Krise als Chance - Ein Jahr nach Sturm Christian ist das neue Dach der Europa-Universität Flensburg mit Solaranlage ausgerüstet

Ein Jahr nach dem verheerenden Sturm "Christian" (28.10.2013) ist das Dach der Europa-Universität Flensburg komplett erneuert.

Aber nicht nur das: "In Absprache mit der Landesregierung und der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH) haben wir auf dem neuen Dach eine Photovoltaik-Anlage mit einer Nennleistung von 36 KWpeak installiert", erklärt Gebäudemanager Axel de Haan.

Aus statischen Gründen konnten auf dem Dach nicht die üblichen Photovoltaik-Platten aufgestellt werden. Stattdessen wurde auf rund 600 Quadratmetern eine in die Dachhaut integrierte Solaranlage installiert. Sie besteht aus einer Dünnschicht-Solarfolie, die direkt auf das Blechdach aufgebracht wurde. Jährlich soll sie etwa 27.000 kWh Strom durch Sonnenenergie erzeugen. Die Anlage hat insgesamt 75.500 Euro gekostet.

"Der durch die Anlage erzeugte Strom wird zu 100 Prozent in den Universitätsgebäuden verbraucht, so dass es zu keiner Einspeisung ins öffentliche Netz kommen wird", sagt de Haan. "In Zukunft werden wir also weniger Strom einkaufen müssen".

Von Simon Laros wurden Berechnungen zu Wirtschaftlichkeit und Ertragsleistung durchgeführt. Er ist Doktorand bei Klimaforscher Olav Hohmeyer am von Fachhochschule und Europa-Universität Flensburg gemeinsam verantworteten "Zentrum für nachhaltige Energiesysteme".

"Selbst unter vorsichtigen Annahmen wird sich die Anlage in den kommenden 20 Jahren rentieren. Die Entscheidung für die Solaranlage war neben den wirtschaftlichen Gründen insbesondere aus Klimaschutzgründen sinnvoll. Durch die neu installierte Anlage werden die CO2- Emissionen der Europa-Universität Flensburg allein im nächsten Jahr um 15,3 Tonnen reduziert. Diese Menge entspricht einem Volumen von ca. 130 000 Umzugskartons." Die Realisierung der Solaranlage auf dem Dach des Hauptgebäudes bildet daher einen kleinen Schritt in Richtung "Klimaneutralität 2050". Dieses Ziel hat sich der Verein "Klimapakt Flensburg e.V." gesetzt, bei dem die Flensburger Hochschulen Mitglieder sind.

Sturm "Christian" hatte am 28.10.2013 unter die Südseite des Blechdachs der Universität gefasst. Etwa 600 Quadratmeter der Dachhaut rissen ab, wurden vom Wind aufgerollt und über das Dach getrieben, wo sie weiteren Schaden anrichteten, bevor sie an der Nordseite des Gebäudes herunterfielen und den Raucherpavillon sowie umstehende Fahrzeuge unter sich begruben. Durch das zerstörte Dach drang Regen ein. Rund 50 Räume – Labore, Seminarräume, Büros – waren monatelang unbenutzbar. Etwa 10 Monate hat die Beseitigung der Sturmschäden gedauert. Im September 2014 sind die letzten Räume saniert worden. Der vorgegebene Kostenrahmen von 2,5 Millionen Euro wurde dabei eingehalten: 1,5 Millionen Euro kostete die Instandsetzung des Daches, 1 Million die Beseitigung der Sturmschäden.

Simon Laros (Zentrum für Erneuerbare Energiesysteme) und Gebäudemanager Axel de Haan (von links) freuen sich über die neue Solaranlage. (Quelle: Kathrin Fischer)