Aktuelle Nachrichten aus dem Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik

Fit für 4.0 - PROKOM 4.0 auf Projekt-Höhepunkt in Berlin

Mechatroniker probieren die „4.0-Anlage“ mit Siemenssteuerung, RFID-Technik und App-Steuerung aus. (Bild: biat)

Im Umfeld von Industrie 4.0 und zur Entwicklung von Netzkompetenz, wurde eine Woche lang ein PROKOM 4.0-Praxisbeispiel eines Lehr-Lern Arrangement durchgeführt und evaluiert.

ElektronikerInnen für Gebäude- und Infrastruktursysteme probieren die „4.0-Anlage“ mit Siemenssteuerung, RFID-Technik und App-Steuerung aus. (Bild: biat)

Eines der Kernelemente des Forschungsvorhabens "PROKOM 4.0 – Kompetenzmanagement für die Facharbeit in der High-Tech-Industrie" am biat ist die Konzeption, Durchführung und Evaluierung eines Lehr-Lern-Arrangements zur Entwicklung von Netzkompetenz für eine nachhaltige Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit von Facharbeit im Kontext von Industrie 4.0 und der Zukunft der Arbeit.

Nach intensiver Planung und Erprobung und mit der Unterstützung durch die biat-Studierenden und wissenschaftlichen Hilfskräfte Franka Heers und Jacob Hawel, brach der Wissenschaftliche Mitarbeiter Jonas Gebhardt nach Berlin auf, um vom 24.-28. April diese ganztägigen Lehr-Lern-Arrangements am Oberstufenzentrum TIEM in Berlin-Spandau durchzuführen. Dieses erfahrbare betriebs- und alltagsnahen Sensibilisierungsmaßnahme zu den zukünftigen Anforderungen von Industrie 4.0 und der digitalisierten Vernetzung in Arbeit und Gesellschaft geschah in Stationen mit abschließender kritische Diskussion. Die Gestaltung dieser Einheit baut u. a. auf Erkenntnissen aus eigenen Erhebungen in der gegenwärtigen betrieblichen Praxis und der Digitalisierung des Arbeitsalltags der Facharbeit in KMU auf.

Ziel dieser Arrangements ist es angehende FacharbeiterInnen für den Digitalen Wandel zu sensibilisieren, indem sie sich kritisch mit den technologischen, organisatorischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, im Kontext von Industrie 4.0 und ihrer persönlichen Erfahrungswelt auseinandersetzen. Die Einheit wurde vorab mit 21 Elektronikern für Betriebstechnik des dritten Ausbildungsjahrs an der Eckener Schule Flensburg erfolgreich getestet und evaluiert. Neben der gesellschaftlichen Relevanz bildet die eine technologischen Hauptsäule dieser Einheit eine mobile elektropneumatische FESTO-Anlage mit RFID und App-Steuerung, welche eine mögliche Produktionsform in der Industrie 4.0 darstellt. Außerdem ein entwicklungsoffenes "CL4.0D"-Tool, ein an Ontologien orientiertes und webbasiertes Informations- und Nutzungsangebot, um entgegen konventionellen Internet-Suchmaschinen die Verbindung von 4.0-Schlagwörtern auch visuell nachzuvollziehen.

Durch die dankenswerte Kooperation mit dem OSZ TIEM, konnten in fünf Tagen fast 80 zukünftige FacharbeiterInnen, MechatronikerInnen und ElektronikerInnen für Gebäude- und Infrastruktursysteme, diese sechsstündige Einheit erfolgreich erfahren und evaluiert werden. Die Grundlage für den Transfer dieses Lehr-Lern-Arrangements in weitere berufsbildungspraktische und weiterbildende Maßnahmen sowie für eine zukunftsorientierte Personalentwicklung, auch für ältere Beschäftigte, wurde somit gelegt.