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Erster „Open Science Award“ des Landes Schleswig-Holstein geht an die Europa-Universität Flensburg

Die Online-Plattform "Open Power System Data" (OPSD) gewinnt den erstmals vom Land ausgelobten "Open Science Award". Die Plattform stellt zentralisiert Daten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Analystinnen und Analysten im Bereich der Stromsystemmodellierung bereit.

Ein Projekt, das Maßstäbe setzt

"Dieses Projekt setzt in mehrfacher Hinsicht Maßstäbe", begründete Wissenschaftsministerin Alheit die Preisvergabe. "Zum einen zeigt es vorbildlich, welche Wissenspotenziale digitale Vernetzung in der Forschung freisetzen kann. Wenn viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Institute eine einheitliche Datenbasis nutzen können, schafft das nicht nur Vergleichbarkeit, sondern auch enorme Synergien. Zum anderen bringt das Projekt auf eine sehr praktische Weise die Energiewende voran und dient damit dem Klimaschutz".

Energiedaten zentralisiert zu Verfügung stellen

Martin Jahn von der Europa-Universität Flensburg, die das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) geförderte Projekt gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), der Technischen Universität Berlin und der Neon Neue Energieökonomik GmbH bearbeitet, erklärt dessen Ziel so: "Wir wollen alle wichtigen Eingangsdaten zur Modellierung des deutschen und europäischen Stromsystems einheitlich an einem Ort bereitstellen. "Open Power System Data" sorgt so für eine bessere Datenqualität und einen schnelleren Zugriff auf diese Daten und unterstützt damit Simulationen des deutschen bzw. europäischen Energiesystems. Diese Simulationen sind unverzichtbar Teil der Forschung zu konkreten Fragestellungen künftiger Energiesysteme: Welche Kraftwerke bis wann benötigt werden, welcher Netzausbau nötig ist, welche Kosten entstehen etc. Alle Daten werden auf der Projekthomepage (www.open-power-system-data.org) zur Verfügung gestellt."

Ein Projekt mit transformativem Potential

OPSD sortiert, verarbeitet und vereinheitlicht Daten und führt so an unterschiedlichen Stellen vorhandenes Rohmaterial für alle nutzbar zusammen. Das Projekt kooperiert dabei eng mit Nutzerinnen und Nutzern. "So hat OPSD einen direkten praktischen Nutzen und bereitet darüber hinaus den Boden, offene Forschung zum Energiesystem langfristig in der Gesellschaft zu verankern. Das transformative Potential von OPSD passt sehr gut in das Profil der Europa-Universität Flensburg", würdigte der Präsident der EUF, Prof. Dr. Werner Reinhart, die Datenplattform.

Schleswig-Holstein kann in Sachen Digitalisierung in der Spitzengruppe mitspielen

"Die Plattform "Open Power System Data" zeigt, dass Schleswig-Holstein in Sachen Digitalisierung in der Spitzengruppe mitspielen kann und folgt nicht nur damit einem erklärten wissenschaftspolitischen Ziel der Landesregierung: Kooperation und Vernetzung über die Landesgrenzen hinaus", betonte Wissenschaftsministerin Alheit.

Der neue Open-Science-Award ist mit 2000 Euro dotiert und ein weiterer Baustein der Digitalisierungs-Strategie des Landes für die Hochschulen. Schleswig-Holstein hat als erstes Bundesland eine umfassende "Open Access Strategie" vorgelegt. Der Open Science Award ist ein weiteres Element dieser Strategie, die freien Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen gewährleisten soll. Im Anschluss an die Einrichtung eines Publikationsfonds, mit dem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ohne eigenes finanzielles Risiko in Open Access publizieren können, soll über den Open Science Award einen Anreiz zur Weiterentwicklung bestehender Strukturen gesetzt werden.

Der Preis wird im Rahmen des jährlichen Hochschulempfangs am 1.2. 2017 verliehen.

Foto (v.l.): Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer, EUF-Präsident Prof. Dr. Werner Reinhart, die Preisträger: Wolf-Dieter Bunke, Kristian Reincke, Martin Jahn. (Michael Staudt)