Wissenschaftliche Begleitung des Arbeitszeitprojekts SAT - SATellit

Projekttitel:     SATellit

Kurzbeschreibung:     Wissenschaftliche Begleitung des Arbeitszeitprojekts SAT

Finanzierung:     Durch das auftraggebende Unternehmen und die Hans-Böckler-Stiftung

Laufzeit:     Januar 2005 bis April 2006

Ansprechpartner:     Prof. Dr. Marianne Resch

Mitarbeiter:     Wiebke Wrage, Alexandra Diendorf

Externe Homepage:     www.boeckler.de

Literaturtipps:     Ulich, E. (2001). Beschäftigungswirksame Arbeitszeitmodelle. vdf: Zürich.

Resch, M., Wrage, W. & Diendorf, A. (2006) Wissenschaftliche Begleitung des Projektes "SAT: Selbstverantwortete Arbeitszeitplanung im Team". Abschlussbericht. Flensburg.

Ausgangspunkt

In dem Projekt SATellit sollten Bedingungen und Wirkungen kollektiver Arbeitszeitplanung im Rahmen eines Jahresarbeitszeitmodells untersucht werden. Der Untersuchungsbereich liegt im Gesundheitswesen, d.h. er betrifft einen der größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein mit mehreren Kliniken und Einrichtungen in den Bereichen Akutmedizin, Rehabilitation und Touristik mit insgesamt über 4.000 Beschäftigten. Als Alternative zu einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit wurde zwischen den Tarifparteien ein zeitlich befristetes Pilotprojekt ?SAT: Selbstverantwortete Arbeitszeitplanung im Team? vereinbart. Die SAT-Teams sollten die Arbeitszeiten ihrer Mitglieder eigenständig festlegen können. Die Planungen umfassten auch Überlegungen zur Arbeitsorganisation in den Gruppen. Von dieser Regelung versprachen sich die Tarifparteien eine effizientere Zeitplanung - vor allem eine bedürfnisgerechte Regulierung der jahreszeitbedingten Schwankungen - sowie eine Verbesserung des Wohlbefindens bzw. der Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

Ziele

Im Projekt SATellit sollten die Effekte der kollektiven Arbeitszeitplanung im Rahmen eines Vorher-Nachher-Designs mit Vergleichsgruppen überprüft werden. Untersucht wurde, ob die selbstverantwortete Arbeitszeitplanung positive Effekte auf die subjektive Bewertung der Arbeitssituation hat. Erwartet wurde auch, dass sich - wenn auch in geringerem Umfang - Verbesserungen hinsichtlich der Bean­spruchungs­indikatoren sowie der Vereinbarkeit von Beruf und anderen Lebensbereichen zeigen. Erhoben werden sollten zudem Ver­änderungen im Bereich der Überstunden und bezüglich der Identifikation und Beseitigung arbeitsorganisatorischer Mängel. Im Rahmen der Prozessbegleitung sollten Planungsmaterialien sowie Grundlagen zur Arbeitszeit und zu Belastungsfaktoren erarbeitet werden. Es sollten auch Hinweise für die zu treffenden Gruppenentscheidungen vermittelt werden. Zu Beginn war eine Unterstützung des Einführungsprozesses durch eine externe Moderation vorgesehen.

Die gewonnenen Erfahrungen - insbesondere im Hinblick auf die kollektive Aushandlung individueller Zeitbedürfnisse - sollten genutzt werden, einen Leitfaden (und ggf. Moderatorenschulung) auszuarbeiten, um zukünftig weitere Gruppen mit selbstverantworteter Arbeitszeitplanung auch ohne externe Begleitung einrichten zu können.

Ergebnisse

Nach der dritten Befragung wurden die Daten der SAT-Gruppen und Vergleichsgruppen im Zeitverlauf betrachtet. In den SAT-Gruppen zeigte sich im Gegensatz zu den Vergleichsgruppen im Verlauf des Projekts eine Verbesserung in der Bewertung der Arbeitszeitbedingungen und Verbesserungen hinsichtlich der Beanspruchungsindikatoren. Aus den Ergebnissen ließen sich weiterhin Empfehlungen an das Unternehmen für eine mögliche Weiterführung des Projekts ableiten.