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Die Veränderung heidnischer Feste im christlich-römischen Reich

Das geplante Promotionsprojekt beschäftigt sich mit der Entwicklung von paganen Festveranstaltungen der griechischen und römischen Lebenswelt im Kontext eines erstarkenden Christentums seit Konstantin dem Großen. Die zentrale Fragestellung folgt dabei der Problematik, dass sich die verschiedenen heidnischen Festivitäten zum Teil sehr heterogen veränderten. Während viele heidnische Feste relativ schnell nach der offiziellen Einführung des Christentums offenbar keine Rolle mehr spielten oder sich deutlich veränderten, zeigten andere, wie die Kalenden des Januar, dass heidnische Feste in einem religionsneutralen Rahmen mehr oder weniger unbeeindruckt weiterexistieren konnten.

Um diese Diskrepanz erklären zu können, ist es nötig, Faktoren herauszuarbeiten, die ein weiterbestehen der jeweiligen Festivitäten behindern oder fördern konnten. Dazu muss geklärt werden, was mit einzelnen Festen in dieser Phase tatsächlich passierte. Wichtig hierbei ist vor allem zu unterscheiden, ob und wie sie sich auf prozeduraler Ebene veränderten oder ob es eher zu einer gewandelten Wahrnehmung kam. Zudem gilt es zu untersuchen, inwieweit regionale Eigenheiten eine Rolle spielten. Aus diesen Informationen kann dann die Frage beantwortet werden, wie und nach welchen Regeln sich die heidnische Festkultur der Spätantike im Spannungsfeld von Verschwinden, Christianisierung, Neutralisierung und Erhalt entwickelt hat.