EU-Außengrenze
Die Auswirkungen der Flexibilisierung der EU-Außengrenzen auf die italienische Insel Lampedusa
Lampedusa ist in den 1990er Jahren zum Zielgebiet von Migranten aus Afrika und anderen Teilen der Welt geworden. Allein im Jahr 2008 erreichten fast 20000 Personen als Bootsflüchtlinge und Schiffbrüchige die kleine Mittelmeerinsel zwischen Italien, Libyen und Tunesien. In der Folge wurde am Rande des Hauptortes ein Auffanglager errichtet, welches trotz seiner erweiterten Aufnahmekapazitäten von bis zu 800 Betten und einer maximalen Aufenthaltsdauer von 72 Stunden regelmäßig überfüllt war. Zudem hat sich neben dem Tourismus eine zweite ökonomische Stütze entwickelt, deren Grundlage die Flüchtlingsinfrastruktur selbst bildet.
Die Flexibilisierung der Außengrenzen der EU durch Verschiebung der Grenzkontrollen auf außereuropäisches Territorium sowie eine Reihe von Abkommen zwischen der italienischen und der libyschen sowie der tunesischen Regierung haben schließlich dazu geführt, dass die Flüchtlingsströme nach Lampedusa deutlich zurückgegangen sind. Zudem wurde das Lager vom Auffanglager zum Abschiebelager umgewandelt, so dass der "Flüchtlingsverkehr" auf der Insel deutlich zurückgegangen ist. Das Projekt untersucht die Auswirkungen veränderter europäischer und italienischer Grenzpolitiken auf die lokale Realität der Insel Lampedusa.
Ansprechpartner: Prof. Dr. Holger Jahnke




