Verantwortlich

Prof. Dr. Matthias Becker

Tel.:
+49 511 76217215
becker-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@ibm.uni-hannover.de
Institut für Berufswissenschaften der Metalltechnik

Laufzeit

01.10.2007 - 31.10.2008

Projektkoordination

Universität Bremen, Institut Technik und Bildung (ITB)

Institution der EUF

Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat)

Finanzierung

Finanziert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).


Kfz-Servicemechaniker (Phase II)

Seit August 2004 bilden Kfz-Werkstätten in einem bis 2009 zur Erprobung verordneten Beruf aus, der seitdem jährlich einer wachsenden Zahl von Jugendlichen eine Ausbildungsstelle im Wunsch-Sektor Kraftfahrzeugtechnik ermöglicht: dem Kfz-Servicemechaniker. Der zweijährige Ausbildungsberuf wurde auf Initiative des Kfz-Gewerbes Nordrhein-Westfalen geschaffen und soll für die Standardservice- und Wartungsarbeiten im Kfz-Sektor qualifizieren. Darauf aufbauend ist eine Fortführung der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker möglich.
Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, ausgehend von Forschungsergebnissen des Vorläuferprojektes „Kfz-Servicemechaniker/-in I“ zu untersuchen, wo die ausgebildeten Fachkräfte verbleiben (Verbleibsuntersuchung) und welche Einsatzmöglichkeiten im Kfz-Sektor für so ausgebildete Fachkräfte bestehen.

Stichworte

Kfz-Servicemechaniker, Zweijährige Ausbildung, Verbleibsuntersuchung

Beschreibung

Das Kfz-Servicemechaniker-Projekt (Phase I) zur Evaluation des im Jahre 2004 eingeführten Erprobungsberufes wurde im Juli 2007 abgeschlossen. Darin wurde der Erfolg der zweijährigen Berufsausbildung zum Kfz-Servicemechaniker in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein untersucht.

Für diesen Ausbildungsberuf wurden in Nordrhein-Westfalen und Schleswig Holstein die gesetzten Ziele auf unterschiedlichem Niveau erreicht. So gelang es vor allem der vorgesehene Zielgruppe eine neue Chance zu eröffnen und es ist ein leichter Zuwachs an Lehrstellen zu verzeichnen. Allerdings konnte insbesondere die Frage nach einer längerfristigen Beschäftigung von Absolventen des Berufes aufgrund der kurzen Projektlaufzeit nicht beantwortet werden. Mit der in der nächsten Phase (II) angestrebten Verbleibsuntersuchung soll diese Lücke geschlossen werden.

Zielgruppe

Auszubildende zum Kfz-Servicemechaniker, Ausbildungsbetriebe, Berufskollegs/Berufsschulen, Sozialpartner, Kammern

Forschungsschwerpunkte

Unter Beachtung der Ausgangslage und der bislang vorliegenden Evaluationsergebnisse werden die folgenden Forschungsfragen in der bevorstehenden Phase beantwortet:

  1. Welche Aufgabenzuschnitte sichern eine volle Einsatzfähigkeit für Kfz‑Ser­vice­mechaniker an betrieblichen Arbeitsplätzen ab? Welche Einsatzfelder (qualitativ und quantitativ) gibt es für ausgebildete Kfz-Servicemechaniker?
  2. Welche Tätigkeiten werden von Kfz-Servicemechanikern nach ihrer Ausbildung tatsächlich ausgeübt? Welche längerfristigen Beschäftigungsmöglichkeiten existieren?
  3. Wie entwickeln sich die Übernahmequoten in ein Beschäftigungsverhältnis? Wie sieht die Übernahmequote im Vergleich dazu bei den Kfz-Mechatronikern aus?
  4. Besteht in Kfz-Betrieben eine längerfristige Ausbildungsbereitschaft?
  5. Worin liegen die Gründe, warum Kfz-Betriebe nicht im Beruf Kfz-Servicemechaniker ausbilden? 
  6. Wie kann eine zielgruppengerechte erfolgreiche Förderung des betrieblichen und schulischen Lernens stattfinden?
  7. Wie ist der bisherige Verlauf bzw. sind die bisherigen Ergebnisse der Erprobung des Berufes Kfz-Servicemechaniker einzuschätzen? Welche Prognosen lassen sich hinsichtlich zukünftiger Ausbildungs- und Erwerbschancen, zukünftiger Qualifikationsbedarfe im Kfz-Sektor sowie zukünftiger Beiträge des Berufes zum Lehrstellenangebot treffen?

Methodik

Zur Beantwortung der Fragestellung werden erneut Befragungen der Ausbildungsbetriebe und beruflichen Schulen/Berufskollegs durchgeführt. Darüber hinaus gibt es Vollerhebungen unter den Absolventen der Ausbildung zum Kfz-Servicemechaniker und Kfz-Mechatroniker in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Zusätzliche Fallstudien unter Einbeziehung von Berufskollegs, Ausbildungsbetrieben, Kammern und Sozialpartnern liefern Erkenntnisse zu tatsächlichen und langfristigen Einsatzfeldern der Absolventen. Dabei werden standardisierte schriftliche Erhebungen mit Fragebögen durchgeführt und es werden Arbeitsprozessanalysen eingesetzt.

Ergebnis

Veröffentlichungen

  • Musekamp, F. (2007). Der Kfz-Servicemechaniker: Verkürzte Ausbildung als Weg aus der Benachteiligung? Hintergrund, Forschungsdesign und erste Ergebnisse einer Evaluation. In: Münk, Dieter; van Buer, Jürgen; Breuer, Klaus; Deißinger, Thomas (Hrsg.): Hundert Jahre kaufmännische Ausbildung in Berlin. Opladen u.a.: Verlag Barbara Budrich, S. 224–234.
  • Musekamp, F.; Haasler, B. (2007). Zwischen Facharbeit und Sozialpolitik. Zwischenergebnisse der Evaluation des neuen Einfachberufes Kfz-Servicemechaniker für die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher. In: Spöttl, Georg; Kaune, Peter; Rützel, Josef (Hrsg.): Berufliche Bildung – Innovation – Soziale Integration. 14. Hochschultage Berufliche Bildung 2006. Dokumentation der 50 Einzelveranstaltungen. Bielefeld: Bertelsmann, S. 42–55.
  • Musekamp, F.; Becker, M. (2008). Ein zweijähriger Ausbildungsberuf zwischen Integrationsanspruch und Qualifikationsbedarf Ergebnisse aus der Evaluation des Ausbildungsberufes Kfz-Servicemechaniker. In: Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, H. 5, S. 43–47.