Ablauf des Verfassens einer Bachelorarbeit

Wenn Sie Ihre Bachelorarbeit schreiben möchten, sollten Sie ein ausgeprägtes Interesse an volkswirtschaftlichen Fragestellungen mitbringen und die Fächer VWL1, VWL2 und VWL3 mit guten Ergebnissen abgeschlossen haben, um über notwendige Grundkenntnisse für die eigenständige Bearbeitung einer Fragestellung mitzubringen. Sie sollten auch Vertiefungsfächer wie International Economics oder Development Economics gewählt haben. Arbeiten können grundsätzlich von Dr. Alan Piper und Sara El-Madani betreut werden.

1. Welche Kompetenz wird durch die Bachelorarbeit geprüft?

In einer Bachelorarbeit zeigen Sie, dass Sie Ihr bisher erworbenes Wissen auf eine ausgewählte Fragestellung anwenden können. Sie vertiefen Ihr in den Veranstaltungen erworbenes theoretisches Wissen in Bezug auf die von Ihnen zu bearbeitende(n) Themenfrage(n) und wenden dieses an. Typische Anwendungen sind Fallstudien oder qualitative Untersuchungen.

2. Themenfindung

Eine Bachelorarbeit beginnt mit der Themenfindung. In dieser Abteilung können nur volkswirtschaftliche Arbeiten betreut werden. Die Themenvergabe erfolgt maßgeblich auf Initiative der Studierenden. Wir möchten Sie nachdrücklich ermutigen, mit einer eigenen Idee oder einem eigenen Interesse zu uns zu kommen. Bevorzugt werden Themen im Bereich der internationalen, institutionellen und Entwicklungsökonomik. Die Auflistung bereits bearbeiteter Themen soll Ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie eine Themenstellung aussehen könnte.

Die meisten Themen werden im "Ping-Pong-Verfahren" zwischen Studierendem und Betreuer festgelegt. Es gibt eine erste Idee, Kommentare, weitere Ideen etc., bis zuletzt der Betreuer ein Thema annimmt und damit das Thema festliegt. Es kann dann nur noch im Ausnahmefall auf Antrag im SPA und mit Genehmigung des Betreuers geändert werden.

3. Erarbeitung des Exposés

In dem Moment, in dem das Thema fest steht, beginnt die Bearbeitungszeit für ein Exposé (Research Proposal). Hierfür haben Sie bis zu 4 Wochen zur Verfügung. Das Exposé dient formal zur Erlangung der 3 CP für den Methodenteil der Arbeit. Typischerweise enthält es folgende Teile.

  1. Problemstellung mit Leitfragen
  2. Stand der Forschung/ Literaturüberblick
  3. Methoden der Arbeit
  4. Arbeitsplan
  5. Vorläufige Gliederung
  • Fallstudie: Wie bearbeite ich eine Fallstudie, welche methodischen Anforderungen stellt sie?
  • Experteninterviews oder ähnliches: Fragen qualitativer Sozialforschung
  • Quantitative Datenanalysen: statistische Verfahren

Problemstellung mit Leitfragen. Sie stellen die Problemstellung dar. Wichtig: Wählen Sie möglichst genaue, hierarchisch gegliederte Leitfragen (Oberfrage/ Unterfrage etc.). Hierzu bedarf es einer guten Leitidee. Des Weiteren sollte man sich damit auseinandersetzen, welche Fragen dem Leser am Ende der Lektüre der Arbeit beantwortet werden.

Stand der Forschung/ Literaturüberblick. Hier geben Sie einen ersten Überblick über die Forschung, welche Sie zu Grunde legen. Bitte diskutieren Sie diese anhand Ihrer Leitfragen. Finden Sie heraus, zu welchen der Fragen Sie schon eine gute Menge an Material haben, zu welchen noch nicht usw. Um schnell viel Literatur verarbeiten zu können, sollten Sie sich einer Lesetechnik wie z.B. SQR³  bedienen. Der Anspruch einer Bachelorarbeit geht dabei über das in den Veranstaltungen gelehrte Theoriegerüst hinaus, bezieht sich aber nicht zwingend auf den letzten Stand der Forschung.

Methoden der Arbeit. Hier geht es um Methoden im engeren Sinne. Methodischer Grundsatz für alle Arbeiten ist natürlich, dass man sich mit Sekundärquellen als Hauptbestandteil der Arbeit kritisch auseinandersetzt. Gesondert auseinandersetzen (und in diesem Abschnitt des Exposés darstellen) müssen Sie sich mit folgenden Fragen, falls Sie folgende Methoden anwenden:

  • Fallstudie: Wie bearbeite ich eine Fallstudie, welche methodischen Anforderungen stellt sie?
  • Experteninterviews oder ähnliches: Fragen qualitativer Sozialforschung
  • Quantitative Datenanalysen: statistische Verfahren

Eine Arbeit kann aber ausschließlich auf der Basis von Sekundärliteratur bearbeitet werden. Sie müssen keine eigenen Daten erheben und/oder auswerten.

Arbeitsplan. Ein Arbeitsplan meint die wöchentliche Auflistung der einzelnen Arbeitstätigkeiten. Planen Sie in jedem Fall Spielraum ein. Es ist nicht verkehrt, vorsichtshalber 50% mehr Arbeitszeit einzukalkulieren als man vermutet! Wenn Sie viel reisen müssen, sollten Sie sich auch Gedanken über die Kosten machen.

Ein Exposé wird 10 bis 15 Seiten lang sein. Sie können aus dem Exposé keine Teile direkt in Ihre Arbeit übernehmen, da das Exposé eine getrennte Prüfungsleistung darstellt.

4. Bearbeitung der eigentlichen Arbeit

Mit der Abgabe des Exposés beginnt die Bearbeitungsdauer (12 Wochen). Sie melden sich mit diesem Termin für die Arbeit im SPA/dänischen Sekretariat an. Sie haben Anspruch darauf, dass der Betreuer Ihr Exposé zeitnah nach Abgabe mit Ihnen durchspricht. Während der Bearbeitungsphase steht Ihnen der Betreuer gerne für Fragen etc. zur Verfügung, normalerweise während seiner regulären Sprechstunde. Eine Vorkorrektur nehmen wir hingegen nicht vor. Sie sollten während der Bearbeitung immer mal wieder (alle 2-3 Wochen) Ihr Exposé zur Hand nehmen und schauen, ob Sie auf Kurs sind bzw. wo Sie Änderungen vornehmen wollen, sowohl inhaltlich als auch im Arbeitsplan.

Beachten Sie auch den Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten