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Flensburg Winter School 2014 – Medienbildung als Schulentwicklung

Deutsche Schüler belegen im Umgang mit dem Internet einen der mittleren Plätze – das hat die erste international vergleichende Studie "International Computer and Information Literacy Study" (ICILS 2013) ergeben, deren Ergebnisse heute (Donnerstag, 20.11.) in Brüssel und Berlin präsentiert wurden.

30 Prozent der deutschen Kinder verfügen nur über rudimentäres Wissen zum Umgang mit neuen Technologien.

Hier setzt das Projekt "MediaMatters!" des Seminars für Medienbildung an der Europa-Universität Flensburg an. Das Vorhaben hat sich zum Ziel gesetzt, die schulische Medienkompetenzvermittlung und ­­­-aneignung kooperativ mit allen Beteiligten nachhaltig zu verbessern. Den Auftakt der 2015 beginnenden vierjährigen "MediaMatters!"-Hauptstudie mit zunächst sieben Schulen des Landes stellt die Flensburg Winter School 2014 – Medienbildung als Schulentwicklung dar. Heute wurde das Format vorgestellt …

Zur Pressemitteilung auf uni-flensburg.de.

400.000 Euro für Medienbildungsprojekt der Universität Flensburg

"Die Generation Facebook lernt dazu – das ist vorbildlich!" sagte Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer am 28.2.2014 bei einem Besuch der Flensburger Universität, bei der er eine wertvolle Nachricht im Gepäck hatte: Fischer brachte 400 000,- Euro für das Projekt "MediaMatters!" der Uni mit, in dem es um die Stärkung der Medienbildung an schleswig-holsteinischen Schulen geht. "Dieses Projekt ist richtungsweisend. Medienbildung in der Schule stärkt Kompetenzen und Verantwortung für Eltern, Schüler und Lehrer", hob der Staatssekretär hervor. Der Einsatz moderner Medien und deren ständige Weiterentwicklung für den Unterricht gehöre zum Thema ‚Schule 2.0‘, Medienbildung gehöre daher direkt zum Schulentwicklungsprozess.

"Wir freuen uns über das Engagement des Landes und halten es für ganz wichtig, Medienperformanz, Medienbildung, aber auch Medienkritik in den Schulen verstärkt auszubilden. Das Projekt  "MediaMatters!" trägt dazu bei – im Moment werden Daten erhoben, die später zur Grundlage innovativer Medienkonzepte in den Schulen werden. Wir sind zuversichtlich, dass Schleswig-Holstein eines der führenden Länder auf dem Gebiet der Medienpädagogik wird", sagte der Präsident der Flensburger Uni, Prof. Dr. Reinhart.

Das Projekt von Professor Dr. Christian Filk in Flensburg ist Teil eines mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojektes des Seminars für Medienbildung, das von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig Holstein (MA HSH) sowie der Pressestiftung Flensburg gefördert wird und von Filk konzipiert wurde. "Wir befinden uns inmitten eines massiven gesellschaftlichen Wandels", ist der Hochschullehrer überzeugt und bringt den strukturellen Umbruch auf die Formel "Von der Industrie- zur Netzwerkgesellschaft". Er betonte, dass es beim Thema ‚Schule und Medien‘ um mehr als um Cybermobbing und iPad-Klassen gehe. Es müsse vielmehr um die Frage gehen, ob unsere bisherige Konzeption von Schule mit der kooperativen Netzwerkgesellschaft überhaupt noch zusammenpasse. "Ich freue mich für das Projekt und die Universität Flensburg über die Förderung durch das Ministerium und sehe damit die Möglichkeit gegeben, auf einer guten Grundlage die Ziele von"MediaMatters!" in die Praxis umzusetzen und so einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Medienbildung im schulpraktischen Fach zu leisten", sagte Filk.

Filk und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen in den kommenden Jahren herausfinden, wie es um den Entwicklungsstand schulischer Medienbildung in Schleswig-Holstein steht. Ebenso denken sie darüber nach, unter welchen Bedingungen schulische Medienbildung in der Netzwerkgesellschaft stattfindet und welche Ziele sie haben kann. Dabei setzen die Flensburger Forscherinnen und Forscher konsequent auf einen kooperativen Gestaltungsansatz – alle Beteiligten werden mit einbezogen.

