Bernd Sommer forscht in Jena zu "postkapitalistischen Organisationen"

Bei der Erörterung von Alternativen zur kapitalistischen Wachstumsgesellschaft dominieren zwei Extremperspektiven: Entweder fokussiert die Diskussion auf die Ökonomie oder Gesellschaft als Ganzes, oder es werden Individuen adressiert, die durch veränderte sozialen Praktiken zu einem gesellschaftlichen Wandel in Richtung Postwachstum beitragen sollen. Dabei existieren zwischen der gesellschaftlichen Makro- und Mikroebene bereits Beispiele für Assoziationen und Unternehmungen, die unter bestehenden Bedingungen verschiedene Formen des alternativen Wirtschaftens organisieren und praktizieren. Dazu zählen Initiativen aus dem Bereich der Solidarischen Landwirtschaft, Energiegenossenschaften, gemeinwohlbilanzierende Unternehmen etc. Gemeinsam ist diesen unterschiedlichen Initiativen und Organisationen, dass für sie das Ziel der Gewinnmaximierung an Bedeutung verliert, während alternative Normen wie ökologische Nachhaltigkeit, Solidarität oder Lebens- und Arbeitsqualität in den Vordergrund rücken. Dr. Bernd Sommer, Leiter des Bereichs "Klima, Kultur und Nachhaltigkeit" am NEC, ist von März bis August 2018 Fellow am Jenaer DFG-Kolleg "Postwachstumsgesellschaften". Im Rahmen des Fellowships sollen die Voraussetzungen und Charakteristika alternativ wirtschaftender Organisationen soziologisch beschrieben werden.