ASIP - Miniphänomenta
Am Anfang stand die Gewissheit, dass naturwissenschaftlich-technische Bildung in den Grundschulen neu gedacht werden muss. Die Arbeitgeberverbände baten Prof. Dr. Lutz Fiesser, Gründer der PHÄNOMENTA und Leiter des Instituts für Physik und Chemie und ihre Didaktik um Rat, wie den besorgniserregenden Defiziten entgegen gewirkt werden könnte. Unter dem Namen "Advancing Science through Informed Parents" (ASIP) wurde ein innovatives Projekt gestartet, bei dem Eltern dazu eingeladen werden, zum Forschen anregende Experimentierstationen für den Schulflur der Grundschulen zu bauen.
Damit konnten mehrere Ziele erreicht werden:
- Kinder gewinnen Spaß daran, eigene Fragen zu entwickeln und die Antworten anhand von Experimenten gemeinsam zu suchen.
- Es entsteht ein tragfähiges Fundament an elementaren Erfahrungen.
- Durch die Einbeziehung der Eltern werden Gespräche über Naturwissenschaft und Technik alltäglich. Eltern werden zu pädagogischen Partnern, die Schulatmosphäre ändert sich.
- Lehrerinnen und Lehrer werden entlastet, sie werden in Fortbildungsveranstaltungen davon überzeugt, dass sie den Forschungsprozess der Kinder nicht durch vorschnelle Erklärungen stören dürfen.
Nach einer intensiven Forschungsphase, in der die angemessenen Experimentierstationen entwickelt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft wurden, in der das Verhalten der Kinder, Eltern und Lehrer beobachtet und die Materialien entsprechend optimiert wurden, in der dann ein Anleitungsbuch geschrieben und mit Zeichnungen und Skizzen versehen wurde, konnte das 52 Experimentierstationen umfassende Feld unter dem Namen MINIPHÄNOMENTA in Grundschulen gebracht werden. Den Anfang bildeten die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dort war die NORDMETALL-Stiftung initiativ geworden und hatte als erstes Projekt nach ihrer Gründung ASIP-MINIPHÄNOMENTA gefördert. Es folgten Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Inzwischen werden von der Universität Flensburg bundesweit etwa 16 komplette Experimentierfelder für jeweils 2 Wochen an Grundschulen gebracht. Dazu kommt es allerdings erst dann, wenn wenigstens ein Kollege der Schule an einer spezifischen Fortbildungsveranstaltung teilgenommen hat. Nahezu an jedem Wochenende finden in reizvoll gelegenen Tagungsstätten Kurse statt, bei denen die Teilnehmer selbst Experimentierstationen bauen und so den Werkprozess erleben. Sie gewinnen dann pädagogische Erfahrungen zum Projekt, setzen sich mit den didaktischen Überlegungen auseinander, werden in der Elternarbeit geschult und üben die Übertragung in den Unterricht. Im Rahmen der Fortbildung wird auch der Vertrag durchgesprochen, der zwischen der Universität Flensburg und der Grundschule abgeschlossen wird und der Termine, Randbedingungen, Verhaltensweisen und Verpflichtungen regelt.
ASIP-MINIPHÄNOMENTA ist weiterhin ein Forschungsprojekt. In vielen Arbeiten wird untersucht, wie sich Kinder den Stationen gegenüber und untereinander verhalten, welche Lernvorgänge stattfinden, wie anhaltend das Lernen ist, welche Faktoren den Prozess bestimmen usw.
Bei Interesse wenden Sie sich in Bezug auf
Forschungsfragen an Prof. Fiesser (fiesser(at)uni-flensburg.de)
Organisation und Anmeldung an Frau Ruff (ruff(at)uni-flensburg.de)
Weiterführende Informationen und Termine von Ausstellungen finden Sie unter http://www.miniphaenomenta.de.




