Interviewreihe: "Gespräche über den Zustand der Welt"

Was treibt die Menschen auf der Welt um? Wie sind aktuelle Entwicklungen zu bewerten? Auf welchem Weg können die Herausforderungen auf der Erde gelöst werden? - Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigen wir uns in der neuen Interview-Reihe der Europa-Universität Flensburg unter dem Thema "Gespräche über den Zustand der Welt".

Interview 1: Der nur schwer vermeidbare Zusammenbruch der Europäischen Union

Der Zusammenbruch der EU, zumindest in der jetzigen Form, ist wahrscheinlich. Das ist die Kernaussage von Prof. Dr. Hauke Brunkhorst. Der Soziologe spricht mit Kathrin Fischer (Pressesprecherin der EUF) über soziale Ungleichgewichte, den Wahlsieg Emanuel Macrons in Frankreich, die Flüchtlingskrise, den Euro, den Brexit, über "in Märkte eingebettete Staaten" sowie eine "gefährliche Verfeindung von Nationalstaaten durch die Europäische Union". – Und er gibt Martin Schulz, dem Kanzlerkandidaten der SPD, einen Rat mit auf den Weg. | Gedreht im Juni 2017



Interview 2: United Space in Europe - und ein Dorf auf dem Mond

Ein vereinigtes Europa, zumindest in der Erforschung des Weltalls. Das Konzept eines Dorfes auf dem Mond, eines "Moon Village", das allen, die daran teilhaben möchten, offen steht. Die Mehrheit junger Menschen, die sich eine globale Weltraumagentur wünschen würde. Über dies, aber auch die Emotionen in der Forschung und den sinnvollen Umgang mit angeblichen Misserfolgen (z.B. ExoMars) spricht der Generaldirektor der Europäischen Raumfahrtagentur Prof. Dr.-Ing. Jan Wörner mit Kathrin Fischer (Pressesprecherin der EUF).

Im zweiten Teil unserer Gesprächsreihe gibt der Leiter der ESA zudem Einblicke in aktuelle und zukünftige Weltraummissionen der Europäer, die Finanzierung von Weltraum-Projekten (Geo-Return-Prinzip, "das magische Dokument 100") und wie diese unberührt geopolitischer Krisen friedlich weitergeführt werden. - Und er äußert sich ganz privat zu Kindern, Studium und der Frage, ob es mehr da draußen gibt … | Gedreht im Juli 2017 anlässlich des Weltraumforschungstages 2017



Interview 3: Der die das – Deutsch als Zweitsprache

"Deutsch als Zweitsprache" ist ein Fach, das aufgrund von Migration und Flucht zunehmend wichtiger wird. Lehrerinnen und Lehrer stehen vor der Aufgabe, Schulklassen zu unterrichten, in denen immer mehr Kinder aus verschiedenen Ländern, Kulturen und Familien sitzen, die verschiedene Erstsprachen sprechen. Wer ehrenamtlich Geflüchteten Deutschkurse gibt, steht vor der Frage, wie er oder sie das bestmöglich tut. - Wie können Lehrerinnen und Lehrer im Studium bestmöglich auf die zunehmende Heterogenität vorbereitet werden? Was ist der Unterschied zwischen Deutsch als Fremd- und Deutsch als Zweitsprache? Und warum sollten Ehrenämtler nicht die Hauptlast tragen, wenn es um sprachliche Integration von Geflüchteten geht?

Im Gespräch: Prof. Dr. Julia Ricart Brede (Professorin für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache) und
Kathrin Fischer (Pressesprecherin der EUF) | Gedreht im August 2017



Interview 4: Wir und Ihr - Über Kastenwesen, Rassismus und Religion

Wie können wir gemeinsam das Geschäft des Lebens meistern? Wie kommt es zu dieser neuen Ideologie von Grenzziehungen in unserer Zeit. Anil Bhatti, Germanist und Kulturwissenschaftler aus Indien, spricht mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der EUF, über das Zusammenleben der Menschen in Indien, Europa, den USA und der Welt. Er wirft einen Blick auf autokratisch-diktatorische Entwicklungen in seinem Heimatland Indien und wie es dort selbst an Universitäten nicht mehr möglich scheint, etwas gegen die offizielle Ideologie zu sagen. Aber er sieht auch positive Zukunftschancen - gerade für Europa. | Gedreht im September 2017



Interview 5: Über Trump, Philosophie und die neuen Popstars

Warum wurde Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gewählt? Und wie gefährlich ist er wirklich für unser aller Sicherheit? Warum lässt man sich als Mensch gerne durch Zuschauersport anziehen? Wie lässt es sich auf dem Campus der Stanford University in Kalifornien arbeiten?

Über diese und viele weitere Fragen unterhalten sich in sehr kurzweiliger Weise Hans Ulrich Gumbrecht von der Universität in Stanford und Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg. Der mit zehn Ehrendoktorwürden ausgezeichnete Wissenschaftler gibt uns zudem ganz persönliche Einblicke in sein Leben und sein Schaffen in Kalifornien - und berichtet uns, wie er zum US-Amerikaner wurde. | Gedreht im September 2017



Interview 6: Von Winnetou bis Twin Peaks - Amerikanische Episoden

Warum sind amerikanische TV-Serien derzeit so beliebt wie nie zuvor? Sind es nur die Millionen und Milliarden Dollar, die Netflix und Amazon in diesen Markt pumpen – oder machen auch andere Faktoren eine gute Serie aus? Wie werden Native Americans in Film und Literatur dargestellt? Und wie positionieren sie sich selbst zwischen Klischee und Realität?

