Koordinationstraining verändert das Gehirn und kann Sportverletzungen vorbeugen

Jochen Baumeister hält Einladungsvortrag zur Neuroplastizität durch Koordinationstraining in der Verletzungsprävention auf der IOC World Conference on Prevention of Injury & Illness in Sport in Monaco.

Über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 95 Ländern

Über 1000 Teilnehmer aus 95 Ländern kamen zur 5. IOC World Conference on Prevention of Injury & Illnesses im Grimaldi Forum vom 15. bis 18. März 2017 in Monaco zusammen. In fünf Hauptvorträgen, 33 Symposien, sowie verschiedenen Workshops und Kurzvorträgen wurden die neuesten Ergebnisse aus den Bereichen Verletzungsprävention und Krankheitsvorbeugung im und durch Sport vorgestellt und diskutiert.

Rolle des Gehirns in der Prävention von Sportverletzungen

Prof. Dr. Jochen Baumeister vom Institut für Gesundheits-, Ernährungs- und Sportwissenschaften (Arbeitsgruppe Exercise Neuroscience & Health) der Europa-Universität Flensburg (EUF) war vom International Olympic Committee (IOC) eingeladen, über die Rolle des Gehirns in der Prävention von Sportverletzungen zu referieren. In einem gemeinsamen Symposium mit Kollegen aus den USA, den Niederlanden und Schweden stellte er in seinem Vortrag "Neuroplasticity – from theory to practice in ACL prevention" die neuesten Erkenntnisse seiner Arbeitsgruppe im Themengebiet Prävention von vorderen Kreuzbandverletzungen im Sport dar und erläuterte anhand seiner Forschung eine neue "Gehirnperspektive" in der Vorbeugung dieser Sportverletzungen. Diese beschreibt neuroplastische Veränderungen in einem Schlüsselnetzwerk im Gehirn, dass sowohl für die Bewegungskontrolle, wie auch für kognitive Leistungen eine herausragende Rolle spielt. Dadurch scheint Koordinationstraining nicht nur in der Prävention von Sportverletzungen, sondern für die Prävention von neurologischen Erkrankungen wie. z.B. Demenz eine entscheidende Rolle spielen zu können. Das IOC bezeichnete den Kongress abschließend als großen Erfolg und Meilenstein im Hinblick auf Prävention durch Sport und Bewegung.

Die “IOC World Conference on Prevention of Injury & Illness in Sport”

Mit dem fünften vom IOC eigens organisierten Kongress zum Thema wird das starke Interesse internationaler Verbände an gesunden und optimal vorbereiteten Athleten ebenso wie die Veränderung der Sichtweise der Fachdisziplinen zu einer präventiven Sichtweise deutlich.Die alle drei Jahre in Monaco stattfindende Konferenz soll den internationalen Wissenschaftlern eine optimale Plattform für einen inhaltstiefen und konstruktiven Austausch bieten, neueste Ergebnisse und Erkenntnisse präsentieren und die daraus ableitbaren Anforderungen an Präventionsmechanismen und –programme zur Diskussion stellen.

Die Arbeitsgruppe Exercise Neuroscience & Health, Europa-Universität Flensburg

Die Arbeitsgruppe Exercise Neuroscience & Health (ENH) existiert seit der Besetzung des Lehrstuhls Sport und Gesundheit an der EUF (Prof. Dr. Jochen Baumeister) im Jahr 2016 und beschäftigt sich aus seiner neurophysiologischen Perspektive mit dem Zusammenhang von Gehirn und Sport zur Wiederherstellung und dem Erhalt von Gesundheit und der Entwicklung von Leistung. Handlungsfelder sind neben der Schule (Bewegung und kognitive Leistung) auch Rehabilitation und Prävention von Sportverletzungen sowie durch Beteuungsaktivitäten von Athleten und Sportteams in Deutschland (Fußball- und Handball-Bundesliga) und Norwegen (Biathlon, Skispringen und nordische Kombination) auch der Leistungssport.

Kontakt:

Prof. Dr. Jochen Baumeister

Institut für Gesundheits-, Ernährungs- und Sportwissenschaften

Europa-Universität Flensburg

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Prof. Dr. Jochen Baumeister beim IOC. (Quelle:EUF)