Hummer an Heiligabend und Salsa in der Nacht

Internationale Weihnachtsfeier im Audimax Flensburg

Gustavo Rios aus Kolumbien berichtet von den Weihnachtsbräuchen seiner Heimat (Kathrin Fischer)

Etwa 350 Studierende aus 86 Ländern studieren an der Europa-Universität Flensburg. Wie feiern sie Weihnachten in ihren Ländern? Diese Frage wird jedes Jahr Anfang Dezember bei der gemeinsamen "International Christmas Celebration" von Europa-Universität Flensburg, Studentenwerk und DAAD sehr unterhaltsam beantwortet. Dieses Jahr fand sie am 6. Dezember statt. Michelle Leichum aus Kenia erzählte, dass ihre Familie am 24. 12. abends Hummer und Meeresfrüchte äße, was in Kenia nicht ungewöhnlich sei. Gustavo Rios aus Kolumbien geht dagegen nach der Bescherung Salsa tanzen. Holly aus Minnesota in den USA, die Journalistin werden will, singt mit ihrer Familie gerne ungewöhnliche Weihnachtslieder wie beispielsweise: "Grandma got run over by a reindeer", was davon handelt, wie Großmutter vom Rentierschlitten überfahren wird und Großvater das mithilfe von Bier ganz gut überwindet.

Narine Kostandyan aus Armenien zeigt einen traditionellen Tanz (Kathrin Fischer)

Etwa 200 Studierende aus aller Welt hatten am Nikolausabend ihren Weg in das weihnachtlich geschmückte Audimax gefunden, um zu sehen, was ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen so auf die Beine gestellt hatten. Neben den Weihnachtsbräuchen anderer Länder standen traditionelle Tänze und Lieder aus Russland und Armenien auf dem gut einstündigen Programm, der "Indian Dance" mit Sivaji Singh und Charan Akupati entpuppte sich als eine Art Bollywood-Hip Hop und versetzte die Anwesenden in Begeisterung.

In einer "International fashion show" zeigten die Studierenden traditionelle Kleidung aus 12 Kulturen wie beispielsweise Nepal, Pakistan, Kurdistan, Schottland, den Südsudan oder den USA. Das schöne Prinzip dahinter: Kostüme und Nationen wurden gemischt, Studierende aus Italien präsentierten sich in bayrischen Lederhosen, studentische Hilfskräfte aus Deutschland mit peruanischem Hut, die AStA-Vorsitzende in pakistanischem Sari.

Lucila Morales de Mittag aus dem International Center hatte das Spektakel vorbereitet, gemeinsam mit internationalen Studierenden, einige von ihnen geflüchtet. An der EUF studieren z.Zt. etwa 20 Geflüchtete, überwiegend in den englischsprachigen Europa-Studiengängen.

Wie sehr die internationalen Studierenden den Campus verändern und bereichern, wurde am Mittwoch wieder deutlich. In den Büffet-Schlangen wurde Englisch und Deutsch gesprochen, aber auch Arabisch, Paschtu, Urdu, Swahili, Spanisch und vieles mehr. Viele der Studierenden sind Muslime, Hindu oder Atheisten, am rot gekleideten Nikolaus hatten sie dennoch ihren Spaß. "Internationalisierung ist kein Selbstzweck", sagte Ulrike Bischoff-Parker, die Leiterin des International Center der EUF. "Sie ist die Voraussetzung dafür, dass unsere Studierenden in der Welt bestehen und sie begreifen, denn diese Welt wird durch Globalisierung und Migration immer vielfältiger. Dass Vielfalt erfüllend sein kann, haben wir heute Abend wieder gemerkt."

Der Nikolaus durfte nicht fehlen. (Kathrin Fischer)
Völlig gebannT: Michelle Leichum aus Kenia und Holly McCamant aus den USA. (Katrin Fischer)