Verantwortlich

Prof. Dr. Dr. h. c. Georg Spöttl, M.A.

Tel.:
+49 461 46020
SU1899-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@stw.de
Steinbeis-Transferzentrum InnoVET

Laufzeit

01.06.1998 - 31.12.2000

Projektmitglieder

Dipl.-Biol. Jessica Blings

Dipl.-Ing. Lars Windelband

Projektpartner*innen

  • Bezirksregierung Köln
  • Werner-von-Siemens-Berufskolleg, Köln
  • Nicolaus-August-Otto-Berufkolleg, Köln
  • Heinrich-Hertz-Berufskolleg, Bonn
  • Entsorgungs- und Recyclingbetriebe in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden
  • Fachhochschule Alkmaar, Niederlande

Institution der EUF

Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat)

Finanzierung

Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds - Gemeinschaftsinitiative ADAPT (Anpassung der Arbeitskräfte an den industriellen Wandel) und des Landes Nordrhein-Westfalen.

Projektträger:

Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.


Re-Use: Aufbau eines Recyclingprofils und Informationssystems zum Umgang mit Sekundärrohstoffen und ihrer Entsorgung

Das Projekt zielt auf die Qualifikation von Mitarbeitern von Betrieben der Entsorgungs- und Recyclingbranche ab, die sich zukünftig mit kostengünstigen Demontagetechniken, der Beantragung von Genehmigungen sowie der Entwicklung von Abfallwirtschaftskonzepten in KMU der Entsorgungsfachwirtschaft befassen. Hierzu werden im Rahmen des Projekts Qualifizierungsangebote im Weiterbildungsbereich analysiert, Arbeitsprozesse in den Betrieben untersucht und Schulungskonzepte entwickelt. Als Beitrag zu einem Berufsbild werden verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen überprüft und mit bestehenden Ausbildungsprogrammen verglichen.

Stichworte

Recyclingbranche, Abfallwirtschaft, Qualifizierung

Beschreibung

Mit Inkrafttreten des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW/AbfG) im Oktober 1996 erhöhte sich die Menge der Abfälle erheblich. Neben den "Abfällen zur Entsorgung" wurde die Kategorie der "Abfälle zur Verwertung" neu eingeführt. Diese umfaßt alle im Produktionsprozeß anfallenden Güter, die nicht eindeutig Produkte sind. An die Verwertung und Entsorgung der Abfälle und damit an die Verwertungs- und Entsorgungsunternehmen werden durch dieses und andere Gesetze hohe Anforderungen gestellt.

Die steigende Anzahl privater Unternehmen, die sich bis heute dem Entsorgungsmarkt zugewendet haben und nach den Bedingungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes arbeiten, sehen sich grundsätzlich anderen Herausforderungen gegenübergestellt, als dieses vor einem Jahrzehnt in der kommunal organisierten Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft der Fall war. Als Folge ist die Kreislaufwirtschaft  wie kaum eine andere geprägt durch die Beschäftigung von Quereinsteigern, die ohne oder auf der Grundlage einer "mitgebrachten" Ausbildung sich ihre neuen Aufgaben erschließen oder die aufwendig eingearbeitert werden müssen. In der Regel erfolgt nach dem Quereinstieg in den Sektor eine aufgabenspezifische Anpassungsqualifikation, die bei jedem Aufgabenwechsel oder -wandel erneuert werden muß. Um branchenfremde Mitarbeiter den beruflichen Anforderungen gemäß zu qualifizieren fehlen besonders den kleinen und mittleren Unternehmen häufig die personellen und finanziellen Kapazitäten.

Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt auf die Qualifikation von Mitarbeitern von Betrieben der Entsorgungs- und Recyclingbranche ab, die sich zukünftig mit kostengünstigen Demontagetechniken, der Beantragung von Genehmigungen sowie der Entwicklung von Abfallwirtschaftskonzepten in KMU der Entsorgungsfachwirtschaft befassen. Hierzu werden im Rahmen des Projekts Qualifizierungsangebote im Weiterbildungsbereich analysiert, Arbeitsprozesse in den Betrieben untersucht und Schulungskonzepte entwickelt. Als Beitrag zu einem Berufsbild werden verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen überprüft und mit bestehenden Ausbildungsprogrammen verglichen.

Am Ausgangspunkte des Lernens stehen typische betriebliche Problem- bzw. Aufgabenstellungen, die sich an Arbeitsprozessen orientieren, durch einen fachlichen Kern gekennzeichnet und mit technischen, arbeitsplanerischen, ökonomischen, ökologischen und rechtlichen Aspekten verbunden sind.

Der Ansatz beinhaltet eine Verzahnung zu den europäischen Nachbarn, um die grenzüberschreitenden Abfallprobleme berücksichtigen zu können. Zusätzlich werden geeignete EDV-Systeme entworfen, die Abfallbilanzen, Wert- und Schadstoffinformationen und Rechtsvorschriften, aber auch multimediale Lernangebote für die Mitarbeiter als berufsbegleitende Instrumente enthalten.

Zielgruppe

Beschäftigte Arbeitnehmer in KMU, die infolge des beruflichen Wandels von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Arbeitnehmer, die nach beruflicher Umorientierung und Umschulung auf neu geschaffenen Arbeitsplätzen eingesetzt werden können.

Projektziele

Zur Verbesserung der Wettbewerbssituation der KMU ist ein inhaltlich, methodisch und organisatorisch an die Bedürfnisse der Betriebe und die Entwicklung der Branche angepasstes Weiterbildungskonzept entwickelt worden. Dieses hat einen in der Weiterbildung neuen arbeitsprozessbezogenen Lernansatz, welcher im weiteren Projektverlauf kontinuierlich im Hinblick auf die Arbeitsprozessorientierung optimiert wird. Dazu wurden qualitative Untersuchungen im Sektor und in den Betrieben vorgenommen. Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen die Auseinandersetzung mit den beruflichen Arbeitsaufgaben und dem Aufgabenwandel am Beispiel ausgewählter Betriebe und die sich daraus ergebenden Herausforderungen für Einzelbetriebe und die dort Beschäftigten. 

Die Entwicklung des arbeitsprozessbezogenen Weiterbildungskonzeptes "bvse-Recyclingwirtschafter/-in" und von arbeitsbegleitenden Informations- und Lernsystemen, soll die Anhebung des Qualifikationsniveaus in KMU erreichen und damit Arbeitslosigkeit vermeiden und Beschäftigungschancen verbessern.

Innovationen

Die qualitativ ausgerichteten Untersuchungen im Sektor und in den Betrieben folgen methodisch neueren Forschungserkenntnissen der Berufswissenschaften. In der Untersuchung wurden nach einer umfangreichen Sektoranalyse Fallstudien ausgewählter und beispielhafter Betriebe angefertigt und daraus gewonnene Erkenntnisse durch Expertenworkshops und Gespräche mit Schlüsselpersonen ergänzt. Die Ergebnisse sollen die weitere Professionalisierung des Sektors in besonderer Weise fördern.