Text: Kathrin Fischer, Referentin für Presse und Öffentlichkeit an der Universität Flensburg

Von links nach rechts: Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH), Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer, Prof. Dr. Christian Filk, Leiter des Seminars für Medienbildung an der Universität Flensburg.

Im Erscheinen: Von der öffentlichen Massenmedienkommunikation zur situiert-adaptiven Mediennutzung

Christian Filk & Fredrik Gundelsweiler. "Von der öffentlichen Massenmedienkommunikation zur situiert-adaptiven Mediennutzung – Sechs Thesen zum strukturellen Umbruch der Broadcast-Branche." In: Fernseh- und Kinotechnik (FKT) – Fachzeitschrift für Fernsehen, Film und elektronische Medien, Jg. 67 (2014), Nr. 4 [im Erscheinen]

Neu erschienen: Plädoyer für eine Social-Media-Ethik in der Medienwirtschaft

Christian Filk (2014): "Die Geburt der Moral aus der Funktion des Marketing?! – Implikationen einer Social-Network-Ethik für die digitale Ökonomie." In: medienpolitik.net − Debatten aus Medien- und Netzpolitik.

Social-Network-Ethik für die digitale Wirtschaft

Neu erschienen: Christian Filk & Fredrik Gundelsweiler.  "Normativität partizipatorischer Kommunikationsverhältnisse – Perspektiven einer Social-Network-Ethik für die digitale Wirtschaft." In: Fernseh- und Kinotechnik (FKT) – Fachzeitschrift für Fernsehen, Film und elektronische Medien, Jg. 66 (2013), Nr. 11, S. 592–598.

Wissenschafts-Staatssekretär Fischer unterstützt Forschungsprojekt „MediaMatters!“: „Ein zukunftsweisendes Projekt!“

v.l.n.r.: Prof. Dr. Christian Filk, Leiter des Seminars für Medienbildung an der Universität Flensburg, Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer und Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) am 25.10.2013 an der Universität Flensburg

Rolf Fischer, Staatssekretär im Bereich Wissenschaft des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein, hat vergangene Woche das Seminar für Medienbildung der Universität Flensburg besucht. Im direkten Gespräch mit den Flensburger Medienpädagogen wollte er sich über das Vorhaben "MediaMatters!" informieren. Das Forschungsprojekt wurde von der Medienanstalt Hamburg / Schleswig-Holstein (MA HSH) angestoßen und von Professor Christian Filk, Leiter des Seminars für Medienbildung an der Universität Flensburg, konzipiert. Im Kontext ihrer Medienkompetenzförderung unterstützt die MA HSH die Universität Flensburg bereits seit Jahren bei der Durchführung der Sommer-Universität bzw. Winter School. An diese Veranstaltung knüpft das Forschungsvorhaben "MediaMatters!" an.

Die Besonderheit des Ansatzes von "MediaMatters" erläuterte Professor Filk Staatssekretär Fischer, Lothar Hay, Vorsitzender der MA HSH, sowie Thore Olaf Kühn und Jürgen Sievers vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH). Das innovative und einzigartige Konzept im Lande zielt darauf ab, durch Mitbestimmung aller Beteiligten die schulische und außerschulische Medienbildung in der Praxis zu fördern.

Nach einer angeregten Diskussion stellte Staatssekretär Fischer klar: "Ich begrüße das hohe Engagement des Seminars für Medienbildung der Universität Flensburg, viele unterschiedlich handelnde Akteure aus Theorie, Praxis und Wirtschaft zusammenzubringen und mit ‚MediaMatters!‘ als partizipatives Vorhaben unser Land medienpädagogisch voranzubringen." Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft wird das Vorhaben ideell unterstützen und sich für eine nachhaltige Vernetzung einsetzen. Der Staatssekretär sagte zu, Möglichkeiten der Finanzierung auszuloten.

Auch Lothar Hay zeigte sich überzeugt, dass die Förderung der Medienkompetenz in der Lehrerbildung der Schlüssel ist, um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein zu verbessern. "Die MA HSH freut sich über das Engagement an der Uni Flensburg und wird das vom Bildungs- und Wissenschaftsministerium gewollte Vorhaben im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter unterstützen. Wir helfen auch bei der Suche nach weiteren Förderern." Sehr erfreulich, so Hay weiter, sei, dass das Projekt bereits großzügig von der Pressestiftung Flensburg gefördert werde.

