Schnellnavigation

Kurzlinks

Home | Impressum | Webmail | Intranet | Dokumente | VV
Universität Flensburg Universität Flensburg

Presseportal

Landesregierung beschließt Flensburger Modell

27.03.2012

Es ist geschafft! Am Dienstag hat die Kieler Landesregierung grünes Licht für das Flensburger Modell zur Neuausrichtung der Lehramtsstudiengänge gegeben. Die Präsidentin der Universität Flensburg, Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende, zeigt sich stolz und zufrieden: „Ich wünsche mir, dass Schule ein Lebensraum ist, in dem junge Menschen lernen, selbstbewusst zu denken und verantwortungsbewusst zu handeln. Entscheidend dafür ist, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht ausschließlich Wissen vermitteln, sondern immer auch befähigt sind, die sozialen, emotionalen und kreativen Fähigkeiten junger Menschen zu fördern. Und genau dafür haben wir ein Konzept vorgelegt.“

Die Besonderheit des Flensburger Modells besteht darin, dass es die Vermittlung didaktischer und pädagogischer Fähigkeiten ebenso ernst nimmt wie das Studium fachwissenschaftlicher Inhalte. Dazu gehört, dass zukünftige Lehrer und Lehrerinnen verstärkt darauf vorbereitet werden, mit Heterogenität und Vielfalt umzugehen. Schüler unterscheiden sich in ihrem intellektuellen und körperlichen Leistungsvermögen, ihrer Sprachkompetenz, ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, sie sind in unterschiedlichem Maße mitfühlend oder phantasiebegabt. Dem muss die Schule der Zukunft – entsprechend auch die universitäre Lehrerbildung – in erhöhtem Maße Rechnung tragen. Aus diesem Grund wird es in Flensburg zukünftig verpflichtende Studieninhalte zu Diagnose und individueller Förderung, Deutsch als Zweitsprache, sozialer Ungleichheit und interkultureller Vielfalt geben. Zum Pflichtkanon werden außerdem Seminare zu Fragen der Medienpädagogik, Mediennutzung und Medientheorie sowie Veranstaltungen zu ökologisch verantwortlichem Handeln gehören.

Dass Studierende vom ersten Semester an in die Schulpraxis geschickt werden, gehört bereits seit langem zur Flensburger Lehrerbildung, neu und landesweit einzigartig jedoch ist, dass sie zukünftig im Master-Studium ein ganzes Praxissemester an einer Schule verbringen werden. Ebenso neu ist, dass Lehramts-Studierende möglichst ein Auslandsemester absolvieren sollen. „20% Outgoings“, nennt Waltraud ‚Wara‘ Wende als Ziel: „Das Sich-be­währen-Müssen in unbekannten Kulturen, das persönlich-individuelle Erleben von Fremdheit und Unsicherheit, das flexible Reagieren auf Nichtplanbares kann für die Persönlichkeitsbildung kaum überschätzt werden. Und gerade Lehrer und Lehrerinnen haben einen Berufsalltag, der alles andere als berechenbar ist.“

Landesweit einzigartig sind aber nicht nur Praxis- und Auslandssemester, sondern auch ein neuer Studiengang. In Zukunft wird es einen eigenständigen viersemestrigen ‚Master für das Lehramt Grundschule’ geben. Damit geht ein Traum der Flensburger Universität in Erfüllung, denn Grundschule und Regional- und Gemeinschaftsschule erfordern jeweils andere Ausbildungsinhalte. Da sich Schulkarrieren bereits im Elementar- und Grundschulbereich entscheiden, ist es aus Sicht der Flensburger nur konsequent, das Lehramt an der Grundschule durch einen eigenen Studiengang aufzuwerten.

Weil die bisherige Sonderregelung für die Flensburger Lehrerbildung im Jahr 2013 auslaufen wird, hatte Wissenschaftsminister de Jager im November letzten Jahres das Präsidium der Universität Flensburg aufgefordert, bis Februar ein Konzept für die Neuordnung der Lehramtsstudiengänge vorzulegen. „Das vom Minister vorgegebene Zeitfenster war sportlich“, kommentiert Wende. Um das zwölfseitige Konzept mehrheitsfähig zu machen hat die Präsidentin der Universität in den vergangenen Wochen unzählige Gespräche mit den Fachwissenschaftlern, Didaktikern und Pädagogen der Universität geführt, universitätsinterne Workshops und Diskussionsrunden organisiert und immer wieder das Gespräche mit Politikern aller Parteien, mit Schulleitern, Elternvertretern, Studierenden und Schülern gesucht. „In beispielloser Teamarbeit ist es uns so gelungen, ein, wie ich finde, exzellentes und innovatives Modell zu entwickeln“, zeigt sich die Präsidentin zufrieden. „Einziger Wehrmutstropfen freilich ist, dass in Schleswig-Holstein Gemeinschaftsschulen in der Regel mit der 10. Klasse enden. Wir wünschen uns für die Zukunft, dass die Gemeinschaftsschule gleichberechtigt neben dem Gymnasium zur allgemeinen Hochschulreife führt, und dass wir in Flensburg auch die Oberstufenlehrer für Gemeinschaftsschulen ausbilden dürfen.“





nach oben | 10.02.2012, 12:14 Uhr
| Seite Nr.  
Permalink | Feedback
Link zu dieser Seite: http://www.uni-flensburg.de/?158
Universität Flensburg · Auf dem Campus 1 · 24943 Flensburg Tel.: +49 461 805 02 · Fax: +49 461 805 2144