Projekt Familienfreundliche Region Rendsburg - FAME

Problemstellung

Veröffentlichungen des Bundesministeriums für Familie sowie die im Februar unterzeichnete Charta für familienfreundliche Arbeitszeiten belegen den Stellenwert, der dem Thema "Vereinbarkeit" aktuell von politischer Seite zugesprochen wird. Bislang wurde primär die Situation im Beruf thematisiert. Bedingungen und Schwierigkeiten der alltäglichen Lebensführung sind demgegenüber unterbelichtet.

Wenn berufstätige Menschen soziale Verantwortung übernehmen, wie z.B. die Betreuung und Erziehung von Kindern oder die Pflege kranker Angehöriger, dann stellt sie dies vor eine Vielzahl von Problemen. Beruf und Familie bzw. Beruf und Pflege unter den vielzitierten Hut zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. Zeitliche und beanspruchungsbezogene Rollenkonflikte[1] treten im Tagesverlauf immer wieder auf und sind täglich aufs Neue zu lösen. Im Feld familienfreundlicher bzw. familienbewusster Personalpolitik[2] dominieren arbeitszeitbezogene Maßnahmen. Vorschläge, die über den Betrieb hinausgehen und die Bewältigung der Aufgaben im Alltag erleichtern, sind demgegenüber unterrepräsentiert.

Mittlerweile gibt es verschiedene Initiativen, die den betrieblichen Ansatz durch regionale Aktionen ergänzen, z.B. die Aktionsplattform beruf-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@familie.nrw. Der Gedanke einer familienbewussten Region wurde bereits vom Institut Beruf und Familie der Hertiestiftung aufgegriffen und ein Zertifikat familienfreundliche Region vergeben.

Ziel des Projekts

Im Projekt FAME soll der regionale Ansatz für die Region Rendsburg nutzbar gemacht werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Region Rendsburg zu verbessern. Hierfür sollen Schwierigkeiten und alltägliche Probleme der Vereinbarung von Beruf und Familie in der Region Rendsburg ermittelt werden. Vor diesem Hintergrund werden Vorschläge für regionale Maßnahmen bestimmt und in Kooperation mit regionalen Akteuren ausgearbeitet. Familienbewusste Unternehmensführung wird so ergänzt durch die die Lebensführung betreffenden Aktionen (wie z.B. die Synchronisierung von Arbeits- und Lebenszeiten oder andere familienunterstützende Maßnahmen).

Vorgehen

Das Projekt umfasst drei Phasen: In den ersten beiden Phasen wird mittels Interviews und einer postalischen Befragung ermittelt, in welchen Situationen und Lebenslagen Familien Schwierigkeiten haben, Beruf und die Übernahme sozialer Verantwortung durch Pflege und Betreuung in Einklang zu bringen.

Um die Befragung vorzubereiten, werden zunächst in ausgewählten Haushalts und Familientypen qualitative Interviews durchgeführt.

Phase drei umfasst die Rückkopplung der Ergebnisse in einer Workshopreihe. Im Rahmen dieser Workshopreihe soll ein Maßnahmenkatalog zu den in der Untersuchung ermittelten Problem- und Handlungsfeldern erarbeitet werden. Einzelne Vorhaben werden im Rahmen einer Kooperation mit der Universität Flensburg betreut und evaluiert.

Ressourcen

Das Projekt FAME ist Resultat einer Kooperation zwischen der Stadt Rendsburg, dem lokalen Bündnis für Familie sowie der Universität Flensburg.

Es wird als Studienprojekt am Internationalen Institut für Management unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Marianne Resch durchgeführt.

Projektmitarbeiter sind:

  • Deborah Hohmeyer, Lars Hochmann, Wilhelm Karwatzki, Hanna Nautsch und Susanne Vogel

 

[1] vgl. Greenhaus, J.H. & Beutell, N.J. (1985). Sources of conflict between work and family roles. Academy of Management Review, No 10, S. 76-88

[2]. vgl.Dilger, A., Gerlach, I. & Schneider, H. H. (2007). Betriebliche Familienpolitik - Poten­ziale und Instrumente aus mvgkl.ultidisziplinärer Sicht. Wiesbaden: VS Verlag für So­zialwissenschaften.