationaler Kongress, der mit 8 Plenarvorträgen, 32 Diskussions- und Experimentalvorträgen sowie 19 Workshops und diversen Exkursionen ein einzigartiges Programm bot. Bei der Größe und Vielfalt des Kongresses ist die Einreichung von Beiträgen reichlich und folglich die Annahmequote gering. Umso erfreulicher war es, dass Dr. Dominique Rosenberg von der Europa-Universität Flensburg auf dieser renommierten Tagung mit einem Experimentalvortrag mit dem passenden Thema "Energiespeicherung der Zukunft mit organischen Redox-Flow-Batteries?" (unterstützt von Nelli Urich) sowie mit einem Poster zur Klärung der Zitronenbatterie vertreten war und somit einem breiten europäischen Publikum neueste fachdidaktische Forschungen aus der Abteilung Chemie und ihre Didaktik von der Europa-Universität Flensburg präsentieren konnte. Im Experimentalvortrag zeigte sie eindrucksvoll, wie sich mit einem einfachen Versuchsaufbau und Alltagsmaterialien Redox-Flow-Batterien hervorragend und ungefährlich im Chemieunterricht einsetzen und demonstrieren lassen. Der Vortrag war bis auf den letzten Platz sehr gut besucht und wurde mit reichlichem Beifall gewürdigt.
Ebenso war Klaus Ruppersberg (externer Doktorand) mit dem alltagsnahen Thema "Begeistern mit Spülmaschinentabs – ein hochkompliziertes Alltagsprodukt im Chemieunterricht genauer untersuchen" vertreten und erläuterte in einem Diskussionsvortrag die hochkomplexe Wirkungsweise von Maschinengeschirrspülmitteln sowie deren experimentelle Erschließung mit einfachen und anschaulichen Versuchen für den Chemieunterricht. Mit seinem Poster "Die Wöhlk-Malfatti-Probe ist mehr als nur ein Lactosenachweis!" zeigte er Fortschritte in seiner europäischen Detektivgeschichte zur Zuckerchemie auf.

Neben den Vorträgen sowie der Posterpräsentation gab es ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten, sich mit europäischen KollegInnen und Chemielehrkräften auszutauschen.

Ein großer Dank gilt daher dem Zentralen Ausschuss für Europa und Internationalem sowie dem Umweltbildungszentrum der Europa Universität Flensburg für die Finanzierung dieser Tagungsreise!

Impressionen des Vortrags

Versuchsdurchführung

SINUS-Frühjahrstagung

SINUS-Frühjahrstagung in Kiel

Im Rahmen der Energiewende wird der Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung weiter steigen. Eines der aktuellen Probleme ist dabei, dass durch Nachfrage- und Einspeiseschwankungen nicht eine komplette Absicherung der Stromversorgung durch bspw. Wind- und Solarenergie möglich ist. Für die Lösung dieses Problems ist es notwendig, Systeme zur Energiespeicherung zu etablieren. Zurzeit werden dafür unter anderem sogenannte Redox-Flow-Batteries diskutiert.

In zwei Impulsworkshops unter dem Titel "Herausforderungen der Energiewende – Redox-Flow- Batteries als eine Lösung?" boten Frau Svenja Pansegrau und Frau Dr. Dominique Rosenberg auf der SINUS-Frühjahrstagung 2019 in Kiel viele experimentelle Anregungen an, wie im Chemieunterricht experimentell Redox-Flow-Batteries mit einfachen Versuchsaufbauten demonstriert werden können. In einem interessanten, prägnanten Einführungsvortrag wurden die theoretischen Grundlagen sowie eine mögliche Umsetzung für den Unterricht beleuchtet. Eine praktische Erprobung der vorgestellten Experimente in Kleingruppen war dann ein wesentlicher Bestandteil der Workshops. Dabei standen vor allem Substanzen aus dem Alltag, wie beispielsweise Paracetamol, Fotoentwickler, Rotwein, Tee und Kaffee im Vordergrund, welche elektrochemisch in Redox-Flow-Batteries umgesetzt werden können. Abschließend wurden in den Impulsworkshops lebhaft Einsatzmöglichkeiten für den Unterricht zwischen den teilnehmenden Lehrkräften und den Referenten diskutiert.

Die Tagung wurde durch das IQSH organisiert und in der IHK Kiel abgehalten. Beiden Institutionen ist für die sehr gelungene Durchführung der SINUS-Frühjahrstagung zu danken.

