„Interkulturelle Zusammenarbeit im Grenzgebiet unter der Lupe“

Deutsch-dänische Jugendkunstprojekte im Fokus

Im Rahmen des INTERREG 4a-Pojektes NEXUS wurden erstmals grenzüberschreitende Kulturprojekte für Kinder und Jugendliche untersucht. Zwei Publikationen sind innerhalb des Projektes entstanden:

-          "Grenzüberschreitende Projekte". Ein deutsch-dänisches Handbuch für Pädagoginnen und Pädagogen, hrsg. von Markus J. Herschbach, Hamburg, 2015

-          Die Dissertation von Markus Herschbach mit dem Titel: "Künstlerische Bildung im Kontext interkultureller Projekte – Eine qualitativ-empirische Untersuchung kultureller Bildungs-Erwartungen und Realitäten in Kinder- und Jugend- Kunstprojekten im deutsch-dänischen Grenzland"

"Unklare und diffuse Erwartungen sowie unterschiedliche Rahmenbedingen innerhalb der drei maßgeblichen Akteursgruppen sorgen für Defizite in der Gestaltung der Projekte", benannte Markus J. Herschbach von der EUF  bei einer Präsentation die wichtigsten Ergebnisse der Arbeiten. "Kulturverwaltungen, Kunstvermittlerinnen und jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Deutschland und Dänemark beziehen sich oftmals nicht auf die gleichen Zielsetzungen, Wünsche und Erwartungen".

Manfred Blohm, Professor für Kunst und ihre Didaktik an der EUF, sieht daher eine Möglichkeit zur Qualitätsverbesserung darin, "dass diejenigen, die pädagogisch in Projekten mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sich selbst und den anderen Beteiligten klar machen, was die Basis ihrer Projektarbeit ist". Auch Søren Harnow Klausen, Professor für Philosophie an der SDU, sieht in der Klärung der Arbeitsgrundlage den wichtigsten Handlungsbedarf: "Ein höherer Grad an Einsicht in die verschiedenen Ziele und Begründungen wird den Veranstaltern von Jugendkunstprojekten helfen können, Prioritäten zu setzen, den Aktivitäten eine klarere Richtung zu geben und unrealistische Erwartungen zu vermeiden", sagte er.

"Diese Untersuchungen sind für uns sehr wertvoll", sagte Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa. "Der interkulturelle Dialog hat im Grenzland traditionell eine besondere Bedeutung und innerhalb dieses Dialogs kommt wiederum der Kunst eine besondere Aufgabe zu – sie ermöglicht intensive Begegnungen und Austausch jenseits von Sprache. Damit das gelingen kann, muss allerdings eine Reihe von strukturellen und inhaltlichen Voraussetzungen gegeben sein. Diese Voraussetzungen sind nun erstmals für deutsch-dänische Jugendkunstprojekte untersucht worden. Mit den konkreten strukturellen und (kunst)-pädagogischen Hinweisen zur Qualitätsverbesserung können wir unser Handeln im Ministerium in Richtung einer ‚better practice‘ optimieren".

Foto (v.l.n.r.) : Søren Harnow Klausen, Professor für Philosophie an der SDU, Manfred Blohm, Professor für Kunst und ihre Didaktik an der EUF, Anke Spoorendonk, Ministerin für Justiz, Kultur und Europa und Markus J. Herschbach, wiss. Mitarbeiter an der EUF (Quelle: EUF)