School meets Business...

"Am Freitag, den 17. November 2017, wurde der "School meets Business"-Tag im Rahmen des vom Land Schleswig-Holstein und aus EFRE Mitteln finanzierten Projektes "WEStartupSH" veranstaltet. Mehr als 30 Schülerinnen fuhren vormittags zunächst mit einem Bus zu drei Flensburger Unternehmen, die von Frauen geleitet oder gegründet wurden. Zunächst ging es zum Druckhaus Leupelt, wo Franziska Leupelt – im Übrigen Vorbildunternehmerin für das Land Schleswig-Holstein – über die Bedeutung der Schnelllebigkeit im digitalen Zeitalter auch für die Druckbranche sprach und den Schülerinnen aufzeigte, dass auch schon in jungen Jahren die Übernahme von Verantwortung für Firmen möglich ist. Anschließend wurde das von der Dänin Birgit Madsen in Hamburg gegründete Unternehmen "Hanse Team" besucht. Es bewegt sich auf dem Gebiet der Arbeitnehmerüberlassung und die Gründerin machte deutlich, dass sie ihrem Unternehmen Wert auf die Zuverlässigkeit und Langfristigkeit der Beschäftigungsverhältnisse setzen. Die wiederholte Auszeichnung zur Arbeitgeberin des Jahres HH dürfte dieses Engagement bestätigen. Als letztes Unternehmen der Tour wurde "Carline", eine Firma für Fahrzeugbeschriftung besucht. Hier erzählte Petra Grütz den Schülerinnen, dass sie erst relativ spät zu ihrem eigenen Unternehmen kam uns setzte somit einen Kontrast zu den beiden vorherigen Unternehmerinnen. Alle Drei ermutigten die Schülerinnen darin, nach ihrer Schulzeit eine Beschäftigung zu finden, die sie glücklich mache und sich etwas zuzutrauen. Nach den Unternehmensbesuchen und einer kurzen Pause fand im Technologiezentrum/ WiREG noch eine Podiumsdiskussion unter der Fragegestellung "Wie können wir junge Frauen für die Geschäftsgründung und -führung begeistern?!" statt. Hier begrüßte Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange die Gruppe von Schülerinnen und machte den Einstieg in das Thema Frauen in Führung. Desweiteren standen noch die Geschäftsführerin von ORION, Meike Rotermund, die Gründerin von "SCHNEXAGON", Nadine Sydow, und die Gründerin von "Fräulein Spitz", Jenny Eilers, teil. Themen bei der Podiumsdiskussion waren u.a. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Fragestellung oder wie man den richtigen Beruf wählt. Einstimmig war auch hier der Apell der Frauen an die Schülerinnen, sich zu trauen, Verantwortung  zu übernehmen."

"Über Nacktschnecken reden und Zuhörer finden"

Mehr als 30 Schülerinnen informierten sich beim "Women‘s Entrepreneurship" erfolgreich über Unternehmensgründungen.

Lola Marten und Vivian Seggelkow können sich durchaus vorstellen, ein Unternehmen zu gründen. Damit standen die beiden Freundinnen, 15 und 16 Jahre alt, am vergangen Freitag nicht alleine da: Etwa die Hälfte der gut 30 Schülerinnen, die sich für die Veranstaltung "Women’s Entrepreneurship" angemeldet hatten, zogen eine eigene Unternehmensgründung in Betracht.

Frauen in Führungspositionen sind selten, noch seltener sind Frauen, die eigene Unternehmen gründen. Deshalb hatte der Bereich  "Women’s Entrepreneurship"  des Jackstädt-Zentrum der beiden Flensburger Hochschulen gemeinsam mit der WiREG zu einem Tag geladen, an dem Schülerinnen der Kurt-Tucholsky-Schule und der Handelslehranstalt sich mit Frauen als Unternehmensgründerinnen auseinandersetzen konnten. Vormittags besuchten sie Unternehmerinnen wie beispielsweise Franziska Leupelt, die als vielfach ausgezeichnete Geschäftsführerin das Druckhaus Leupelt leitet, im Anschluss diskutierten sie mit Gründerinnen, Geschäftsführerinnen und der Oberbürgermeisterin. Simone Lange, seit 700 Jahren Flensburger Stadtgeschichte die erste Frau an der Spitze der Stadtverwaltung, betonte, dass sie eine untypische Karriere gemacht habe: "Von null auf 1200 – erst keinerlei Führungsverantwortung und jetzt Chefin von 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern." Sie ermutigte Frauen, aktiv zu werden, sich etwas zuzutrauen, alte Rollenmuster abzulegen, Kompetenzen zu erwerben und vor allem: sich zu bewerben. "Immer noch bewerben sich viel zu wenig Frauen auf gutbezahlte, hochrangige Positionen", ist ihre Erfahrung.

Woran das läge, war eine Frage, über die gesprochen wurde. Die Vermutungen sind nicht neu: Frauen, so waren sich Maike Rotermund von "Orion", Jenny Eilers von "Fräulein Spitz" und Nadine Sydow von "Schnexagon" einig, sind auch im Jahr 2017 noch zurückhaltender, bescheidener und taktvoller. "Man ist nicht auf die Welt gekommen, um es anderen Menschen recht zu werden. Man muss nicht immer moderieren und freundlich sein, man muss als Frau mehr wie ein Mann sein," war daher die Bilanz von Schnexagon-Erfinderin Nadine Sydow. Man müsse sich durchsetzen können: "Mein Produkt hat nichts mit kuscheligen Koalabababies oder mit etwas Ähnlichem zu tun, über das man gerne spräche", sagte sie, "Wenn man über Nacktschnecken redet, dann muss man es erst mal schaffen, dass einem einer zuhört."

Genau wie andere Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen hat sie es geschafft, dass Männer beispielsweise in Banken ihr zugehört haben. Leicht war das nicht: Neben dem Mut, auch mal "unweiblich" zu agieren, braucht es, so alle Anwesenden, daher auch Förderprogramme, die gezielt und vor allem unbürokratisch Start Ups finanzieren.

Die 30 Schülerinnen hörten interessiert und sehr aufmerksam zu und stellten am Ende viele Fragen: Hattet Ihr auch schon mal das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, weil ihr Frauen seid? Ja, lautete da die Antwort. Was macht Euch am meisten Spaß?  Eigene Entscheidungen zu treffen und die Arbeitszeit frei einteilen zu können, waren sich die Frauen einig. Was müsste ich machen, wenn ich gründen wollte?  Erst mal eine Idee haben.

"Man hat einen Eindruck bekommen, wie es gehen könnte, und Selbstbewusstsein gekriegt", lautete das Fazit von Lola und Vivian, den beiden zukünftigen Gründerinnen.