Künftig wacht der Wirbelwiesenwächter über den Campus

Heute wurde eine Betonskulptur zum Sitzen auf dem Campus eingeweiht

Eine einzigartige Sitzgelegenheit

Eine ungewöhnliche Sitzgelegenheit wurde heute Vormittag (3.7.2017) auf dem Campus Flensburg eingeweiht: Sieben unterschiedlich große "Wirbel" aus Beton, knie- bis oberschenkelhoch, bilden eine an- und absteigende, scheinbar aus der Wiese ragende Wirbelsäule. Deren letztes Element wurde heute eingesetzt.

Die Wirbelskulptur. (Emanuel Maslana)

Der Campus als kommunikativer Raum

Die Idee zu der "Wirbelskulptur" hatte Käthe Wenzel, Professorin für ästhetische Praxis an der Europa-Universität Flensburg. "Ich bin von Studierenden gebeten worden, für den Gemeinschaftsgarten Sitzgelegenheiten zu schaffen. Zugleich gibt es den Wunsch des Präsidiums, den Campus durch öffentliche Kunst stärker in einen kommunikativen Raum zu verwandeln. Beide Wünsche haben wir in der "Wirbelskulptur" vereinigt, die den Auftakt bildet für weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum des Campus."

Die Wirbel eines riesigen Fossils

Gemeinsam mit Studierenden hat Käthe Wenzel im Sommersemester Formen für die Wirbel angefertigt, insgesamt zwei Tonnen Beton verbaut, der der Universität von der Firma Thomas Beton geschenkt wurde, und gemeinsam mit Ulrike Werner vom Bauunternehmen Werner ca. 20 cm dicke Betongründungen auf verdichtetem Erdreich in 60 cm Tiefe hinter dem Gebäude Oslo nahe dem Gemeinschaftsgarten eingelassen. Die sieben gegossenen Beton-Wirbel sind somit fest im Grund verankert und witterungsbeständig. "Die Wirbel wirken wie die eines riesigen Fossils; sie suggerieren ausgestorbene Großtiere, unsichtbare Dinge unter der Oberfläche, verborgene Zeitschichten, versunkene Ereignisse und erinnern die Betrachter an ihre Position in der Zeit auf einem sehr kleinen Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft", erklärt Käthe Wenzel.

Der Gewinner des Namenswettbewerbs: "Wirbelwiesenwächter"

Die Assoziationen zu einem Urzeitwesen haben die Professorin zu einem Namenswettbewerb inspiriert, an dem alle Hochschulangehörigen teilnehmen konnten. Gewonnen hat ihn Anna Boehlmann mit dem Namensvorschlag "Wirbelwiesenwächter".  

"Ich liebe es, meine Fantasie auszuleben und fand es toll, dass die Studierenden der EUF an der Namensfindung der Skulptur teilnehmen konnten", erklärt die 23-Jährige, die im zweiten Semester Kunst und Deutsch im Bachelorstudiengang "Bildungswissenschaften" studiert. "Als ich ein Bild der Skulptur sah, erinnerte sie mich an ein märchenhaftes Fabelwesen. So hauchte ich dem Namen etwas Lebendigkeit ein. Da es einen Ort der Gemeinschaft und der Natur kennzeichnen wird, sollte es die Aufgabe haben, über uns alle zu wachen. Das inspirierte mich zum Namen Wirbelwiesenwächter."

"Der Name klingt poetisch und durch die Alliteration prägnant, und  auch der dazugehörige Text hat uns überzeugt", begründet Käthe Wenzel die Wahl der Jury.

(v.l.n.r.): Anna Boehlmann, die Erfinderin des Wirbelwiesenwächters, und Käthe Wenzel. (Quelle: Sabine Große-Aust)

„Was seine Wirbel voneinander trennen, halten wir zusammen“

Ab heute wacht also der Wirbelwiesenwächter über den Campus. "Was seine Wirbel voneinander trennen, halten wir zusammen", schreibt Anna Boehlmann in ihrem Text. " Der Wirbelwiesenwächter ist in einem Unendlichkeitsschlaf versunken. Durchquert hat er ganz Europa! Nun ist er im Herzen Europas angekommen und vereint Studenten vieler Kulturen. Schlaf schön weiter, Du riesen Wirbelwiesenwächter!"

(V.l.n.r.): Käthe Wenzel, Professorin für ästhetische Praxis an der EUF, und Hanna Steinhoff, 24, Bachelorstudentin Kunst im sechsten Semester, klopfen den siebten Wirbel aus der Form. (Quelle: Emanuel Maslama)
Der letzte Wirbel wird von der Firma Werner eingesetzt. (Quelle: Sabine Große-Aust)