Probleme - Projekte - Veranstaltungen

Wir vom Team des Arbeitsbereichs Chancengleichheit möchten auf dieser Seite eine Reihe von drängenden Problemen für die Frauen* der Welt thematisieren, eine kleine Auswahl von Projekten vorstellen sowie auf verschiedene Veranstaltungen am 8. März und in den Tagen um den Internationalen Frauentag herum aufmerksam machen.

Wissenschaft

Bei der Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hält die Präsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professorin Katja Becker, weiterhin "viel Geduld und Ausdauer" für nötig: "Selbst wenn wir ab jetzt bis 2025 jede zweite Professur mit einer Frau besetzen würden, würde sich der Frauenanteil in den nächsten fünf Jahren lediglich auf 37 Prozent erhöhen", erklärte die Medizinerin im Interview mit "Forschung & Lehre". Das Gespräch ist in der März-Ausgabe erschienen.

Feministische Aktion Flensburg

In Flensburg steht der 8. März 2021 unter dem Motto "Die Krise war schon vorher da… Feministisch kämpfen – jeden Tag".

Die Feministische Aktion Flensburg "möchte um diesen Tag herum gerne ein Programm zusammenstellen. Bist du dabei? Ob Lesekreis, Filmabend, Performance, Skill-Share oder Erfahrungsaustausch – falls du Lust hast, dich mit deiner Projektidee einzubringen, meld dich doch bei uns! ..."

Alle Informationen und Möglichkeiten zur virtuellen Kontaktaufnahme sind auf der Website der Feministischen Aktion Flensburg zu finden.

WOMAN - ein Film von Brot für die Welt

"Wie steht es um Bildungs- und Chancengerechtigkeit von Frauen weltweit? Was muss getan werden, um Frauen auf dem Weg zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu stärken? Wie hat sich Gewalt gegen Frauen durch die Corona-Pandemie verschärft? 
Der preisgekrönte Dokumentarfilm WOMAN, ab dem 6. März bereits online zu sehen, gibt Antworten  - und Anlass zum Gespräch."

Brot für die Welt lädt zum Weltfrauentag am 8. März um 19 Uhr zu einem Online-Talk mit Expertinnen aus den Bereichen Film, Gender und Menschenrechte ein.

Alle Informationen zum Film und zum Anmeldeformular für die Veranstaltung gibt es hier.

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation - FGM)

"Eine grausame Tradition: Mädchen wird der Genitalbereich abgeschnitten, meist ohne Betäubung, mit Rasierklingen oder sogar Glasscherben. Der Eingriff verursacht körperliche und seelische Schmerzen, die ein Leben lang anhalten, und viele sterben an Infektionen. Schätzungen zufolge gibt es weltweit rund 200 Millionen Mädchen und Frauen, die beschnitten wurden. Da die weibliche Genitalverstümmelung aber meist im Verborgenen geschieht, liegt die eigentliche Zahl wahrscheinlich wesentlich höher."

Mehr zu dieser Menschenrechtsverletzung, die auch in Deutschland praktiziert wird, lesen Sie hier.

Gender Care Gap - Sorgarbeit und Corona - Care Revolution - "Mental Load"

"Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit, Ehrenamt: Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 52,4 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Dieser Unterschied wird als 'Gender Care Gap' bezeichnet. Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an gesellschaftlichen Prozessen ist eine Herausforderung. Möglich ist das nur, wenn auch die unbezahlte Sorgearbeit - der Einsatz für Familie, Haushalt und Ehrenamt - von Frauen und Männern gemeinsam wahrgenommen wird. Wie das funktionieren kann, ist ein Thema der Gleichstellungspolitik." Hier gibt's mehr Informationen zum Gender Care Gap

"Die Corona-Krise hat das soziale und ökonomische Leben in Deutschland innerhalb weniger Tage fast komplett lahm gelegt. Das Schließen vieler Geschäfte und das Herunterfahren der Produktion von Waren, die nicht als systemkritisch eingestuft werden, hat viele Beschäftigte sehr hart getroffen. Hinzu kommt, dass viele Arbeitnehmer*innen aufgrund der Schließung von Kitas und Schulen dazu gezwungen sind, ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren beziehungsweise komplett aufzugeben, um ihre Kinder zu betreuen. Diese Last der verminderten Erwerbstätigkeit einerseits und der vermehrten Kinderbetreuung andererseits trifft Frauen aber noch stärker als Männer, was vor allem auf lange Sicht verheerende Folgen haben kann."
Lesen Sie hier weiter.

