Interviews

Warum sollte man in Flensburg Lehramt studieren? Beweggründe gibt es viele!    

Drei Lehramtsstudierende der Uni Flensburg beantworten uns die Fragen, warum sie Lehrer werden wollen, was für sie den Reiz des Berufes und auch der Uni ausmacht, und warum sie sich für Flensburg entschieden haben.

Lena (BA Bdw)

Lena (24 Jahre) studiert Germanistik und Evangelische Theologie an der Uni Flensburg im Bachelor of Arts Bildungswissenschaften im zweiten Semester. Vor dem Studium hat sie eine Ausbildung beendet.

1. Ich werde Lehrerin, weil...

... ich den Kindern in der Grundschule Wissen vermitteln möchte und sie auf die weitere Schullaufbahn, so gut es geht, vorbereiten möchte. Da es immer Schüler und Schülerinnen mit speziellen Lernschwierigkeiten gibt, möchte ich auf diese besonders achten, um ihnen die bestmöglichen Entwicklungschancen zu ermöglichen.

2. Wann wusstest du, dass du Lehrerin werden möchtest?

Nach dem Abi hatte ich nicht vor zu studieren, sondern habe erst einmal eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, weil das meinen Interessen und Stärken entspricht. Während der Praktika im zweiten Ausbildungsjahr habe ich gemerkt, dass mir das Arbeiten in der Schule sehr viel Freude macht. Und um dann sicher zu sein, habe ich auch das Abschlusspraktikum mit der anlehnenden praktischen Prüfung in der Schule gemacht.

3. Ich habe mich für die Uni Flensburg entschieden, weil...

...ich einerseits viele Freunde in Flensburg habe, die dort bereits studieren und mir die Stadt an sich sehr gut gefällt. Andererseits ist sie nicht so riesig, wie beispielsweise Hamburg. Der Campus ist überschaubar, seine Kommilitonin erkennt man wieder und auch die Dozenten und Professoren erkennen einen wieder. Außerdem liegt es relativ dicht an meiner Heimat.

4. Wie finanzierst du dein Studium?

Durch Bafög.

5.Was ist, in Bezug auf die Uni, das Wichtigste, das du bisher gelernt hast? 

Das wichtigste was ich bis jetzt über Uni gelernt habe sind folgende Punkte:

- Wo finde ich welche Gebäude und welche Abkürzungen haben sie.

- Standort der Postfächer und Kopierer.

- Bibliothek: Wie finde ich was und wo? Wie leihe ich ein Buch aus?

- Stundenplanwahl / Prüfungsanmeldung

- Wo finde ich welches Büro!

- Mensa , und die Bezahlung per Karte.

Das alles war ziemlich viel, aber auch notwendig für das Studieren hier.

6. Und in Bezug auf Schule?

In Bezug auf die Schule lernt man meiner Meinung im Assistenzlehrerpraktikum und dem Begleitseminar dazu am meisten. Vom Verhalten und Auftreten der Lehrkraft über die unterschiedlichen Arten der Wahrnehmung und die Wichtigkeit der Methodenvielfalt im Unterricht bis hin zur Gestaltung eines Arbeitsblattes lernt man hier echt viel.

7. Was erwartest du noch in deinem weiteren Studium?

Ich hoffe, dass wir, gerade in denen von uns gewählten Fächern, noch mehr darüber erfahren, wie wir unser Wissen den Schülern altersgerecht vermitteln und welche Methoden es dafür gibt. Noch bezieht sich alles sehr auf unseren eigenen Wissensstand und deren Erweiterung.

Anne (MA GemS)

Anne (29 Jahre) wohnt in Kiel und studiert Mathematik und Evangelische Theologie an der Uni Flensburg im Master of Educations für das Lehramt an Gemeinschaftsschulen im zweiten Semester.

1. Ich werde Gemeinschaftsschullehrerin, weil …

…mir die Arbeit mit Kindern viel Spaß macht.

