Studierende machen Schule

Wissenschaftsministerin Kristin Alheit und Bildungsministerin Britta Ernst zu Besuch bei der zweiten Schuladoption

Eine Woche Schule ohne Lehrerinnen und Lehrer: In der Grundschule Fruerlund in Flensburg unterrichten ab heute fünf Tage lang Lehramtsstudierende der Europa-Universität Flensburg (EUF). Die 22 angehenden Lehrerinnen und Lehrer werden dabei von Dozentinnen und Dozenten der Universität begleitet. Das gesamte Lehrerkollegium absolviert in dieser Zeit ein Fortbildungs- und Schulentwicklungsprogramm.

Zum Auftakt verschafften sich Kristin Alheit, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung, und Britta Ernst, Ministerin für Schule und Berufsbildung, an der Grundschule Fruerlund einen Eindruck von dieser so genannten Schuladoption.

"Ein ‚Rollentausch‘ nach dem Muster der Schuladoption – das ist nicht nur eine innovative Idee, es ist auch ein toller Ansatz um gleich zwei Ziele auf einmal zu erreichen: Lehramtsstudierende sammeln wichtige Praxiserfahrung, was ihr Studium enorm bereichert. Versierte ‚Profis‘ können jenseits der täglichen Schulroutine neue Impulse aufnehmen und sich didaktisch fortbilden", erklärte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit. "Von der Flensburger Adoptionswoche profitieren also alle. Eine Idee, die gerne adoptiert werden darf."

Bildungsministerin Ernst betonte die Vorteile der Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität: "Durch das Projekt Schuladoption arbeiten Schule und Universität über einen definierten Zeitraum gut zusammen und entwickeln so gegenseitiges Vertrauen und ein gemeinsames Verständnis von Lehrerbildung. Im Idealfall entsteht daraus ein Netzwerk zwischen Schulen und Universität mit dem Ziel, gemeinsam an einer zukunftsorientierten Lehrerinnen- und Lehrerbildung zu arbeiten."

Die Europa-Universität Flensburg organisiert die bundesweit einmalige Schuladoption zum zweiten Mal. Mit diesem Modell reagiert die Universität auf Veränderungen in Schule und Unterricht, die im gesellschaftlichen und sozialen Wandel nahezu aller europäischen Länder wurzeln. So müssen Lehrerinnen und Lehrer mit zunehmender Heterogenität der Lernenden und der gesellschaftlichen Aufgabe der Inklusion und Teilhabe Aller konstruktiv umgehen.

"Im Grunde genommen wird mit dem Projekt Schuladoption die Lehramtsausbildung vom Kopf auf die Füße gestellt", sagte Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF. "Die Studierenden entwickeln die Theorie aus der eigenen praktischen Erfahrung heraus. Für die Universität ist das Projekt daher eine innovative Form, forschungs- und erfahrungsbasiertes Lernen zu verknüpfen. Durch die Zusammenarbeit mit weiteren europäischen Ländern, insbesondere aus dem skandinavischen Raum, konnten wir so eine Antwort auf zentrale Herausforderungen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Europa finden."

Schulleiter Jürgen Schlüter freut sich auf eine anregende Woche: "Die Schule Fruerlund nimmt an der Schuladoption teil, weil dies eine einmalige Gelegenheit ist, mit dem gesamten Kollegium über den ‚Tellerrand‘ zu schauen und sich intensiv mit der Schulentwicklung auseinander zu setzen. Auch die Synergieeffekte, die sich durch die intensive Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Flensburg ergeben, nehmen wir gerne mit. Denn wann sonst haben wir als Schule die Möglichkeit, von den Ideen 22 junger und hochmotivierter ‚Berufseinsteiger‘ zu profitieren?"

Die Studierenden selbst sehen der Adoptionswoche mit Respekt entgegen: "Das ist eine Herausforderung, bei der uns viel Verantwortung übertragen wird. Zum Glück können wir sie gemeinsam und mit Unterstützung meistern. Wir sind sehr gespannt, wie wir uns nach der Woche fühlen werden", sagte Lehramtsstudentin Ann-Marieken Grade.

Am Ende der Woche wird die Schule dem Kollegium wieder übergeben. Am Mittwoch, den 9. Dezember, wird diese Übergabe feierlich gewürdigt.

Zwei gut gelaunte Ministerinnen bei der zweiten Schuladoption: Britta Ernst (links) und Kristin Alheit. (Quelle: Frank Lindscheid)