"Das Netzwerk Care Revolution ist ein Zusammenschluss von über 80 Gruppen und Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die in verschiedenen Feldern sozialer Reproduktion – Hausarbeit, Gesundheit, Pflege, Assistenz, Erziehung, Bildung, Wohnen und Sexarbeit – aktiv sind. Gemeinsam ist ihnen der Kampf gegen Lücken in der öffentlichen Daseinsvorsorge, die zu Überforderung und Zeitmangel führen." Informationen zum Netzwerk Care Revolution und zur Kampagne "Platz für Sorge" gibt's hier.

Haben Sie schon mal von Mental Load gehört? Hier geht's zu einem Auszug aus dem gleichnamigen Comic . 

Zeichnung - eine Frau steht vor einer Spüle voller Geschirr und sagt: "Du hast nicht abgewaschen?" Sprechblase: "Du hast nichts gesagt."

Westafrika - sexualisierte Gewalt, Genitalverstümmelung, mangelnder Bildungszugang

"Die Länder der Mano-River-Region, wozu neben Liberia auch Sierra Leone und die Elfenbeinküste gehören, sind Teil eines regionalen Konfliktsystems. Jahrzehnte von Gewalt, Aufständen und politischer Instabilität haben die Region geprägt. In allen Konflikten hat es ein großes Ausmaß an sexualisierter Gewalt gegeben. Bis heute ist geschlechtsspezifische Gewalt weit verbreitet. Während die Täter meist straffrei ausgehen, haben die Überlebenden kaum Zugang zu Unterstützung und Schutz und werden zudem oft stigmatisiert."

Mehr über die Situation der Frauen in Westafrika erfahren Sie hier.

What the FLINTA! – Geschlechtliche Vielfalt in feministischen Räumen?

8. März 2021, 19:00 - 21:00 / Online

"Die Mehrzahl der Personen, die sich in feministischen Gruppen und Räumen bewegen, sind sich im Grunde genommen dessen bewusst, dass ihr Hauptziel der Geschlechtergerechtigkeit nur erreicht werden kann, wenn außer cis-Frauen und cis-Männern auch die ganze Vielfalt der Lebensweisen und Geschlechteridentitäten berücksichtigt werden. Allerdings besteht noch Unwissen und Unsicherheit, wie nichtbinäre und trans Personen im konkreten Umgang bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen sowie im direkten persönlichen Kontakt selbstverständlich inkludiert werden können. 

Der Vortrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung will die Zuhörenden für die spezifischen Problematiken von nichtbinären und trans-Personen in feministischen Räumen sensibilisieren und aufzeigen, was konkret für die Inklusion in feministischen Gruppen und Räumen und im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit getan werden kann."

Alle Infos gibt es hier.

Schwangerschaftsabbruch und das Recht auf körperliche Selbstbestimmung

Aktuelle Entwicklung und Diskurs in Polen, Deutschland und den Niederlanden

8. März 2021, 19:00 - 21:00 / Online

"Der Diskurs über Schwangerschaftsabbrüche und die körperliche Selbstbestimmung ist aktueller denn je. Die gegenwärtige Lage in Polen sowie die Diskussion über die Paragraphen 218 und 219 a verschärfen sich. In Deutschland wird Ärzt*innen verboten, sachlich über den Schwangerschaftsabbruch aufzuklären. Europaweit machen christliche Fundamentalist*innen ihre Forderungen nach Einschränkungen der Selbstbestimmung laut. Am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, laden wir Euch zu einer Info- und Diskussionsveranstaltung ein."

Alle Informationen zur Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen gibt es hier.

Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen

"Frauen erfahren Gewalt aufgrund ihres Geschlechts. Gewalt gegen Frauen ist Ausdruck eines Macht-Ungleichgewichtes zwischen den Geschlechtern. Es gibt viele Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen: körperliche Gewalt, sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung, psychische Gewalt und strukturelle Gewalt, die persönliche Freiheiten und Lebenschancen einschränkt." Weitere Informationen gibt es z.B. hier und hier.  

"Nach Angaben der Vereinten Nationen ist sexualisierte Gewalt zwischen Personen in partnerschaftlicher beziehungsweise familiärer Lebensgemeinschaft in 125 Ländern gesetzlich verboten. Das sind immerhin knapp zwei Drittel aller Länder dieser Welt. Die weltweite Frauenbewegung hat also viel bewirkt. Sexualisierte Gewalt ist auch innerhalb der Familie keine Privatsache mehr. Aber die Umsetzung der Gesetze trifft auf Widerstände. Warum praktizieren viele PolizistInnen, StaatsanwältInnen, RichterInnen oder Dorfälteste nach wie vor eine Rechtsausübung zugunsten der Täter?
10 Gründe, warum sexualisierte Gewalt kein Zufall und durch nichts zu entschuldigen ist", lesen Sie hier.

