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Streetsoccerfield, Toilette und Kommunikation für Hilfshunde

Das zweite Service Learning Projekt an der EUF schließt erfolgreich ab

Etwa 35 000 Euro haben 14 Management-Studierende der Europa-Universität Flensburg im vergangenen Semester eingeworben. Mit dem Geld können die Sportpiraten Flensburg e.V. ein Streetsoccerfield bauen und der Kulturhof e.V. eine barrierefreie und behindertengerechte Toilette einrichten. Die Unterstützung haben die Studierenden den gemeinnützigen Organisationen im Rahmen des Projektseminars "Service Learning" am Internationalen Institut für Management und ökonomische Bildung (IIM) der Europa-Universität Flensburg zukommen lassen. Das Seminar fand zum zweiten Mal statt. Am heutigen Montag (26.2.) wurde der erfolgreiche Abschluss des Projekts öffentlich gefeiert. 

Drei gemeinnützige Organisationen unterstützt

"Wir sind mit dem Projektergebnis sehr zufrieden", betont Initiator Thomas Behrends, Professor für Personal & Organisation am IIM. "Die Studierenden haben sich wieder mächtig ins Zeug gelegt und nahezu alle Ziele erreicht."

Die Studierenden-Teams haben im Rahmen des Seminars drei gemeinnützige Organisationen unterstützt: Die Sportpiraten Flensburg e.V., den Kulturhof e.V. und den Besuchs- und Begleitdienst mit Hunden vom Malteser Hilfsdienst e.V. Für letztgenannten haben die Studierenden ein Konzept zur Verbesserung der internen und externen Kommunikation erarbeitet.

"Es ist schön, etwas Bleibendes von gesellschaftlicher Relevanz zu schaffen"

Samira Weihs, Katrin Hintze, Finja Wiekhorst und Wiebke Rönnau haben gemeinsam 28 500 Euro für das Streetsoccerfield der Sportpiraten Flensburg e.V. eingeworben. "Das war sehr viel teils frustrierende, teils ermutigende Arbeit", sagen die vier, "aber am Ende hat es sich gelohnt. Wir haben unglaublich viel gelernt und freuen uns wahnsinnig, dass wir etwas Bleibendes von gesellschaftlicher Relevanz schaffen konnten." Die Sportpiraten Flensburg e.V. betreiben mit dem Schlachthof den zweitgrößten BMX- und Skatepark Deutschlands. "Schon lange gibt es die Sehnsucht nach einem Streetsoccerfield. Das können wir nun im Rahmen unserer Vergrößerung bauen, und das ist toll", freut sich Geschäftsführer Dirk Dillmann.

Demokratiepädagogische Ziele

"Service Learning verfolgt demokratiepädagogische Ziele, indem es soziales Engagement und erfahrungsbasiertes Lernen miteinander verbindet. Auf diese Weise stärkt es das zivilgesellschaftliche Bewusstsein unserer Studierenden, schafft Empathie und überwindet die oftmals allzu ausgeprägte Distanz zwischen Wissenschaft und lebensweltlicher Praxis", sagt Thomas Behrends.  

Eine Methode, die gut zum Flensburger Managementstudium passt

Die Methode passe aus zwei Gründen gut zum Flensburger Managementstudium. "Zum einen spielen bei uns die gesellschaftlichen Auswirkungen sowie die ethische Dimension wirtschaftlichen Handelns und betrieblicher Praxis grundsätzlich eine wichtige Rolle. Zum anderen beschäftigen wir uns in einem unserer Vertiefungsschwerpunkte mit den Besonderheiten kleiner und mittlerer Unternehmen, den sogenannten KMUs. Diese weisen aus Managementsicht in Teilen ganz ähnliche Strukturmerkmale, Stärken und Schwächen auf wie die von uns unterstützten gemeinnützigen Organisationen."

Beide Organisationstypen seien weniger formalisiert, weniger komplex und weniger spezialisiert als Großunternehmen. "In der Folge sind sie einerseits oftmals etwas persönlicher und unbürokratischer, manchmal aber eben auch etwas chaotischer. In unserem Service Learning Projekt machen die Studierenden also unmittelbar Erfahrungen mit den Eigentümlichkeiten klein- bzw. mittelbetrieblicher Arbeitswirklichkeiten."

"Service Learning" geht in die dritte Runde

Neben dem gesellschaftlichen Nutzen und der persönlichen Entwicklung der Studierenden stellt Thomas Behrends diese Praxiserfahrung als dritten wichtigen Lerngewinn des Projekts dar. Das Projekt wird daher im Frühjahr 2018 erneut angeboten. Als teilnehmende Organisationen stehen bislang fest: Die engagierte Stadt, Kulturwerkstatt Kühlhaus e.V. sowie Wagemut Flensburg, eine pro familia-Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Mädchen und Jungen.

Foto: (v.l.): Prof. Dr. Thomas Behrends (Projektleiter), Dirk Dillmann (Geschäftsführer Sportpiraten Flensburg e.V.), Inola (Besuchshündin), Brigitte Becker (Kulturhof e.V.), Manuela Marquardsen (Hundetrainerin beim Besuchs- und Begleitdienst mit Hunden vom Malteser Hilfsdienst e.V.). (Quelle: Kathrin Fischer)