Bericht: Inside out / Outside in - Erasmus+ scholarships

So war es! Ein Bericht über das Program in Finnland

Inside out / Outside in - Building bridges in teacher education through encounters with diversity

Britta Walther, Gina Teklic, Wiebke Selzer und Bernhard Outzen von der Europa-Univesität Flensburg sind nach zwei Wochen vom Erasmus Intensive Programme an der finnischen Universität Jyväskylä zurückgekehrt (v.l.n.r.)

Kann es eine europäische Lehrerinnenbildung geben?

"Ja! - Genau darin liegt der Schlüssel für die Zukunft Europas" sagt Professor Holger Jahnke von der Europa-Universität Flensburg. Gerade ist er mit vier Flensburger Studierenden von einer 10tägigen Seminarveranstaltung aus Finnland zurückgekehrt. 32 zukünftige Lehrerinnen und Lehrer und 12 Lehrende von acht europäischen Hochschulen kamen in einem interdisziplinären Projekt an der finnischen Universität Jyväskylä zusammen. Ziel der Veranstaltung: Die internationale Vernetzung von Lehrerbildung. Neben der EUF aus Deutschland waren Hochschulen aus Finnland, Schweden, Estland, Ungarn, England, Österreich und Spanien beteiligt: "Inside out – outside in: Building bridges in teacher education through encounters with diversity" nennt sich das Projekt, das von der EU über drei Jahre gefördert wird.

"Schulen und Lehrerbildungsinstitutionen sind wie kaum ein anderer gesellschaftlicher Bereich bis heute in nationalen Traditionen verankert" sagt Geographieprofessor Holger Jahnke. Er beschäftigt sich in Forschung und Lehre nicht nur mit Lehrerinnenbildung sondern auch mit dem Wandel von Schule und Bildungslandschaften. "In Deutschland", erzählt er, "ist es immer noch schwierig, als Lehrerin oder Lehrer das Bundesland zu wechseln. Dass Lehrkräfte über nationale Grenzen hinweg wechseln könnten, darüber wagen viele gar nicht nachzudenken". Deshalb gibt es das Projekt "InOut". Es beschreitet ganz neue Wege: "Die Grundphilosophie aller beteiligten Dozentinnen und Dozenten ist, dass wir nicht Staats- oder Landesbeamte als Funktionäre ausbilden möchten, sondern eigenständig und selbstverantwortlich denkende und handelnde Lehrpersönlichkeiten, die später konstruktiv und kreativ mit Vielfalt im Klassenzimmer umzugehen und die Lernpotentiale jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin zu entwickeln", betont Jahnke.

Die Vielfalt der Seminarthemen – angefangen von Heterogenität im Klassenraum, Bedeutung von Fremdsprachen, Theater als Ausdrucks- und Kommunikationsmedium bis hin zu Schulmanagement – hat auch den Studierenden gefallen.  Für sie war der Aufenthalt eine ganz besondere Studienerfahrung. Schon die Gestaltung des Lernortes verriet viel über das Bildungsverständnis in Finnland. "Das Gebäude der bildungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jyväskylä ist durch Licht und viel Holz, offene Räume und flexible Möblierung gekennzeichnet. In manchen Seminar- oder Besprechungsräumen gibt es überwiegend Sitzkissen und viele Lehrende und Studierende sitzen auf dem Boden und tragen gemütliche Wollsocken. Dass sich alle duzen und mit Vornamen ansprechen scheint fast selbstverständlich", beschreibt Wiebke Selzer das Lernklima. "Das schafft von Vornherein eine andere Lernatmosphäre" stellen die vier Flensburger Studierenden nach ihrem Besuch fest. 

Den Aufenthalt werten sie für sich als Erfolg: "Wir haben jeden Tag neue Gedankenimpulse bekommen, die wir oft bis spät in die Nacht weiterdiskutiert haben. Dabei haben sich die verschiedenen Nationalitäten vom ersten Abend an gemischt – denn ausgehend von unseren eigenen Erfahrungen, haben wir schnell feststellt, dass wir als zukünftige Lehrerinnen viele Bildungsideale teilen" Gerade diese gelebte Vielfalt und der daraus resultierende internationale Gedankenaustausch hat dieses Projekt so wertvoll gemacht.

Die nächste Veranstaltung "Inside out / Outside in" findet im Frühjahr 2017 in Estland an der Viljandi Culture Academy statt.

Weitere Informationen erteilt Professor Holger Jahnke (holger.jahnke-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@uni-flesnburg.de)