Projekte
abgeschlossene Projekte:
- Forschungs- u. Publikationsprojekt "Bilderatlas des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts", (Leitung: Prof. Dr. Gerhard Paul), 2007-2009 [Mitarbeit u. Bildredaktion]
- Forschungsprojekt "Myth, Gender and the Military Conquest of Air and Sea", Universität Oldenburg / Univerity of Salford (Greater Manchester), 2008-2009 [Mitarbeit]
- Forschungsseminar "Die Fischerkontroverse", Universität Flensburg, 2009 /10 [Leitung]
- Forschungsseminar mit anschließender Ausstellung
- "Möglichkeiten und Grenzen Militärischer Interventionen - Das Beispiel Afghanistan", Universität Flensburg, 2009-2010 [Leitung u. Ausstellungsleitung]
- Forschungsseminar "Medien und Krieg - Krisenkommunikation in der Politik", Universität Flensburg, 2010 / 11 [Leitung]
aktuelles Projekt
Eine transnationale Kulturgeschichte der Schlacht - Waterloo, Somme, Bagdad (AT)
Problemaufriss:
Die moderne Militärgeschichte hat sich endgültig von den legitimatorischen und applikatorischen Traditionen der Generalstabsgeschichte mit ihrer ausschließlichen Wahrnehmung originär operationsgeschichtlicher Inhalte verabschiedet. Während lange Zeit jedoch vorrangig das Militär im Frieden untersucht wurde, floriert seit einigen Jahren auch die Forschung über Kriegsalltag, Kriegserfahrungen und die soziokulturelle Prägekraft von Kriegen. Dieses inhaltliche und methodische Spektrum der militärhistorischen Forschung ist in jüngster Zeit dann nicht zuletzt dadurch erheblich erweitert worden, dass der Aspekt der militärischen Gewalt immer mehr in den Fokus gerückt ist. Merkwürdigerweise ist dabei aber eine extreme Form der Gewaltanwendung, die Schlacht, weitgehend unbeachtet geblieben. Als Schlacht - so der Vorschlag des Göttinger Militärhistorikers Marian Füssel - soll eine militärische Konfrontation großen Ausmaßes gelten, die als in Zeit und Raum klar definiertes,
singuläres Ereignis wahrgenommen werden kann und wahrgenommen worden ist. Schlachten sind geprägt durch Erfahrungen zum Teil außergewöhnlicher Brutalität und extremer Gewalt.
Sie stellen somit hochkonzentrierte Kampfhandlungen dar und unterscheiden sich dadurch von anderen Handlungskontexten im Gesamtkomplex eines Krieges. In Schlachten können Aussagen zur inneren Verfasstheit von Gesellschaften und deren Wertesystemen bezüglich Krieg und Frieden, Leben und Tod, etc. getroffen werden. - Genau dieser Zusammenhang
macht "die Schlacht" zu einer geeigneten Analysekategorie innerhalb der erweiterten militärgeschichtlichen Forschung.
Es fehlt jedoch eine moderne, methodisch innovative Schlachtengeschichte, die Anschluss sucht an die kulturwissenschaftlichen Analysen von Gewaltphänomenen indem sie sich auf den Zusammenhang von Gewalt, Ereignis und Repräsentation konzentriert und insbesondere den Blick auf die kulturellen Bedingungen und Codierungen der Gewaltbeschreibungen richtet.
Das Bestreben diese Lücke zu schließen ist das zentrale Erkenntnisinteresse dieses Projektes.
Ziele:
Konkret verfolgt dieses Projekt folgende Ziele:
- Eine allgemeine und umfassende Definition des Schlachtbegriffs
- Eine in bestehende historiographische Ansätze der modernen Militärgeschichte eingebettete kulturgeschichtliche Annäherung an das Phänomen Schlacht
- Eine diachrone Betrachtung von Entwicklungen, Brüchen und Kontinuitäten innerhalb einer Kulturgeschichte der Schlacht
Struktur:
Das Projekt versteht sich als Synthese-Projekt, das die Forschungen einzelner unabhängiger Teilprojekte zusammenführt und integriert. Zentral bleiben hierbei eine breit angelegte transnationale Perspektive und eine möglichst hohe Interdisziplinarität am Schnittpunkt von Historiographie, Politik - und Kulturwissenschaft . Der Untersuchungszeitraum reicht von den Kriegs- und Nachkriegszeiten des 19. bis zu jenen des 21. Jahrhunderts. Die Projekte konzentrieren sich vorrangig auf drei für die Kriegsgeschichte der Neuzeit entscheidende Zeiträume: die Napoleonischen Kriege, das Zeitalter der Weltkriege sowie die asymmetrischen Konflikte der Gegenwart. Die im Untertitel namentlich benannten und zeitlich durch jeweils ein Säkulum getrennten Schlachten Waterloo (1815), Somme (1916) und Bagdad (2003) erfüllen in diesem Kontext eine rein symbolische Platzhalterfunktion.
Der kulturgeschichtliche Zugang manifestiert sich in fünf Themenfeldern entlang der Bezugsgrößen Gewalt, Ereignis und Repräsentation, welche in unterschiedlichen Teilprojekten unter verschiedenen Fragestellungen erschlossen werden könnten. Sie sind im Sinne des Gesamtprojekts geeignet, sich dem Phänomen der Schlacht in systematischer Weise zu nähern:
- Die Materialität des Kämpfens
- Die Körperlichkeit der Teilnehmer
- Die Räumlichkeit der Schlacht
- Die Erfahrung der Schlacht
- Die Vermittlung der Schlacht
- Die Schlacht in der Geschichte




