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„Meine Arbeit beginnt dort, wo Medien sich treffen“

Claudia Schmitz war die erste "Artist in Residence" der Europa-Universität Flensburg

Windhosen und Pneumatische Plastiken, Hybridformen aus Kunststoff und organischen Materialien – die Medienkünstlerin Claudia Schmitz hat als erste "Artist in Residence" eine Woche lang im Modul1 öffentlich gearbeitet. "Es war eine Mischung aus Stipendium und Lehrauftrag", charakterisiert die 41-Jährige ihren Aufenthalt. "Studierende durften und sollten mir über die Schulter schauen, während ich eine pneumatische Plastik erstellt habe."

Vielfältige Auseinandersetzung mit Grenzen

Medienkünstlerin Claudia Schmitz vor ihrer pneumatischen Plastik (Kathrin Fischer)

Claudia Schmitz hat an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert und ihr Diplom u.a. bei VALIE EXPORT gemacht. Sie ist international tätig und vielfach ausgezeichnet worden: Unter anderem mit dem Balmoral-Auslandsstipendium für Korea (2017) des Landes Rheinland-Pfalz, dem Futropolis-Preis für die Stadt der Zukunft (2014), Stiftung Künstlerdorf Schöppingen 2012 und 2014, AREnschede Artist in Residence, NL 2013.

Ihr Werk setzt sich mit Grenzen auseinander: Grenzen der Wahrnehmung, reale und erdachte Barrieren, liquide Prozesse, Körperdiskurse. "In Flensburg habe ich eigene Haare in eine durch Luftzug gesteuerte Skulptur aus recycelten Plastiktüten implantiert. Die Kombination spricht über Themenfelder wie Wertvoll und Abfall, Künstlich und Natürlich, Organik und Maschine."

Neue Formen von Raum und Erleben

Claudia Schmitz verwendet Essen, Pneumatische Plastik, Multidimensionale Zeichnung und Bewegtbild, um neue Formen von Raum und Erleben zugänglich zu machen. "Im Schaufenster des Modul1 habe ich die Arbeit ‚In Between‘ installiert, die im letzten Jahr z.B. in New York City, Berlin, Budapest und HongKong gezeigt wurde. Hängende Windhosen aus reaktivierten geschweißten Plastiktüten, auf die ein Video projiziert wir: Die Arbeit ‚In Between‘ zeigt Aufnahmen vom Mittelmeer, die tief zweischneidige Assoziationen von Freiheit und Ertrinken hervorrufen. Die Arbeit stellt scharfe, notwendige Fragen nach Privilegien, Verschwendung, dem Teilen von Reichtum und dem Wert von menschlichem Leben."

"Artist in Residence" als Teil der neuen Professur für ästhetische Praxis

Claudia Schmitz und Prof. Käthe Wenzel (Kathrin Fischer)

Die Idee, an der Europa-Universität Flensburg ein Künstlerstipendium einzurichten, hatte Käthe Wenzel. Die 44-Jährige, selbst Künstlerin, ist seit August 2016 Professorin für Ästhetische Praxis. "Es ist sehr wichtig für Studierende, dass sie mit Künstlerinnen und Künstlern persönlich sprechen können, ihnen beim Arbeiten zusehen zu können, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, was es bedeutet, Kunst zu machen und von Kunst zu leben", erklärt sie ihr Konzept. "Ich freue mich sehr, dass an der Europa-Universität Flensburg nun Atelierbesuche vor Ort möglich sind." Künftig wird jedes Jahr ein "Artist in Residence" die EUF besuchen.

Als nächste Künstlerin wird im Sommer die Buchkünstlerin Robbin Ami Silverberg aus Brooklyn in Flensburg zu Gast sein.

www.cces-claudiaschmitz.de