Der Projektleiter von "MediaMatters!", Professor Filk, freute sich über die Unterstützung: "Da es nicht mehr allein darum gehen kann, Medien oder Medienbildung in die Schule zu holen, sondern vielmehr darum, eine neue Schule in der Mediengesellschaft zu bilden, lässt sich Medienbildung nicht implementieren. Sie ist vielmehr eine Gestaltungsaufgabe, die allein durch die Teilhabe aller gelingen kann."

Bereits Mitte November wird die Anregung einer Kooperation zwischen der Universität Flensburg und dem IQSH in Kiel fortgesetzt. Auch die Gespräche von Ministerium für Bildung und Wissenschaft, MA HSH und IQSH werden fortgeführt.

Als Auftakt zum Projekt "MediaMatters!" veranstaltet das Seminar für Medienbildung vom 29.11. bis zum 1.12.2013 die "Flensburg Winter School 2013". Sie ist ein Forum für all diejenigen, die in den Schulen Schleswig-Holsteins Bildung im neuen Medium neu denken wollen. Daher sind unter der programmatischen Überschrift "Medien – Bildung: Schulde neu denken!" alle Lehrer, Schüler, Studierenden, Medienpädagogen, Politiker, Experten, Wirtschaftsvertreter sowie am Thema Interessierte dazu eingeladen, miteinander eine neue Schule in der digitalen Gesellschaft zu erarbeiten.

Flensburg, 30.10.2013
Pressetext von Kathrin Fischer

Pilotprojekt zur Vernetzung von schulischer und außerschulischer Lernerfahrung – Veranstaltung auf dem Scheersberg mit dem multimedialen Werkzeug iPad

Friedrich Koch, Lehrer der EKG Barsbüttel und Initiator des Projektes, sieht in dem Touchpad die große Chance, den Ort des Klassenzimmers neu zu begreifen. Das Vernetzen von Wissen über das Web 2.0: Der Raum des Lernens und Lehrens muss kein greifbarer mehr sein, sobald das von Schülerinnen und Schülern gewonnene Wissen in der digitalen Welt angesiedelt wird. Es erfolgt ein reflektiertes Arbeiten mit dem digitalen Medium.

Stattgefunden hat des Projekt in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Medienbildung der Universität Flensburg und der internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg, die Veranstaltungsort des am 26. und 27.09.2013 stattgefundenen Projektes war. In thematisch unterschiedlichen Workshops wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Möglichkeiten der Nutzung des iPads im Unterricht informiert und konnten diese auch selbst erproben. Umrahmt wurde das Workshop-Programm mit Vorträgen und informellen Treffen zum Austausch von Erfahrungen. Das Seminar für Medienbildung beteiligte sich mit einem Vortrag zum Thema "Integrale Medienbildung am Beispiel multimedialer Produktionen im schulischen und außerschulischen Lehr-/ und Lernprozess".

Der Status des Pilotprojektes soll nicht erhalten bleiben. Friedrich Koch hofft auf eine Weiterführung im nächsten Jahr.

Artikel der SHZ

Medienkompetenztag 2013 – Das Seminar für Medienbildung und das mediamobil waren dabei

Zum vierten Mal, am 17.09.2013, wurde in den Räumlichkeiten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel der Medienkompetenztag abgehalten. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein, das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein, die Medienanstalt Hamburg/ Schleswig-Holstein und der Offene Kanal Schleswig-Holstein richteten diesen Fachtag im Zeichen des digitalen Zeitalters in und mit Schule aus. In Workshops, Themenbörsen und Vorträgen wurde informiert und diskutiert.

Im Rahmen der Workshops bot Prof. Dr. Christian Filk zum Thema "Scoop It 2.0 – Integrale Medienbildung am Beispiel multimedialer Produktion im schulischen und außerschulischen Lehr-/Lernprozess" Diskussionsgrundlagen. Ebenfalls aus dem Seminar für Medienbildung beteiligte sich Stephan Münte-Goussar mit "ePortfolio oder facebook – Digitale Technologien des Selbst" am Workshopangebot. Das mediamobil präsentierte sich am Eingang der Veranstaltungsstätte als Ausstellungsraum. Zur "Medienbildung in der Lehrerbildung" an der Universität Flensburg konnten sich die Teilnehmer/innen informieren, wer das direkte Gespräch suchte, wandte sich an Helge Lamm.