Sie möchten einer betroffenen Person helfen? Unterstützung finden Sie hier.

Women in motion - Frauen* bewegen und sprechen rund um Seenot

8. März um 19.00 Uhr / Online
"'Frauen in Bewegung. Frauen, die bewegen.'
Unter dem Motto 'Women in Motion' – Frauen* bewegen und sprechen rund um die Seenot' führen wir zum Weltfrauentag ein Gespräch mit und über Frauen*in der Welt der Seenotrettung.
Wir möchten sensibilisieren, mit Vorurteilen aufräumen und Erfahrungen teilen. Dabei geht es um Erfahrungen von Frauen in einer vermeintlich 'männlichen' Domäne, um das, was wir bewegen und um das, was uns bewegt. Wir sprechen mit Euch über zivile Seenotrettung, Flucht, das Leben danach in Deutschland, über Freiwilligenarbeit und was es bedeutet, dabei eine Frau zu sein."

Alle Informationen zur Veranstaltung von SOS Mediterranee gibt es hier.

Anhaltender Kampf um Frauenrechte in Afghanistan

"Nach dem Fall der Taliban im Jahr 2001 begann in Afghanistan eine Phase des Wiederaufbaus, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft weckte. Von einem stabilen Staat, in dem Frauen gleichberechtigt und sicher leben können, ist Afghanistan nach wie vor weit entfernt. Wirtschaftlich geht es dem Land extrem schlecht, die Armut wächst, während die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft schwindet. Besonders betroffen sind davon Frauen und Mädchen.  Fundamentalistische Kräfte erstarken und Errungenschaften für Frauenrechte stehen auf dem Spiel."

Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Menschenhandel und Zwangsprostitution

"Die Zahl der weltweit dokumentierten Fälle von Menschenhandel ist weiter angestiegen – das zeigt der Globale Bericht über Menschenhandel 2018, der im Januar vom Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung der Vereinten Nationen (UNODOC) herausgegeben wurde. Für die Studie wurden Daten aus 142 Ländern gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen deutlich: besonders gefährdet sind Mädchen und Frauen; fast drei Viertel aller Betroffenen sind weiblich. Die Frauen werden insbesondere zum Zweck der Zwangsprostitution versklavt und ausgebeutet."

Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Antifeminismus in rechten Diskursen – eine Einführung

15. März 2021, 18 Uhr / Online

"Ein zentrales Ideologieelement im rechten Spektrum ist der Antifeminismus. ... Dass feministische Anliegen schon immer von ihrem Gegenpol, nämlich antifeministischen Bewegungen, begleitet wurden ist nichts Neues; letztlich will der Antifeminismus die Errungenschaften der feministischen Bewegungen zurückdrehen: durch Begriffsumdeutungen, Angriffe auf reproduktive Rechte, auf Ressourcen, Gleichstellungsmaßnahmen etc. Deswegen bleibt es zur Unterstützung feministischer Kämpfe und Anliegen notwendig, diese Positionen zu demaskieren und skandalisieren."

Mehr zu dieser und weiteren Veranstaltungen von 8m Kiel gibt es hier.

BELARUS! Das weibliche Gesicht der Revolution?

8. März 2021 19:30 / Online-Lesung

Belarus ist im Aufbruch. Die beispiellosen Proteste nach der Präsidentschaftswahl im August 2020 haben dem Land ein weithin sichtbares Gesicht gegeben. Die anhaltende Gewalt hat den friedlichen Aufstand gegen das Regime nicht brechen können. Der Protest ist generations-, schichten- und geschlechtsübergreifend – und doch war die Anfangsdynamik vor allem von Frauen geprägt: bereits im Wahlkampf. Und danach gingen Bilder von Frauen in Weiß um die Welt, die den schwarz vermummten Polizei-Sondereinheiten mit Blumen in der Hand entgegentraten. Symbolischer konnte der Kontrast kaum sein. Wie gehen wir mit diesen Bildern um? Wie lässt sich die neue Selbstermächtigung der Frauen in die Vielstimmigkeit der Demokratiebewegung einordnen?

Alle Informationen zu dieser Veranstaltung der Böll-Stiftung gibt es hier