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Matheolympiade beliebt wie nie

Die schleswig-holsteinische Landesrunde der 56. Mathematikolympiade startet mit höchsten Teilnehmerzahlen

Ein Drittel mehr Teilnehmende als im vergangenen Jahr

Die schleswig-holsteinische Landesrunde der 56. Mathematikolympiade wird vom 24. bis zum 25. Februar 2017 an der Europa-Universität Flensburg ausgetragen. Zwei Tage lang  werden 197 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13, die Spaß am Lösen schwieriger mathematischer Aufgaben haben, in altersgerechten Klausuren gegeneinander antreten. "Damit sind die Anmeldezahlen erneut gestiegen und liegen um ein Drittel höher als im vergangenen Jahr", freut sich Hinrich Lorenzen, Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der Europa-Universität Flensburg und seit 14 Jahren schleswig-holsteinischer Landesbeauftragter für die Matheolympiade.

Faszination von Mathematik vermitteln

Die steigende Zahl von teilnehmenden Schülerinnen und Schülern zeigt, dass der Stufen-Wettbewerb Mathematik-Olympiade ein geeignetes Instrument ist, Kindern und Jugendlichen die Faszination der Mathematik zu vermitteln, ist Jürgen Prestin überzeugt, Professor für Mathematik an der Universität Lübeck und Vorsitzender des Vereins Mathematik-Olympiaden e.V. "Der nach Altersstufen gegliederte Wettbewerb für die Klassen 3 bis 13 erfordert logisches Denken, Kombinationsfähigkeit und kreativen Umgang mit mathematischen Methoden. Die Teilnahme am Wettbewerb regt häufig zu einer weit über den Unterricht hinausreichenden Beschäftigung mit der Mathematik an", betont er.

Austausch mit Mathematiklehrerinnen und -lehrern

Für Hinrich Lorenzen stellt der Wettbewerb nicht nur eine gute Gelegenheit dar, das Interesse zahlreicher Kinder am Fach zu wecken und Mathebegabungen zu entdecken und zu fördern. Für den passionierten Mathematiker bietet die Olympiade auch die Möglichkeit, viele Kontakte zu Schulen aus der Umgebung zu knüpfen und die Zusammenarbeit und den Austausch mit den Mathematiklehrerinnen und -lehrern zu fördern. Hinrich Lorenzen ist überzeugt, dass der Mathematikunterricht weiter reformiert werden muss. "Mathematik hat viel weniger mit Rechenfertigkeiten zu tun als mit dem Umgang von Begriffen und Sprache", betont er. "Sie ist in erster Linie ein kreativer Denkprozess. Oft sind sehr unterschiedliche Lösungswege für nur eine Problemstellung möglich. Uns interessiert daher weniger das Ergebnis einer Aufgabe als die Frage, wie jemand auf eine bestimmte Lösung gekommen ist".

Förderwürdig: Mathematik als Geisteswissenschaft

Dieser Ansatz hat die Flensburger Pressestiftung überzeugt. Sie unterstützt die jährlichen Mathematikwettbewerbe, die die Abteilung Mathematik und ihre Didaktik an der Europa-Universität Flensburg ausrichtet. "Mathematik wird hier als Geisteswissenschaft verstanden", erklärt Gert Bendixen, Vorstandsvorsitzender der Pressestiftung. "Dadurch wird die Freude am rational-logischen Denken gefördert. Es geht nicht um die korrekte Wiederholung definierter Einzelschritte, sondern um Problemverständnis und Eigenständigkeit."

Siegerehrung am Samstag

Freitagnachmittag und Samstagvormittag schreiben die Schülerinnen und Schüler ihre Klausuren. Am Samstagnachmittag können sie im Rahmenprogramm Flensburg kennenlernen, als PISA-Polizei durch die Fußgängerzone ziehen oder weiter an mathematischen Knobeleien tüfteln. Anschließend geht es zur Siegerehrung. Die zwölf erfolgreichsten Olympioniken der Klassenstufe 8 bis 13 qualifizieren sich für die Bundesrunde der Mathematik-Olympiade Anfang Mai in Bremerhaven.

Weitere Infos unter: http://www.uni-flensburg.de/mathematik/wettbewerbe/sekundarschule/landesrunde/ablauf-der-landesrunde/

Foto (v.l.n.r.): Uwe Leck, Professor für Mathematik an der EUF und Vorstandsmitglied von Mathematik-Olympiade e.V., Lilly Kastner, Leibniz Gymnasium Bad Schwartau, 11-jährige blinde Teilnehmerin der Landesrunde (vorne), Jürgen Prestin, Professor für Mathematik an der Universität zu Lübeck und Vorsitzender von Mathematik-Olympiade e.V., Gert Bendixen, Vorstandsvorsitzender der Pressestiftung, Hinrich Lorenzen, Professor für Mathematik und ihre Didaktik an der EUF und schleswig-holsteinischer Landesbeauftragter für die Matheolympiade (hinten). (Kathrin Fischer)