Schrift von Christian Filk zur Film- und Kultursoziologie Emilie Altenlohs im AVINUS-Verlag erschienen

Christian Filk: "Der Kino ist eben in erster Linie für die modernen Menschen da" – Die kulturwissenschaftliche Entdeckung des Filmpublikums im Industriezeitalter durch Emilie Altenlohs Mediensoziologie. Berlin: AVINUS Verlag (Hefte zur Medienkulturforschung; 1/2013), 2013, ISBN 978-3-86938-049-0.

Kurztext

In ihrer über Jahrzehnte sträflich ignorierten Dissertation "Zur Soziologie des Kino" aus dem Jahr 1914 gibt Emilie Altenloh eine erste umfassende Beschreibung der zeitgenössischen Filmproduktion, -distribution und -konsumption. Die Schülerin von Alfred Weber verortet das neue Medium funktional in der modernen Kultur der Industriegesellschaft. Die Altenloh- Rezeption hat bis dato schlechterdings nicht die dezidiert übergreifende Argumentationsstrategie dieser film- und mediensoziologischen Grundlagenschrift avant la lettre erkannt. In Anbetracht dessen nimmt Christian Filk eine medienwissenschaftliche und wissenschaftshistorische Re-Lektüre von "Zur Soziologie des Kino" vor. Dabei würdigt er die besondere wissenschaftliche Leistung Altenlohs, die als erste die Potenz und Funktion der damals neuen Unterhaltungsformen des Kinos – produktions- und konsumptionsüberschreitend als Phänomen gesellschaftlicher Interaktion – analysierte und interpretierte.

Autocomplete-Funktion von Google vor dem Bundesgerichtshof

Jeder kennt’s: Man nutzt zur Recherche die Google-Suche, tippt in das weiße Fensterchen die ersten Buchstaben ein und Google bietet schon mögliche Begrifflichkeiten an, die man vermutlich sucht. Ziemlich praktisch für den Nutzer.
Abgesehen davon, dass Google für diese Funktion Unmengen an Daten (Cookies) auswertet und speichert, kann diese Suche für einige Personen auch unschön enden. Genau dann, wenn die Autovervollständigung bei der Suche des eigenen Namens persönlichkeitsverletzende Begriffe vorgeschlagen werden. So geschehen vor wenigen Wochen.
Ein Unternehmer klagte, da bei der Suche seines Namens die Begriffe "Scientology" und "Betrug" als Begriffsergänzung angeboten wurden. Dass diese Assoziationen nichts mit dem Unternehmer selbst zu tun habe, sondern nur daran läge, dass viele Menschen diese Begriffskombination eingegeben haben, hinderte den Bundesgerichtshof nicht daran, gegen Google zu urteilen.
Ein Urteil für den Datenschutz, sicherlich. Dennoch, einen Beigeschmack hat dieses Urteil: Sind wir nicht vielleicht selbst mit Schuld? Immerhin sind wir diejenigen, die Google mit Daten füttern und ist die Autovervollständigung nicht eine Art Spiegel des Suchverhaltens vieler, einschließlich der "gerüchtesüchtigen Fieslinge", wie es Zeit online beschreibt?

Beschwerde gegen Google bei EU-Kommission

Die Lobbyvereinigung verschiedener IT-Unternehmen, FairSearch, reichte bei der EU-Kommission eine erneute Beschwerde gegen Google ein. Schon seit 2010 läuft ein EU-Verfahren zum Suchmaschinengeschäft.
Nun wirft die Lobbyvereinigung, zu der auch Microsoft und Nokia gehören, Google vor, das Smartphonebetriebssystem Android als "Trojanisches Pferd" geschaffen zu haben. Es ist zwar kostenlos, jedoch müssen bei der Verwendung beliebter Google-Apps wie YouTube oder Maps gleichzeitig eine Reihe anderer Google-Anwendungen installieren werden. Das führe zur Monopolisierung Googles auf dem Smartphone-Markt.
FairSearch wirft daher die Frage auf: "Can Google be trusted?"

Allerdings müssten auch die Beweggründe FairSearchs hinterfragt werden (Microsoft wurde beispielsweise vor kurzem wegen unlauterer Geschäftspraktiken zu eine Geldstrafe in Höhe von 561 Millionen Euro verurteilt).

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