Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Klara Helene Stumpf

Tel.:
+49 461 805 2872
Fax:
+49 461 805 2144
klara.stumpf-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flensburg.de
Gebäude Riga 6 - RIG 607

Termine

Publikationen

Medien

Forschungspartner

CAU

Gefördert vom

BMBF

Gemeinwohl-Ökonomie im Vergleich unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien (GIVUN)

Laufzeit: März 2015 – Februar 2018

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (v.l.n.r.): Klara Helene Stumpf, Bernd Sommer, Josefa Kny, Harald Welzer, Jasmin Wiefek in Kooperation mit Ludger Heidbrink, Ralf Köhne (Philosophisches Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

"Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl." – so steht es in der Bayerischen Verfassung. Die Realität zeigt vielerorts ein anderes Bild: Profitstreben und Verpflichtungen gegenüber den Anteilseignern dominieren unternehmerisches Handeln; Mitarbeitende, Zulieferbetriebe, Klima und Umwelt stehen häufig hintenan. Einer aktueller Ansatz, der radikal versucht, das wirtschaftlichen Handeln stärker mit den demokratischen Grundwerten sowie den sozialen und ökologischen Zielsetzungen der westlichen Gegenwartsgesellschaften in Einklang zu bringen, ist das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Ihr Kerngedanke ist, dass der monetäre Gewinn nicht länger der Zweck des unternehmerischen Handelns sein soll, sondern lediglich ein Mittel, um den eigentlichen Zweck zu erreichen: einen größtmöglichen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten.

Ziel des Forschungsvorhabens "Gemeinwohl-Ökonomie im Vergleich unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien" (GIVUN) ist die historische und wirtschaftsethische Kontextualisierung sowie die empirische Erforschung gemeinwohlorientierten Wirtschaftens. Dazu erfolgt eine Evaluation des Konzeptes der GWÖ und anderer einschlägiger CSR-Instrumente in Hinblick auf ihr transformatives Potenzial für die Ausrichtung der Unternehmenspraxis an den Zielen der Nachhaltigkeit. Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Untersuchung der Wirkungen einer betrieblichen Gemeinwohlorientierung auf die konkreten Arbeits- und Produktionsbedingungen (insbesondere in Hinblick auf ökologische Effekte) sowie die Exploration der Skalierungs- und Diffusionsbedingungen der GWÖ für große Unternehmen.

Das Projekt wird von Prof. Dr. Harald Welzer und Dr. Bernd Sommer in Kooperation mit Prof. Dr. Ludger Heidbrink, Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, geleitet. Während in Kiel ein systematischer Vergleich der GWÖ mit historischen und gegenwärtigen Gemeinwohl- und Nachhaltigkeitsstrategien erarbeitet wird, verantwortet das NEC den empirischen Teil der Forschung: Praxispartner wie der Outdoor-Ausstatter Vaude, die Druckerei Oktoberdruck, die demeter-Brotbäckerei Märkisches Landbrot und der Anbieter für Öko-Tiefkühlkost Ökofrost werden dafür in qualitativen Interviews zu ihren Gemeinwohl-Anstrengungen befragt. Gemeinsam mit Großunternehmen wie Deutsche Post, dm-drogerie markt und OTTO Group erarbeitet das Forschungsteam mithilfe eines Backcasting-Verfahrens mögliche und machbare Wege in Richtung einer verstärkten Gemeinwohlorientierung.

GIVUN im Überblick

Poster als PDF zum Download

Das wissenschaftliche Poster wurde im Rahmen der Auftaktveranstaltung der BMBF-Fördermaßnahme "Nachhaltiges Wirtschaften" im September 2015 in Bonn präsentiert.

Ergebnisse von GIVUN

Hier können Sie das Projektergebnisblatt runterladen.

Call for Papers: zfwu 20/3 (2019): Gemeinwohlökonomie. Leistungen und Grenzen.

Call for Papers bis zum 31. Januar 2019

Die Gemeinwohlökonomie (GWÖ), so wie sie von dem Österreicher Christian Felber vor etwa acht Jahren entwickelt wurde, versteht sich als alternatives Wirtschafts- und Bilanzierungsmodell. Unternehmen werden nach einer Punktematrix bewertet, die über rein ökonomische Faktoren hinaus Kriterien der Gemeinwohlorientierung wie Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Demokratie und Transparenz berücksichtigt. Unternehmen, die eine gute Gemeinwohl-Bilanz vorweisen, sollen steuerliche Vorteile genießen und bevorzugt öffentliche Aufträge erhalten.

Der GWÖ-Ansatz ist allerdings nicht unumstritten, da es unter anderem keine verbindliche Definition des Gemeinwohls gibt und zudem schon zahlreiche betriebliche Nachhaltigkeitsinstrumente existieren, die auf geprüften Zertifizierungsstandards beruhen. Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, inwieweit die GWÖ einen produktiven Beitrag zum Umgang mit bislang unzureichend berücksichtigten Folgen des Wirtschaftssystems leistet oder nicht vielmehr dazu führt, die wirtschaftliche Freiheit durch eine willkürliche Orientierung an Gemeinwohlkriterien einzuschränken.

Folgende Beitragsthemen bieten sich dafür an:

Wie lässt sich der GWÖ-Ansatz im Vergleich mit anderen betrieblichen Nachhaltigkeitsinstrumenten bewerten?

Worin unterscheidet sich der GWÖ-Ansatz von herkömmlichen CSR-Modellen?

Welche Effekte hat die Gemeinwohlorientierung auf die unternehmerische Praxis?

Wie sieht es mit der Übertragbarkeit des GWÖ-Ansatzes auf unterschiedliche Unternehmensformen aus?

Worin bestehen normative und strukturelle Probleme des Gemeinwohlbegriffs?

In welchem Verhältnis stehen Gewinnschöpfung und soziale Ausrichtung, ökonomische und gesellschaftliche Verantwortung?

Welche Auswirkungen auf sozial-ökonomische Transformationsprozesse hat die GWÖ?

Herausgeber dieser Ausgabe sind Alexander Brink (Universität Bayreuth), Ludger Heidbrink (Universität Kiel) und Harald Welzer (Universität Flensburg).

Kontakt: Prof. Dr. Ludger Heidbrink (heidbrink[at]philsem.uni-kiel.de).

Autorenhinweise:
Bitte beachten Sie vor der Einreichung von Manuskripten die Autorenhinweise auf unserer Webseite www.zfwu.nomos.de. Dort finden Sie neben den notwendigen Formalien auch eine Druckformatvorlage, die Ihnen die Arbeit in technischer Hinsicht erleichtern wird. Für weitere Fragen steht Ihnen das Herausgeberteam gerne zur Verfügung.

Den Call for Papers können Sie hier herunterladen.