Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte

Dieser Forschungsbereich bildet eine Fortführung des in der Oldenburger Gruppe um Falk Rieß entwickelten Ansatzes. Im Mittelpunkt der Forschung steht hierbei die Analyse der Entwicklung und Etablierung neuen Wissens. Dabei spielt die Untersuchung experimenteller Praxis eine zentrale Rolle, die Replikationsmethode ist hierfür ein wesentliches Analysemittel. Als Analysekategorien werden dabei Konzepte wie Experimentierstil (Heering 1998), Technikideen (Frercks 2001) und Handlungswissen (Sichau 2002) eingesetzt. Neben der Analyse der Entwicklung neuen Wissens liegt der zweite Forschungsschwerpunkt in der Untersuchung der Mechanismen, die bei deren Etablierung (oder Ablehnung) eine Rolle gespielt haben. Motiviert ist diese Forschung auch aus der Überzeugung, dass derartige Kenntnisse didaktisch nutzbar gemacht werden können. Ein wesentlicher Aspekt besteht dabei in der Relevanz für die Vermittlung von Kenntnissen über die Natur der Naturwissenschaften (Höttecke 2001). Daneben können derartige Analysen aber auch für die Entwicklung konzeptionellen Wissens nutzbar gemacht werden (Heering 2007).

Publikationen und Literatur

  • Frercks, Jan: Die Forschungspraxis Hippolyte Fizeaus. Eine Charakterisierung ausgehend von der Replikation seines Ätherwindexperiments von 1852, Wissenschaft und Technik Verlag, Berlin 2001.
  • Heering, Peter: Educating and Entertaining: Using Enlightenment Experiments for Teacher Training. In: Heering, Peter & Osewold, Daniel (Eds.): Constructing Scientific Understanding through Contextual Teaching. Berlin: Frank & Timme, 2007, S. 65-81.
  • Heering, Peter: Das Grundgesetz der Elektrostatik. Experimentelle Replikation und wissenschaftshistorische Analyse, DUV, Wiesbaden 1998.
  • Höttecke, Dietmar: Die Natur der Naturwissenschaften verstehen. Fachdidaktische und wissenschaftshistorische Untersuchungen (Band 16 der von H. Niedderer & H. Fischler herausgegebenen Reihe: Studien zum Physiklernen), Logos Verlag, Berlin 2001
  • Sichau, Christian: Die Viskositätsexperimente von J.C. Maxwell und O.E. Meyer. Eine wissenschaftshistorische Studie über die Entstehung, Messung und Verwendung einer physikalischen Größe, Logos Verlag, Berlin 2002.
  • Breidbach, Olaf; Heering, Peter; Müller, Matthias; Weber, Heiko (Hrsg.): Experimentelle Wissenschaftsgeschichte, Wilhelm Fink Verlag, München 2010.
  • Staubermann, Klaus (Ed.): Reconstructions - Recreating Science and Technology of the past, National Museums Scotland, Edinburgh 2011.

Hauptansprechpartner für allgemeine Projekte der experimentellen Wissenschaftsgeschichte

Prof. Dr. Peter Heering

Telefon
+49 461 805 2301
Fax
+49 461 805 2933
E-Mail
peter.heering-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de
Gebäude
Gebäude Oslo
Raum
OSL 457.1
Straße
Auf dem Campus 1
PLZ / Stadt
24943 Flensburg