2. Und was macht gerade die Gemeinschaftsschule für dich zu etwas besonderem?

 In zahlreichen Praktika habe ich die Erfahrung gemacht, dass gerade in den ersten beiden Klassenstufen der Grundschule der Erziehungsfaktor eine große Rolle spielt, um Lernen überhaupt zu ermöglichen. Erziehung gehört meiner Meinung jedoch nach Hause. In meinem Alltag als Lehrberuf möchte ich aber das Vermitteln der eigentlich gedachten Sachverhalten als Schwerpunkt setzen, was mir in der GemS wohl eher möglich ist.

An der GemS, wo die SuS im Alter zwischen 10-17 sind und eine besondere Entwicklung Richtung "Erwachsen werden" durchmachen, habe ich unheimlich tolle Diskussionen im Fach Religion führen können. Die vielfältigen, verschiedenen Charaktere an der GemS bieten einerseits viele tolle Möglichkeiten und Chancen im Unterricht und andererseits eine besondere Herausforderung, der ich mich gerne stellen möchte.

3. Wusstest du schon lange vor dem Studium, dass du Lehrerin würdest werden wollen?

Lehrerin war einer meiner Wunschberufe, ja. Ich habe eine 13 Jahre jüngere Schwester, die ich auch in ihrer Schulzeit begleitet habe. Dadurch hat sich dann für mich herauskristallisiert, dass ich an die Schule gehen werde. Aber mit dem Studieren begonnen habe ich dann 2005/2006 erstmal in Kiel.

4. Und warum bist du an die Uni Flensburg gewechselt?

In Kiel wurde mein Studiengang, den ich angefangen hatte, aufgelöst. Aber ich bereue den Wechsel nach Flensburg keinesfalls. Wir haben hier eine wunderschöne Lage, die Atmosphäre ist viel familiärer als an einer riesigen Uni und  die Menschen sind freundlich.

5. Wie finanzierst du dein Studium?

In den ersten Jahren hatte ich finanzielle Unterstützung durch meine Eltern und Kindergeld. Mittlerweile verdiene ich mir durch verschiedene Nebenjobs selbst etwas dazu.

6. Erlebst du das Studium als zeitintensiv?

Ja, schon. Ich musste meinen Leistungssport, den Fußball, leider aufgeben, weil dreimal in der Woche zu trainieren sich einfach zeitlich nicht mehr einrichten ließ. Man muss seine Prioritäten halt anders setzen, als während der Schulzeit.

7. Was meinst du: Wird der Lehrerberuf von Frauen dominiert?

In der Grundschule ja, auf jeden Fall.  In den Sekundarstufen eins und zwei hält es sich langsam die Waage, würde ich sagen. Zunehmend interessieren sich auch immer mehr jüngere Männer für das Lehramtsstudium.

8. Was ist das Wichtigste, das du für dich in Uni und Praxis gelernt hast?

Auf jeden Fall : Nicht aufgeben! Hilfe gibt es besonders in Flensburg an sämtlichen Stellen, zum Beispiel in diversen Internetforen, auch bei facebook, bei Kommilitonen persönlich und in Hilfseinrichtungen. Egal wie alt oder wer es auch ist, jeder kann dir irgendeinen Tipp geben, irgendwoher gibt es immer Hilfe. Auch sollte man seine eigene Lerndisziplin besonders in den ersten Semestern überdenken und sich nicht dafür schämen, Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Felix (MA GS)

Felix (25 Jahre) studiert Englisch und Sachunterricht im zweiten Master-Semester für das Lehramt an Grundschulen. Im Bachelor studierte er Geschichte. Sein Studium finanziert er unter anderem durch einen Studienkredit.

1. Ich werde Grundschullehrer, weil…

Ich gerne mit Kindern arbeiten möchte und selber schon auch Erfahrungen gesammelt habe in der Arbeit mit jüngeren Kindern, zum Beispiel durch verschiedene Praktika. Das hat mir das Gefühl gegeben, einen guten Draht zu jüngeren Schülern zu haben.

