Von Flensburg in die Welt

Das International Center ermuntert seit 20 Jahren Hochschulangehörige, ins Ausland zu gehen

Gegründet als Akademisches Auslandsamt

Seit zwanzig Jahren gibt es das International Center an der Europa-Universität Flensburg.

1996 wurde es als Akademisches Auslandsamt an der damaligen "Bildungswissenschaftlichen Hochschule Flensburg (Universität)" eingerichtet. "Damals wurde auch die "Erasmus Charter" unterzeichnet, die für die Teilnahme am europäischen Förderprogramm Erasmus nötig ist", erinnert sich die Leiterin des International Center, Ulrike Bischoff-Parker, die das Center aufgebaut hat.

2012 wurde das Fremdsprachenzentrum gegründet und mit dem Akademischen Auslandsamt im International Center zusammengefasst.

Mit der Umbenennung in Europa-Universität Flensburg im Jahr 2014 sind die Aufgaben des International Center deutlich gewachsen: "Die EUF hat bald darauf eine Internationalisierungsstrategie beschlossen, für deren Umsetzung wir als International Center maßgeblich verantwortlich sind", erklärt Ulrike Bischoff-Parker.

Die Hochschule wird internationaler

"Zentrale Vorhaben dieser Strategie sind der Ausbau strategischer Partnerschaften mit europäischen Hochschulen, eine stärkere internationale Vernetzung innerhalb der Forschung, die Internationalisierung von Campus und Webauftritt und die Erhöhung der Mobilität von Studierenden und anderen Hochschulangehörigen," erklärt Prof. Dr. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales.

Möglichst 20% aller Studierenden sollen während ihres Studiums einmal im Ausland gewesen sein, die englischsprachige Lehre soll erhöht, weitere Doppelabschlüsse ermöglicht und vor allem die Lehrerinnen – und Lehrerbildung internationalisiert werden.

"Insgesamt haben wir bereits Fortschritte gemacht", freut sich Ulrike Bischoff-Parker. "Im Jahr 2016 hatten wir 16% Outgoings, 8% Incomings, wir haben mittlerweile drei englischsprachige Studiengänge und ab nächstem Sommersemester bieten wir für alle Hochschulangehörigen kostenfreie Sprachkurse an."

Bereichernde Auslandsaufenthalte

Weil sie die Mobilität der Hochschulangehörigen noch steigern möchte, verweist Ulrike Bischoff-Parker auf das mittlerweile fast dreißigjährige Erasmus-Programm der EU. "Dieses Programm ermöglicht allen Hochschulangehörigen, von den Studierenden über die Mitarbeitenden bis zu den Lehrenden, unbürokratisch einen Auslandsaufenthalt von bis zu 12 Monaten."   

Die EUF pflegt rund 100 Partnerschaften mit Hochschulen auf der ganzen Welt, 50 davon sind europäische Erasmus+-Partnerschaften. "Eventuell anfallende Studiengebühren werden erlassen, ein Stipendium kann beantragt werden. Das Bewerbungsverfahren und die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studienleistungen koordiniert das International Center", erklärt die Leiterin des International Center. "Die Gastuniversität unterstützt bei der Wohnraumsuche, der Wahl des Studien- und Sprachprogramms sowie bei administrativen Angelegenheiten vor Ort."

"Der Aufenthalt war für mich sehr bereichernd", berichtet Ann-Elisabeth Ihde, Lehramtsstudentin mit den Fächern Deutsch und Religion. Sie war von August bis Dezember 2015 für vier Monate im südfinnischen Turku. "Ein Semester auf Englisch durchgestanden zu haben, mit Finnisch klargekommen zu sein, das hat mich stolz gemacht und auch verändert. Ich bin heute viel offener als vorher", erzählt die 22-Jährige. Ihr Praxissemester wird sie im kommenden Jahr an einer deutschen Schule in Budapest absolvieren.

Wertvolle Erfahrungen: Fremdheit und Differenz

"Wir haben ein Mobilitätsfenster im Studium eingerichtet und unsere Semesterzeiten ab Herbst 2017 dem internationalen Hochschulkalender angepasst", betont Monika Eigmüller. "Uns ist es mit der Internationalisierung der EUF sehr ernst. Denn zum einen sind internationalisierte Lehramtsstudiengänge eine Grundvoraussetzung, um angehende Lehrer und Lehrerinnen auf den Schulalltag in einer Welt vorzubereiten, die von kultureller Vielfalt geprägt ist. Zum anderen kann auf die Erfahrung von Fremdheit und Differenz, auf den Erwerb von Sprachkenntnissen und die Erweiterung des eigenen Horizonts in einer globalisierten Welt niemand mehr verzichten."

Von links nach rechts: Nicolas Gille, Student des Master Management Studies, war in Kolumbien, Olga Bichel, Abgeordnete Lehrkraft im Bereich DaF/DaZ, hatte eine Gastdozentur in Moskau, Prof. Dr. Monika Eigmüller, Vizepräsidentin für Europa und Internationales, Ulrike Bischoff-Parker, Leiterin des International Center, Ann-Elisabeth Ihde, Lehramtsstudentin mit den Fächern Deutsch und Religion, war ein Semester in Turku und wird ihr Praxissemester an einer deutschen Schule in Budapest absolvieren.