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„Wo sind die Container?“

Finanzministerin Monika Heinold übergibt erste Container an Europa-Universität

Insgesamt 54 Container unter der Blech-Verkleidung

Überdacht und verkleidet: Die beiden neuen Containerbauten, die insgesamt 800 Quadratmeter Seminar- und Bürofläche bieten. (Quelle: Tim Riediger)

Flensburg. Finanzministerin Monika Heinold hat heute die ersten beiden Containerbauten für Hochschulen an die Europa-Universität in Flensburg übergeben.

"Ich bin hier, um mir das Ergebnis anzuschauen, und ich bin sehr beeindruckt", sagte die Ministerin angesichts der verkleideten Gebäude, die kaum an Container erinnern, was den Präsidenten der Europa-Universität Flensburg, Prof. Dr. Werner Reinhart, spaßeshalber zu der Frage verleitete: "Wo sind die Container?"

Insgesamt 54 Container stecken unter der Blech-Verkleidung der ersten beiden Bauten auf dem Parkplatz vor Gebäude Oslo. Wenn alle Container aufgestellt sein werden, werden es 270 Einzelcontainer sein, die in zehn Bauten zusammengefasst sein werden.

Hochschulräume aus Containerkontingenten für Geflüchtete

Innen hell und geräumig: Prof. Dr. Michael Ruck hält das erste Seminar in den neuen Räumen. (Quelle: Tim Riediger)

Die Hochschulen des Landes haben im Zuge der erheblich ansteigenden Studierendenzahlen, zum Teil aus den doppelten Abiturjahrgängen, deutlichen Platzmangel, weshalb Gebäude angemietet werden mussten.

Das Land hat dazu eine Alternative geboten: Es hatte 2015 für rund 40 000 Flüchtlinge Container erworben. Aufgrund des Rückgangs der Flüchtlingszahlen wurden diese Container nicht für Erstaufnahmeeinrichtungen gebraucht. Aus den schon angeschafften Containerkontingenten hat das Land nun Räumlichkeiten für die Hochschulen bereitgestellt.

Insgesamt sind am Hochschulcampus Flensburg 507 Einzelcontainer an verschiedenen Standorten als Gebäude für Verwaltungs- aber auch Lehrtätigkeiten vorgesehen. Die Kosten hierfür belaufen sich insgesamt auf rd. 13 Mio. Euro. Alle Container am Standort Flensburg sollen bis zum Beginn des Wintersemesters 2017 zur Verfügung stehen.

"Eine unkonventionelle Übergangslösung"

"Eine gute Übergangslösung" - Finanzministerin Heinold im ersten Seminar, das in den neuen Räumen abgehalten wird. (Quelle: Tim Riediger)

Finanzministerin Monika Heinold: dankte der Stadt Flensburg für die besondere Unterstützung bei der Planung dieser Maßnahmen. "Die Containergebäude sind eine gute Übergangslösung. Das Land kann nicht mehr benötigte Container sinnvoll weiterverwenden und die Hochschulen kommen schnell an dringend benötigte Räume. Das nennt man eine Win-Win-Situation. Ich wünsche den Hochschulangehörigen hier viel Erfolg beim Forschen und Lernen."

An der Europa-Universität Flensburg freut man sich, die ersten beiden Container endlich in Betrieb nehmen zu können. "Unsere Universität wächst und damit steigt der Flächenbedarf", sagt Kanzler Frank Kupfer. "Deshalb sind wir froh, dass die ersten Container nun Linderung bringen und die Bagger für die weiteren Container bereits arbeiten."

Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF, dankt der Landesregierung "für diesen Beitrag zur Stärkung der universitären Infrastruktur durch eine unkonventionelle Übergangslösung."

Landesweit 900 Container für rund 20 Millionen Euro

Insgesamt erhalten die Hochschulen in Schleswig-Holstein rund 900 Container für insgesamt rund 20 Mio. Euro. Bislang sind Containergebäude an folgenden Hochschulen vorgesehen:

-       Christian-Albrechts-Universität

-       Fachhochschule Kiel

-       Stiftungsuniversität Lübeck

-       Fachhochschule Lübeck

-       Europa-Universität Flensburg

-       Hochschule Flensburg

Das erstmalige Betreten der neuen Container: Prof. Dr. Werner Reinhart, Präsident der EUF, Monika Heinold, schleswig-holsteinische Finanzministerin, Frank Kupfer, Kanzler der EUF. (v.l.n.r., Quelle: Tim Riediger)