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„Es kommt darauf an, Staaten zu verbinden“

Der südafrikanische Gesandte RA M.A. Cassimjee zu Besuch an der Europa-Universität Flensburg

Der Gesandte der südafrikanischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, RA M.A. Cassimjee, bei seinem Vortrag. (Kathrin Fischer)

Der Gesandte der südafrikanischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland, RA M.A. Cassimjee, hat bei einem Besuch an der Europa-Universität Flensburg Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet. Initiiert hatten den Besuch Prof. Dr. Ralf Wüstenberg von der EUF und Dr. Zeina Barakat vom Center for Reconciliation Studies der Uni Jena. "Wir sind sehr an einer Kooperation interessiert", sagte Uni-Präsident Prof. Dr. Werner Reinhart. "Südafrikas beeindruckende politische Entwicklung nach dem Ende der Apartheit kann Studierenden auch aus der Europäischen Union verdeutlichen, was Frieden, Leidenschaft und Menschlichkeit bedeuten können." Er habe das Wort "Ubuntu" gelernt, das aus der Bantusprache der Zulu stamme, eine afrikanische Lebensphilosophie bezeichne und in etwa Menschlichkeit, Demut oder Gemeinsinn bedeute, sagte Reinhart.

Südafrika feiert den 100. Geburtstag Nelson Mandelas

Nelson Mandela habe diese Philosophie gelebt, betonte der südafrikanische Gesandte in seinem öffentlichen Vortrag über den ersten schwarzen Präsidenten seines Landes, dessen hundertster Geburtstag sich in diesem Jahr jährt.

In der "Regenbogennation" Südafrika gehöre Diversität zum Alltag, sagte RA M.A. Cassimjee,  und zitierte aus der Präambel der südafrikanischen Verfassung: "Wir, die Menschen Südafrikas, erkennen die Ungerechtigkeiten unserer Vergangenheit; ehren diejenigen, die für Gerechtigkeit und Freiheit in unserem Land gelitten haben; respektieren diejenigen, die dafür gearbeitet haben, unser Land aufzubauen und zu entwickeln; und vertreten die Auffassung, dass Südafrika allen gehört, die darin leben, vereint in unserer Vielfalt."

Eine Parallele zwischen dem afrikanischen und dem europäischen Kontinent

Inwieweit die Europäische Union von Südafrikas Entwicklung lernen könne, war eine Frage der anschließenden Diskussion, die offenblieb. Doch eine Parallele zwischen dem afrikanischen und dem europäischen Kontinent zog RA M.A. Cassimjee: "Es kommt darauf an, Staaten miteinander zu verbinden."

v.l.n.r.: Dr. Zeina Barakat, Uni Jena, Prof. Dr. Ralf Wüstenberg, Professor für Evangelische Theologie mit dem Schwerpunkt systematische und historische Theologie an der EUF, Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF, Botschaftsrat Michael Basson, Gesandter RA M.A. Cassimjee. (Kathrin Fischer)