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Prof. Dr. Andrea Kleeberg-Niepage

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Gebäude Helsinki - HEL 312

Laufzeit

01.09.2013 - laufend

Institution der EUF

Abteilung Psychologie

Studienmotivation von Lehramtsstudierenden im ersten Semester

Mit der seit 2013 laufenden Zeitreihenstudie soll herausgefunden werden, wer warum und mit welchem Ziel ein bildungswissenschaftliches, lehramtsbezogenes Bachelorstudium an der Europa-Universität Flensburg aufnimmt und inwiefern sich die Motive, Ziele, Erwartungen und der soziale Hintergrund der Studierenden verändern.

Stichworte

Studienmotivation, Erstsemester, Lehramt

Beschreibung

Erhoben werden neben soziodemografischen Daten und persönlichen Lebensumständen vor allem persönliche Erwartungen, Wünsche, Motive und Pläne in Bezug auf das Studium und die berufliche Zukunft. Beispielweise wurde nach den Gründen für die Wahl der Europa-Universität Flensburg, des bildungswissenschaftlichen Studiengangs und des Lehrer/innen-Berufs gefragt, Abiturnoten, gewählte Fächer, regionale und soziale Herkunft wie auch Finanzierungsquellen und Umfang von Nebentätigkeiten erhoben, subjektiv wahrgenommene Ängste und Befürchtungen sowie geplante nächste Schritte nach dem Bachelorstudium erfragt. Neben einer genauen Beschreibung der Studierendenpopulation im Bachelorstudiengang Bildungswissenschaften war und ist es Ziel der Studie, ein erweitertes Verständnis der subjektiv wahrgenommenen Lebens- und Studiensituation sowie der vorrangigen Studienmotive und -erwartungen zu vermitteln, das dazu beitragen kann, Ansatzpunkte für eine bessere Unterstützung der Studierenden herauszuarbeiten.

Die Erhebung erfolgt über einen Fragebogen, der über 50 Items enthält. Neben überwiegend geschlossenen Fragen enthält er auch offene Fragen. Der Fragebogen wird jeweils ca. 6-8 Wochen nach Semesterbeginn an die Teilnehmer/innen einer Einführungsvorlesung für Erstsemester im Fach Bildungswissenschaften ausgegeben, welches alle Studierenden zusätzlich zu ihren gewählten Fächern absolvieren. Neben vielen konstanten Items, die einen Blick auf die Veränderungen zwischen den Studierendenpopulationen ermöglichen, wird der Fragebogen bei jedem Durchgang zudem in kleinerem Umfang ergänzt, um neue relevante Aspekte einbeziehen zu können.

Ergebnis

Ausgewählte Ergebnisse 2013 - 2015

[Diagramme und Übersichten können Sie der herunterladbaren PDF entnehmen]

Von den von 2013 bis 2015 insgesamt 905 befragten Student/innen (730 bzw. 81% w, 171 bzw. 19% m) kommen 67% aus Schleswig-Holstein, die anderen 33% fast ausschließlich aus den anderen norddeutschen Bundesländern (v.a. aus Niedersachsen, dann Hamburg und mit Abstand dahinter Nordrhein-Westfalen). Die Abiturnoten liegen mit 2,58 nur geringfügig über dem Mittelwert von 2,52 für das Land Schleswig-Holstein. Für mittlerweile 74% war die Europa-Universität Flensburg (EUF) die erste Wahl.

Als Gründe für die EUF als erste Wahl  wurden die angebotenen Studiengänge und die Nähe zum Heimatwohnort am häufigsten genannt, gefolgt von der angebotenen Fächerkombination für das Lehramt und die Attraktivität der Umgebung, jeweils mit steigender Tendenz.

Als Grund, einen bildungswissenschaftlichen Studiengang zu studieren gaben 2013 insgesamt 72% an, Lehrer/in werden zu wollen, der Anteil stieg 2014 auf 88% bzw. 2015 auf 85%. Das sind mit +16% bzw. +13% im Vergleichszeitraum deutlich mehr als noch 2013. Perspektiven jenseits des Lehramtes werden 2013 noch mit 24% als Grund benannt, 2014 sind es mit -13% nur mehr 11% und 2015 mit weiteren -1% nur noch 10%.

Gefragt nach den Gründen, Lehrer/in werden zu wollen, geben mehr als 60% der Befragten als Grund an, Kindern (fachlich) etwas beibringen zu wollen, zuvor waren es allerdings noch 76% und sogar 87%; etwa 60% die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wobei Studentinnen jeweils signifikant höhere Werte aufweisen; über 50% begründen ihre Entscheidung mit der Aussicht auf einen sicheren Arbeitsplatz, wobei hier allgemein ein Anstieg gegenüber 2013 zu verzeichnen ist und die Studenten sich nun nicht mehr von den Studentinnen unterscheiden; über 40% ein gutes Einkommen, ebenfalls gegenüber 2013 als Grund ansteigend; etwa 37% die Gesellschaft verändern zu wollen, wobei Studentinnen diesen Grund signifikant häufiger anführen. 

Vergleicht man den deutlicheren Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz und nach einem guten Einkommen, mit dem ein Lehramt verbunden wird, mit dem ebenfalls deutlichen Anstieg derer, die einen bildungswissenschaftlichen Studiengang gewählt haben, um Lehrer/in zu werden, und gleichzeitig mit den deutlich gesunkenen Werten für den Grund, Kindern/Jugendlichen etwas beibringen zu wollen, scheinen der Wunsch nach einem sicheren Arbeitsplatz und nach einem guten Einkommen für die gestiegene Wahl eines Lehramtsstudiums ausschlaggebend zu sein.

Gefragt danach, worauf sie sich im Studium am meisten freuen, geben die Studierenden am häufigsten die gewählten Fächer an, weniger oft werden in absteigender Reihenfolge, aber insgesamt mit ansteigenden Werten, Pädagogik und Psychologie genannt.

Fast alle Befragten erwarten persönliche Veränderungen durch dass Studium, vor allem sich Wissen anzueignen (über 80%) und selbständiger zu werden (über 70%).

Etwa 80% geben Ängste an, die Studienanforderungen nicht erfüllen zu können; über 70% nennen Leistungsdruck als häufigstes mögliches Problem, im Verhältnis mehr Studentinnen; etwa 30% nennen Probleme mit der eigenen Motivation und etwa 20% Finanzierungsschwierigkeiten. Bis zu etwa 30% der Studierenden wünschen sich mehr Unterstützung von der Universität (z.B. bei Prüfungen, Kooperation von Dozent/innen).

Eine überarbeitete Version des Fragebogens wurde im Herbst 2016 ausgegeben und wird aktuell ausgewertet. Zudem sind zu ausgewählten Themen vertiefende qualitative Interviews mit Studienanfänger/innen geplant.

Für weitere Informationen wenden Sie sich gern an: anton.perzy-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de

Ausgewählte Ergebnisse...

Studienmotivation von Lehramtstudierenden im ersten Semester (2013 - 2015)

Datum:
05.07.2017

Datei:
82 KB (PDF)

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