Über Zynismus und Realitätsspiegelung in Politik-Serien wie House of Cards und Veep, die Identifikation mit den Hauptfiguren am Beispiel von Breaking Bad, den Unterschied zu deutschen Produktionen und über amerikanische Neuverfilmungen skandinavischer Serien wie The Bridge und The Killing unterhält sich die Prof. Dr. Däwes, Professorin für Amerikanistik mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg (EUF). | Gedreht im Februar 2018



Interview 7: Wut - Wie Islamisten und Rechtsextreme die Mitte erobern

Islamismus und Rechtsextremismus haben viele Parallelen: Sie erzählen ähnliche Geschichten, haben "die Medien" als Feindbild, werben um Menschen in Grauzonen und streben die Abschaffung der derzeitigen staatlichen Strukturen an.

Julia Ebner ist Terrorismus- und Extremismus-Forscherin. Sie stammt aus Wien und arbeitet in London. Zusammen mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg, beschreibt sie, wie eine globale Identitätskrise und ein rasanter Wandel auf allen Ebenen der Gesellschaft von Extremisten ausgenutzt werden. Sie zeigt, wie soziale Medien und Politiker wie Donald Trump den Filterblaseneffekt verstärken, der Radikalisierungen Vorschub leistet.
Aber sie macht auch Hoffnung: Denn Radikalisierung ist wieder umkehrbar!  | Gedreht im März2018



Interview 8: Von der Gründung eines Startup-Unternehmens

Über die Gründung eines erfolgreichen Startups. - Nadine Sydow, Erfinderin von Schnexagon, einem biologischen Anti-Schneckenmittel (bekannt aus "Höhle der Löwen") erzählt uns von Ihrem Weg von der Biologie-Studentin bis zur umtriebigen Unternehmerin. Ein motivierendes Plädoyer für die eigene Firmengründung. Female bzw. Woman Entrepreneurship ist ebenfalls ein Thema in dem Gespräch mit Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg. Verfolgen Sie jeden Schritt mit: Von der Idee, der Anmeldung eines Patentes, der Suche nach Geldgebern, über Croudfunding und die "Höhle der Löwen" auf VOX bis hin zur Firmengründung und der Entwicklung neuer innovativer Produkte (wie Poxagon gegen Seepocken an Schiffsrümpfen). | Gedreht im März 2018



Interview 9: Warum Sprache *nicht* verfallen kann!

Ist die deutsche Sprache am Ende? – "Das macht keinen Sinn." vs. "Das ergibt keinen Sinn." - Über Migrantendeutsch, Kietzdeutsch und die angebliche Verdenglischung des Deutschen. Darüber, dass Kinder und Jugendliche (mit und ohne Migrationshintergrund) sehr wohl zwischen informeller und formeller Sprache wechseln können. Darüber, wie die Schriftsprache und der Duden suggerieren, dass es keinen Sprachwandel gibt – dieser aber permanent stattfindet und keine Bedrohung darstellt. Über diese und viele weitere Themen unterhalten sich Prof. Dr. Nils Langer, Sprachwissenschaftler und Experte für Minderheitensprachen und Nordfriesisch, und Kathrin Fischer, Pressesprecherin der Europa-Universität Flensburg. | Gedreht im April 2018



Interview 10: Europa - Die begehrenswerte Hölle

Robert Goebbels ist überzeugt, dass die Wiedereinführung der Binnengrenzen in Europa nicht möglich ist. Weil sich die Menschen an diesen Luxus gewöhnt und die Wirtschaft davon abhängig ist. Der ehemalige luxemburgische Minister weiß, dass "Europa nicht die Miseren der ganzen Welt ausgleichen" kann. Aber in gleichem Maße ist er genervt von europakritischen Parteien wie der AfD und ewig unzufriedenen Bürgern, die der EU die Schuld an den Schlechtigkeiten der Welt zuschustern wollen. Von Menschen, die die EU darstellen, als wäre sie die Hölle auf Erden. Eine Hölle, um die uns der Rest der Welt beneidet. | Gedreht im Mai 2018



Interview 11: Identity Wars - Identitätskriege

"We live in a liquid world, where nothing is stabil." - "Future wars will be about identity." - "We need a European Union that is much stronger - and more democratic." These are just a few of the statements of the Danish writer Carsten Jensen, who writes in his latest novel "Den første sten"/"The First Stone" about the senselessness of the war in Afghanistan. Carsten Jensen is the first awardee of the "EUF Europa Prize - donated by the University Council", a prize honoring engaged Europeans. This interview contains so many clever sayings that you can hardly count them. That is why it is interesting not only because of the many insights into the war in Afghanistan. Aspiring authors and fans of the author will also experience many new things.
| Gedreht im Juni 2018



Interview 12: Die Finanzmärkte zerstören den Euro - und die Politik schaut zu

Dirk Ehnts fordert ein europäisches Finanzministerium und Eurobonds (EU-Anleihen), um die Probleme der Eurozone zu lösen. Ein starkes gemeinsames Finanzministerium würde die halbherzig konstruierte Währungsunion vollenden und könnte effektiv gegen die Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union (EU) vorgehen. Und das würde der derzeitigen Konjunktur des Rechtspopulismus innerhalb der EU entgegenwirken.

Wenn sich nichts ändert, werden wir in Kürze, so Ehnts, die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise erleben, innerhalb derer beispielsweise Griechenland aus dem Euro-Raum austreten und der Euro mit einiger Wahrscheinlichkeit als gemeinsame Währung aufgegeben würde. Deutschland kommt in dieser Konstellation eine besondere Verantwortung zu, da die Strategie, durch Lohndumping zum Exportweltmeister aufzusteigen, zum einen die Binnenkonjunktur schädigt und zum anderen den anderen Ländern der Euro-Zone Defizite beschert – auf Dauer schadet dieses Ungleichgewicht dem Euro.

| Gedreht im Juni 2018