Schnellnavigation

Kurzlinks

Home | Impressum | Webmail | Intranet | Dokumente | VV
Universität Flensburg Universität Flensburg

Presseportal

PAGES macht die Rollenverteilung in Kinderbüchern sichtbar

10.05.2011

Astrid Schmidt und Prof. Dr. Helga Andresen vom Institut für Germanistik untersuchen im Grundtvig Projekt PAGES (Practises Against Gender and Ethnic Stereotypes) der Europäischen Union die Geschlechterrollen in Kinderbüchern. Ihr Ziel ist es, Erzieherinnen und Erziehern, Tagesmüttern, sozialpädagogischen Assistenten und nicht zuletzt Eltern nach Abschluss des Projekts Rüstzeug auf den Weg zu geben, stereotype Geschlechterrollen in Kindergeschichten zu erkennen und bewusst zu machen, damit diese stereotypen Rollenbilder (oder –vorstellungen) überwunden werden können.

Wenn Kinderbücher für Mädchen rosa und für Jungen blau sind, wenn Jungen in den Geschichten besonders tapfer und Mädchen besonders zart sind, dann sind das für Prof. Dr. Helga Andresen stereotype Geschlechterrollen, die es zu überwinden gilt, weil sie Mädchen und Jungen schon in frühen Jahren in bestimmte Rollen drängen können. Astrid Schmidt, Doktorandin am Institut für Germanistik, ergänzt: "Kinder identifizieren sich stark mit den Personen im Buch. Handeln diese Personen im Kinderbuch stark normiert, kann das problematisch für die Kinder sein, wenn ihr Naturell dieser Norm nicht entspricht." Kinder lernen in den Büchern, welche Möglichkeiten sie haben, sich in bestimmten Situationen zu verhalten. Deshalb ist für die beiden Wissenschaftlerinnen eine möglichst große Bandbreite der Charaktere wichtig.

Im Rahmen des Projekts PAGES durchforsteten Astrid Schmidt und Prof. Dr. Helga Andresen im vergangenen Jahr die deutsche Kinderliteratur im Hinblick auf die Rollenverteilung in Büchern für Kinder von 0 bis 10 Jahren und haben gemeinsam mit den europäischen Projektpartnern einen Kritierienkatalog erstellt, mit dessen Hilfe Erzieherinnen und Erzieher, Tagesmütter, sozialpädagogischen Assistenten und Eltern die Kinderbücher selbst auf diese Rollenverteilung hin analysieren können. Wie werden Mann und Frau, Mädchen und Jungen dargestellt, welche Beziehungen bestehen zwischen den Hauptpersonen zueinander? Gibt es bestimmte geschlechtsspezifische Rollenzuweisungen oder verhalten sich die Charaktere neutral? Und kommen verschiedene Ethnien in den Büchern vor? Diese und andere Fragen sind Bestandteil des Kriterienkatalogs, der Eltern und pädagogischem Personal bewusst machen will, wie die Geschlechterrollen in dem Kinderbuch, das gerade gelesen wird, gestaltet sind. Mit dem Wissen um die geschlechtsspezifische Rollenverteilung können dann beispielsweise Eltern in einem zweiten Schritt die Auswahl der Bücher so steuern, dass eine großen Bandbreite an Rollenverteilungen und Charakteren abgedeckt wird. Den Katalog, der ab Herbst auf der Homepage des Instituts für Germanistik bereitgestellt wird, testet Astrid Schmidt zur Zeit unter anderem in verschiedenen Kindertagesstätten Flensburgs.

PAGES ist Teil des Grundtvig-Projekts der Europäischen Union, an dem sechs europäische Partner beteiligt sind, Informationen zum Projekt unter www.uni-flensburg.de/deutsch/projekte/grundtvig-projekt-pages/


Kontakt: Astrid Schmidt: astrid.schmidt@uni-flensburg.de, Prof. Dr. Helga Andresen: andresen@uni-flensburg.de

nach oben | 10.02.2012, 12:14 Uhr
| Seite Nr.  
Permalink | Feedback
Link zu dieser Seite: http://www.uni-flensburg.de/?158
Universität Flensburg · Auf dem Campus 1 · 24943 Flensburg Tel.: +49 461 805 02 · Fax: +49 461 805 2144