Zahlenzauber - mathematische Bildung im Kindergarten
Die Entwicklung mathematischer Kenntnisse und Einsichten schon im Kindergarten gezielt und dennoch spielerisch zu fördern, ist das Ziel des Projekts "Zahlenzauber". Unter der Leitung von Dr. Kristina Clausen-Suhr werden in Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen im Raum Flensburg etwa 240 Kinder mit den Lernangeboten des Programms "Zahlenzauber" die Mathematik in kindlichen Handlungs- und Alltagssituationen entdecken und erforschen. Die Projektkindergärten werden in ihrer Arbeit durch das Institut für Heilpädagogik (Abteilung Lernbehinderten- und Förderpädagogik, Lehrstuhl Prof. Dr. Jürgen Walter) wissenschaftlich begleitet und die Lernentwicklung der Kinder bis in die Grundschulzeit hinein dokumentiert.
Frühe mathematische Kenntnisse stehen in engem Zusammenhang mit schulischen Mathematikleistungen. Durch mathematische Vorläuferfertigkeiten im Kindergarten lässt sich ein Risiko abschätzen, ob ein Kind später im schulischen Lernen Rechenschwierigkeiten entwickeln wird. Gerade das letzte Jahr vor Schuleintritt zeigt sich für Kinder als eine besonders wichtige Phase, in der sie spezifische mathematische Kenntnisse ausbilden, die ihnen das spätere mathematische Lernen erleichtern. Innerhalb eines Jahrgangs bestehen jedoch extreme Unterschiede in diesen mathematischen Vorkenntnissen. Allen Kindern durch frühe mathematische Bildungsangebote die Chancen auf erfolgreiches schulisches Lernen zu eröffnen und möglichen Rechenschwierigkeiten vorzubeugen, ist vor diesem Hintergrund die zentrale Zielsetzung des Projekts.
Die Materialien des Programms "Zahlenzauber" bieten den Erzieherinnen und Erziehern mit ihrem bausteinartigen Aufbau die Möglichkeit, Lern- und Erfahrungsangebote in Anpassung an die Lernbedürfnisse der Kinder und die organisatorischen Bedingungen des pädagogischen Kindergartenalltags flexibel anzuwenden und umzusetzen. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Inhalte des schulischen Mathematikunterrichts in den Kindergarten zeitlich vorzuverlegen. Spiele, Bewegungsangebote, Geschichten und vielfältige Rahmenhandlungen sowie Angebote zur freien Beschäftigung werden so mit mathematischen Inhalten verknüpft, dass kindgerechte Lern- und Erfahrungsräume entstehen.
Die pädagogischen Fachkräfte begleiten die Kinder auf ihrem Weg in die Mathematik und unterstützen sie darin, mathematische Entdeckungen zu systematisieren und bewusst werden zu lassen. Die Kombination von Sprache und Mathematik spielt dabei eine große Rolle. Die Grundlage zur Konzeption der Lernmaterialien gaben aktuelle Erkenntnisse der Lehr- und Lernforschung sowie Ergebnisse der Entwicklungs- und Kognitionspsychologie unter Berücksichtigung motivationaler Aspekte des Lernens.
Bereits im Jahr 2007 wurden die verantwortlichen Erzieher und Erzieherinnen der Projektkindergärten im Umgang mit dem Programm geschult. Ab Januar 2008 werden die Vorschulkinder über ein halbes Jahr in der Entwicklung mathematischer Vorläuferfertigkeiten gefördert und die praktische Arbeit der Kindergärten durch das Institut für Heilpädagogik begleitet.
In Voruntersuchungen im Frühjahr 2007 hat sich gezeigt, dass die geförderten Kinder gegenüber einer Kontrollgruppe nachweisbar von der Förderung profitieren und diesen Vorsprung noch bis in die erste Grundschulklasse hinein halten konnten. In der nun beginnenden längsschnittlich angelegten Projektphase (Januar 2008 bis Juni 2009) wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Lernerfolge der Kinder über kurzfristige Effekte hinaus noch im Grundschulalter (Ende des 1. Schuljahres) das mathematische Lernen positiv beeinflussen.
Nicht zuletzt steht es im Zentrum des Projekts, Theorie und Praxis einander näher zu bringen und durch eine enge Kooperation in der Projektarbeit das Fortkommen auf dem Gebiet der frühen Bildung von Kindern voran zu treiben.
Das Projekt wird unterstützt durch das Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein sowie die Firma Henkel (Projekt "Futurino").
Dr. Kristina Clausen-Suhr (Projektleitung)
Institut für Heilpädagogik
Abteilung Lernbehinderten- und Förderpädagogik
(Lehrstuhl: Prof. Dr. Jürgen Walter)
Tel.: +49 461 805 2681
Mail: kristina.clausen-suhr(at)uni-flensburg.de