2. Wusstest du schon lange vor dem Studium, welchen Beruf du ergreifen wollen würdest

Grundschullehrer zu werden war schon vor Beginn des Studiums mein klares Interesse, aber durch die Unipraktika hat sich das noch bestätigt. Ich habe auch ein Praktikum in der Gemeinschaftsschule gemacht, bin aber bei meiner "Entscheidung", sage ich mal, in die Grundschule zu gehen, geblieben, weil mir das besser gefiel.

3. Was reizt dich besonders an der Grundschule?

Ich finde es generell interessant, Kindern bei ihrem anfänglichen Werdegang zu begleiten. Also am Anfang haben sie ja noch eher begrenzte Möglichkeiten und am Ende machen sie dann schon einen viel reiferen Eindruck, das finde ich sehr interessant. Man begleitet die Kinder halt durchgehende vier Jahre und kann dabei ganz viel mitsteuern und bei der Entwicklung der Kinder tun, das finde ich sehr spannend.

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.  Erlebst du das Lehramtsstudium als besonders zeitintensiv?

Also es gibt natürlich zeitintensivere Phasen. Mitte und Ende des Semesters sind zum Beispiel ziemlich anstrengend, da muss man dann auch mal Kompromisse eingehen. Ich bestehe für mich auch immer darauf, mir Zeit für mich zu nehmen und zum Beispiel Sport zu machen, sei es Laufen, oder bei gutem Wetter mal Beachvolleyball, oder auch Unisport. Für mich ist es wichtig, mal runterzukommen und eine oder zwei Stunden abschalten zu können. Ich glaube, dass wir Studenten es hier im Großen und Ganzen relativ gut haben, nd einen guten Mix aus Arbeit und Freizeit

5. Warum hast du dich für die Universität Flensburg entschieden?

Zum einen hatte ich nicht allzu viele Zusagen von anderen Unis, aber zum anderen liegt sie meeresnah und nur zwei Stunden von meiner Heimat entfernt. Ich wollte gerne im Norden bleiben. Zum anderen habe ich hier die Möglichkeit, Englisch und Sachunterricht zu studieren, da schienen mir die Studienordnungen an anderen Unis eher komplizierter. Auch ein Fachwechsel ist hier im Normalfall recht problemlos.

6. Wie finanzierst du dein Studium?

BaföG, Studienkredit, Verwandtschaft. In den Ferien gehe ich arbeiten, und das Geld fließt, sofern es möglich ist, natürlich auch in die Uni ein, aber das sind eigentlich so die drei Säulen, von denen mein Geld kommt.

Für die Rückzahlung ist es natürlich blöd, wenn man dann weiß, auf einmal einen vier- oder fünfstelligen Betrag zurückzahlen zu müssen, aber wenn man es geschickt angeht und sich bewusst macht, dass das jetzt erstmal an erster Stelle steht, ist es, glaube ich, in Ordnung. Vor allem, wenn man sich klar macht, dass man woanders noch höhere Beträge zahlen muss.

7. Was meinst du: Gibt es zu wenig männliche Studenten für das Grundschullehramt?

Ich glaube, es ist schon interessant ein gemischtes Kollegium zu haben, das tut Schule und Kindern gut. Für mich ist es natürlich gut, dass es kaum männliche Grundschullehrer gibt, weil Männer angeblich mit Kusshand genommen werden, aber grundsätzlich bin ich dafür, dass es mehr Männer an Grundschulen gibt, das finde ich eigentlich schon wichtig.

8. Was ist das Wichtigste, das du bisher für dich in Uni oder Praxis gelernt hast?

Durch das Studium wird die studentische Eigeninitiative gefördert. Viele beklagen, man hätte zu viel zu tun, aber diese Organisation zu lernen ist wichtig für später, glaube ich.

In Bezug auf die Uni wird viel angeboten, was wichtig für die Schule ist später. Es wird viel versucht zu tun und es besteht ein guter Mischmasch aus Theorie und Praxis. Das wird, glaube ich, den Mitteln entsprechend gut umgesetzt an der Uni Flensburg im Vergleich zu anderen Unis.