„Anerkennung kein Problem“

Europa-Universität Flensburg wird mit DAAD-Preis "Bologna hub" ausgezeichnet

Der diesjährige Förderpreis "Bologna hub – Preis zur Anerkennung" des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) wurde gestern (28.11.) an die Europa-Universität Flensburg (EUF) verliehen. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert und zeichnet innovative Ansätze und beispielhafte Modelle zur Förderung der Mobilität in Studiengängen der Lehramtsausbildung, Medizin und Rechtswissenschaften aus

Lehramtsstudierende gehen seltener ins Ausland

Lehramtsstudierende sind deutlich weniger international mobil als Studierende anderer Studiengänge. "Dass Lehramtsstudierende seltener ins Ausland gehen, hat viele Gründe", sagte Ulrike Bischoff-Parker, Leiterin des International Center der EUF. "Es liegt beispielweise an der komplexen Struktur der Studiengänge, die dazu führt, dass ein Auslandssemester einen höheren Organisationsaufwand bedeutet, aber auch daran, dass ein Auslandsaufenthalt für das spätere Berufsleben bei Lehrerinnen und Lehrern kaum eine Rolle spielt."

Innovatives Maßnahmenpaket

70% der Studierenden der EUF sind in einen Lehramtsstudiengang eingeschrieben. Die EUF hat daher ein Maßnahmenpaket entwickelt, um im Bachelorstudiengang "Bildungswissenschaften" einen Auslandsaufenthalt deutlich zu erleichtern. Dieses vom DAAD ausgezeichnete Paket hat vor allem den Abbau struktureller Mobilitätshindernisse zum Ziel und besteht aus einem Mobilitätsfenster im fünften Semester, Transparenz und Sicherheit bei der Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen durch eine zentrale Anerkennungsstelle, zentralisierte Information und Beratung der Lehramtsstudierenden im International Center sowie dem Aufbau einer Suchdatenbank für anerkannte Kursleistungen aus dem Ausland.

Eine zentrale Anerkennungsstelle

Die Quote der sogenannten "Outgoings" im Lehramtsstudium konnte dadurch von etwa 6% 2014/2015 auf mehr als 11% 2015/2016 gesteigert werden. Als besonders hilfreich hat sich dabei die Implementierung einer zentralen Anerkennungsstelle erwiesen. "Wir konnten so für die Studierenden Sicherheit schaffen und für alle Beteiligten den Aufwand reduzieren", erklärte Ulrike Bischoff-Parker.

Überwiegend Höchstnoten

 "Das Konzept überzeugte hier die Gutachter, die durchweg überwiegend Höchstnoten vergaben. Es gibt klare Strukturen auch bei der Anerkennung und die Auslandsmobilität ist flexibel möglich. Sie wird seitens der Hochschule begrüßt. Es gibt über 60 Partnerhochschulen in Europa und weitere 25 weltweit", lobte Martin Schifferings, Leiter des Referats Erasmus+ Politikunterstützung beim DAAD, das Konzept in seiner Festrede zur Verleihung des Preises. "Das Preisgeld soll u.a. dazu verwendet werden, das Beratungskonzept weiter auszubauen."

Internationalisierung des Lehramtes bedeutsam

"Wir freuen uns sehr, dass mit diesem Preis unsere innovativen Maßnahmen gewürdigt werden, Lehramtsstudierenden ein Auslandsstudium strukturell zu erleichtern", sagte der Präsident der EUF, Werner Reinhart. "Die Europa-Universität Flensburg ist überzeugt von der Bedeutung der Internationalisierung des Lehramtsstudiums. Denn Interkulturalität ist eine Grundvoraussetzung, um angehende Lehrerinnen und Lehrer auf den Schulalltag in einer von Vielfalt geprägten Welt und auf den Umgang mit Diversität vorzubereiten."

Foto (v.l.): Ulrike Bischoff-Parker, Leiterin des International Center der Europa-Universität Flensburg, nimmt den „Bologna hub – Preis zur Anerkennung“ von Martin Schifferings, Leiter des Referats Erasmus+ Politikunterstützung beim DAAD, entgegen. (Copyright: DAAD / Philipp Kirschner)