1. Eine Uni - Ein Buch an der EUF
  2. Soziologe und Politikwissenschaftler
  3. Steigerungslogik, Reichweitenvergrößerung, Resonanz, Unverfügbarkeit
Cover "Unverfügbarkeit" - Hartmut Rosa

Das Buch: "Unverfügbarkeit" von Hartmut Rosa

"Mit dem Begriffspaar Verfügbarkeit/Unverfügbarkeit gibt uns Hartmut Rosa Werkzeuge an die Hand, zentrale Phänomene der gegenwärtigen Gesellschaft zu begreifen."

Der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa hat sich intensiv mit den Zeitstrukturen moderner Gesellschaften befasst und Beschleunigung als Kernelement jeglicher Modernisierung identifiziert. Nach seiner Analyse führt Beschleunigung zu einer "Steigerungslogik", in deren Folge Menschen die Welt nur noch instrumentell begreifen. Sie sind fixiert darauf, beherrschen zu wollen, abzuarbeiten, effizient zu erledigen, was getan werden muss, und immer mehr Erlebnisse zu sammeln.

Die Annahme, dass Menschen Resonanz erfahren, bekämen sie die Welt nur endlich in den "Griff", erweist sich nach Rosas Meinung als ein Trugschluss. Denn mit dem anstrengenden Versuch, ihre "Reichweite" zu vergrößern, kappen sie den lebendigen, vibrierenden Draht zu sich und der Welt. Entfremdung und Aggression ist die Folge, die sich auch in ohnmächtigem politischen Aggressionsverhalten niederschlagen.

Dem "Unverfügbaren" muss laut Rosa Raum gelassen werden, da nur so die Resonanzerfahrungen, nach denen Menschen sich sehnen, möglich sind. 

Rosas "Soziologie der Weltbeziehung" und insbesondere sein Essayband "Unverfügbarkeit" stellen damit Fragen, die nicht nur privat, sondern auch politisch bedeutsam sind: Wie gelingt gute Weltbeziehung? Wie führt man ein gutes Leben? Was kann man Zeitknappheit, Atemlosigkeit und dem Gefühl dauernder Überforderung entgegensetzen? Wie entstehen politisch artikulierte Wut und Ohnmacht?

Ein kleiner Eindruck von Hartmut Rosa bei "Hamburger Horizonte"

Interviews mit Hartmut Rosa

Weitere spannende Interviews mit Hartmut Rosa finden Sie beispielsweise auf dem Youtube-Kanal von "VAKUUM J O U R N A L" zum Thema "Gelingendes Leben & Steigerungszwang", oder beim Deutschlandfunk unter dem Titel "Woher kommt eigentlich die Wut der Wutbürger?"