 
 

Diskussionsvortrag

Sprachlichkeit im naturwissenschaftlichen Unterricht – eine Analyseperspektive für Lehramtsstudierende zur Reflexion ihres Unterrichts

ein Vortrag von A. Eghtessad, D. Hilfert-Rüppell & K. Höner, TU Braunschweig am 06.12.2018 um 17 Uhr (c.t.) in OSL 444

Die Bedeutung von unterrichtsplanerischen Kompetenzen und Handlungskompetenzen, deren Grundlagen bereits im universitären Ausbildungsabschnitt angebahnt werden, wird für die Lehrerbildung in den KMK-Standards sowohl für die Bildungswissenschaften als auch in den Anforderungen für die Fachdidaktiken Biologie, Chemie und Physik ausgeführt (KMK, 2008). Sprache ist dabei konstitutiv für unterrichtliches Handeln (Härtig et al., 2015). Angehende (Fach)Lehrkräfte müssen die sprachlichen Dimensionen des Fachun­terrichts aber überhaupt erst identifizieren und reflektieren können (Vollmer & Thürmann, 2009).

Der Vortrag widmet sich der Frage, inwieweit die Reflexion von Unterricht mit Fokus auf Sprachlichkeit (ebd.) Master-Studierende in die Lage versetzt, ihr unterrichtliches Handeln zielgerichtet wahrnehmen zu können und wie sie eine Analyse anhand von Sprachlichkeit beurteilen.

Literatur:

  • Kultusministerkonferenz (KMK) (Hrsg.) (2008). Lehrerbildung in Deutschland - Standards und inhaltliche Anforderungen. Verfügbar unter
    www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/2008/2008_10_16-Fachprofile-Lehrerbildung.pdf [08.11.2018]
  • Härtig, H., Bernholt, S., Prechtl, H. & Retelsdorf, J. (2015). Unterrichtssprache im Fachunterricht – Stand der Forschung und Forschungsperspektiven am Beispiel des Textverständnisses.
    Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften, 21, 55-67.
  • Vollmer, H. J. & Thürmann, E. (2009): Zur Sprachlichkeit des Fachlernens: Modellierung eines Referenzrahmens für Deutsch als Zweitsprache. In B. Ahrenholz (Hrsg.), Fachunterricht und Deutsch als Zweitsprache (S. 107-132). Tübingen: Narr.

Experimentalvortrag

Kleine Zusätze, große Wirkung - Komposite nach Maß durch Nanoadditive

Experimentalvortrag am 05.12.2018 von 10-12 Uhr in OSL 444

ein Vortrag von Björn Bartram & JProf. Dr. Timm Wilke am 05.12.2018 von 10-12 Uhr in OSL 444

TU Braunschweig, Institut für Ökologische und Nachhaltige Chemie, Abt. Chemiedidaktik Hagenring 30, 38106 Braunschweig

Mit einem jährlichen Verbrauch von 37,4 kg pro Kopf allein in Deutschland sind Kunststoffe wichtige Alltagsmaterialien unserer Zeit. Die Variation der Monomere, Reaktionsparameter und Additive ermöglicht die Herstellung von Polymeren mit maßgeschneiderten Eigenschaften und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Von besonderem Interesse ist in diesem Zusammenhang derzeit der Einsatz von nanoskaligen Additiven. Ein Beispiel hierfür ist der Faserverbundleichtbau in der Automobilindustrie: Im Spannungsfeld zwischen Material- und Nanowissenschaften werden hierbei Nanokomposite erforscht, die trotz geringen Gewichts über eine hohe mechanische Belastbarkeit verfügen und als sichere, kraftstoffsparende Karosserien eingesetzt werden können.

Hieran anknüpfend soll im Vortrag vorgestellt werden, wie das klassische Themenfeld der Polymere um experimentelle Zugänge zu einem aktuellen Forschungskontext erweitert werden kann. In einer Versuchsreihe stellen Schülerinnen und Schüler mit günstigen Chemikalien (Aluminiumoxid) und einfachen Materialien aus dem Baumarkt (Polyesterharz) Nanokomposite her, die eine wesentlich größere Härte aufweisen, als die reinen Polymere. Deren Eigenschaften können anschließend mit einem simplen und modellhaften Prüfverfahren vergleichend untersucht werden. Aufbauend hierauf können im Anschluss weitere Reaktionsparameter verändert werden, wie etwa Menge, Partikelgröße und Art der Additive; auf diese Weise eröffnet das Versuchsdesign vielfältige Anschlussexperimente und –kontexte.

Insgesamt soll auf diese Weise im Vortrag dargestellt werden, dass sich durch die synergistische Vernetzung von Polymerchemie und Nanotechnologie vielfältige Lerngelegenheiten und Fragestellungen mit curricularem Bezug für die gymnasiale Oberstufe ergeben.