„Werden wir meistern, was kommt?“

Feierliche Graduierungsfeier der EUF im Deutschen Haus

400 Studierende nahmen ihr Abschlsusszeugnis entgegen

Absolventinnen und Absolventen der Lehramtsstudiengänge, des Masters "Kultur-Sprache-Medien", des Diploms ‚Erziehungswissenschaften‘ sowie die Promovendinnen und Promovenden des Jahres 2017 wurden am Freitag, den 20.10.2017, feierlich im Deutschen Haus in Flensburg geehrt. Insgesamt haben von Oktober 2016 bis Oktober 2017 knapp 400 Studierende ihr Abschlusszeugnis und 32 Promovendinnen und Promovenden ihre Urkunde entgegengenommen.

"Wir entlassen Sie in eine schwierige Welt"

Uni-Präsident Werner Reinhart betonte in einer insgesamt politischen Rede: "Wir entlassen Sie in eine schwierige Welt". Er zitierte den ZEIT-Journalisten Bernd Ulrich mit den Worten: "Dies ist ein gutes Land, aber ob das so bleibt, können wir nicht sagen. Wir vererben Ihnen vielleicht keine für immer stabile Demokratie und EU, wir übergeben Ihnen allerdings die Chance, beides zu erhalten."

Studierende prägen zunehmend die Stadt

Flensburgs Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar verwies auf die Bedeutung, die die rasant wachsende Europa-Universität Flensburg mit ihren mittlerweile knapp 6000 Studierenden für die Stadt Flensburg besäße. "Den Einfluss der Studierenden können wir in vielen Bereichen erkennen: Etwa im kulturellen Leben sowie in der Stärkung der internationalen und überregionalen Beziehungen in unserer Grenzregion", sagte sie, "Durch den fortwährenden Ausbau strategischer Partnerschaften mit ausländischen Universitäten wird Flensburg auf der Hochschullandkarte als einzigartiger Studienort wahrgenommen."

"Werden wir meistern, was kommt?"

Sprachen für die Absolventinnen und Absolventen: Patricia Pflicht udn carola Böttcher (v.li., Marie Wollert)

Die beiden Absolventinnen Patricia Pflicht und Carolin Böttcher zogen eine charmante Bilanz ihrer fünf Jahre währenden Verwandlung "vom Erstie zum Hochschulabsolventen". "Werden wir meistern, was kommt?", fragten sie sich und gaben die Antwort: "Willi Brandt sagte: "Der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, ist, sie selber zu gestalten ". Und wenn ihr euch umschaut, stellt ihr schnell fest: Auch die Zukunft werden wir nicht alleine durchstehen müssen. Es wird immer jemand da sein, der einem hilft."

Woher das Sanfte und Gute kommt?

Die Festrede hielt der Schriftsteller Jochen Missfeldt. Der 1941 in Satrup geborene ehemalige Luftwaffenoffizier ist ein vielfach ausgezeichneter Autor, dessen Gedichte, Erzählungen und Romane sich durch eine klare, schnörkellose und zugleich lyrisch verdichtete Sprache auszeichnen. Aufgrund seiner "erstaunliche(n) Fähigkeit zur literarischen Verwandlung" wurde ihm 2015 der Italo-Svevo-Preis zuerkannt.

 "Unsere Lebenserzählung", so Missfeldt, "kann nicht zu Ende erzählt werden. Alles steht unter dem Schutz des Vorläufigen". Er bekannte vor den zukünftigen Lehrerinnen und Lehrern, ein eher mittelmäßiger Schüler gewesen zu sein und zog das Fazit: "Nicht in der Beherrschung des großen und kleinen Einmaleins, nicht in der korrekten Rechtschreibung, nicht im Wissen aus Geschichte und Erdkunde, Physik und Chemie erkennen wir etwas über die Stärke eines Menschen. Unsere eigentliche Stärke ist, dass wir die Welt, in der wir leben, wachen Sinnes hereinlassen können."

Dieses Wach-Sein sei die Voraussetzung für das, was uns ausmache: "Das Menschliche ist unsere Stärke", betonte Missfeldt und schloss mit den Schlusszeilen des Gedichts "Menschen getroffen" von Gottfried Benn: "Ich habe mich oft gefragt und keine Antwort gefunden, woher das Sanfte und das Gute kommt, weiß es auch heute nicht und muss nun gehen."

Drei Preisträgerinnen und ein Preisträger

Im Anschluss wurden die Preisträgerinnen und Preisträger geehrt.

Der Preis für herausragende Leistungen der Fördergesellschaft der Europa-Universität Flensburg ging an Carmen Schumacher für ihre Master Thesis: "Peer Education-basierte Gesundheitsförderung in der Sekundarstufe II. Eine quantitative und qualitative Untersuchung zur Wirksamkeit, Akzeptanz und Durchführbarkeit der Intervention, Stressfrei durch die Sek. II‘ an einem beruflichen Gymnasium in Flensburg",  der Preis für herausragende Leistungen im Lehramtsstudium, ausgelobt von der Debeka-Gruppe, an André Kosowski  für dessen Master Thesis: "Sport- und Fitnesskaufmann/-frau und Sport-Fachmann/-frau – eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Situation in Schleswig-Holstein".

Der Preis in Anerkennung der vorbildlichen Umsetzung des Leitbildes der Universität, ausgelobt von der EUF wurde an Eunike Meyer verliehen für ihre Bachelor Thesis: "Das Verhältnis von Mann und Frau in den biblischen und koreanischen Schöpfungsgeschichten", und den DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an den deutschen Hochschulen nahm Diana Krovvidi aus Russland entgegen.

Alle Graduierten wurden mit einer Rose geehrt. Für die musikalische Untermalung sorgte der Singer-Songwriter Chris Jäger. Mit einem Empfang klang der Nachmittag aus.

Die Preisträgerinnen und Preisträger (v.li.): André Kosowski , Diana Krovvidi, Prof. Dr. Wietske de Jong-Kumru für Eunike Meyer, Carmen Schuhmacher und Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF. (Marie Wollert)