Bundesweite Evaluation der Berufsausbildung zum/zur Kfz-Servicemechaniker/in

Im Rahmen der bundesweiten Evaluation wird der Bedarf der Kfz-Branche für den Beruf Kfz-Servicemechaniker/in in der betrieblichen Praxis auf Bundesebene ermittelt, die für den Einsatz in Kfz-Betrieben erforderlichen Qualifikationen identifiziert und es soll geklärt werden, ob die Absolventen und Absolventinnen auf die betriebliche Arbeitsrealität angemessen vorbereitet werden und ob sie nach dieser Ausbildung in den Arbeitsmarkt einmünden können. Es sollen ebenfalls Erkenntnisse für eine ggf. notwendige Neu- bzw. Umgestaltung des Ausbildungsberufes gewonnen werden.

Stichworte

Zweijährige Ausbildungsberufe, Passung Qualifikation und Arbeitsmarkt

Beschreibung

Der zweijährige Ausbildungsberuf Kfz-Servicemechaniker/in ist bis zum Jahr 2013 zur Erprobung erlassen worden. Derzeit ist es in diesem Beruf möglich, die Ausbildung nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung in anderen fahrzeugtechnischen Berufen fortzusetzen. Für die Fortsetzung der Ausbildung im Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker/in wird die Abschlussprüfung zum/zur Kfz-Servicemechaniker/in als Teil 1 der Abschlussprüfung zum/zur Kfz-Mechatroniker/in angerechnet. Rahmenlehrplan und Ausbildungsrahmenplan für die Ausbildung zum/zur Kfz- Servicemechaniker/in sind zurzeit identisch mit den Lehrplänen der ersten beiden Lehrjahre der Ausbildung zum/zur Kfz-Mechatroniker/in. Mit der Intention, einen Einstieg für Jugendliche in eine betriebliche Ausbildung zu schaffen, denen der Zugang ins Berufsbildungssystem aufgrund ihrer Schulabschlüsse schwer fällt, wurde der Beruf im Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) initiiert und in NRW und Schleswig-Holstein (SH) evaluiert. Diese Länder haben zudem die in der bundesweit geltenden Erprobungsverordnung festgelegte "Durchstiegsgarantie" sichergestellt. Die Erprobung der Ausbildung zum/zur Kfz-Servicemechaniker/in wurde in NRW und SH bereits wissenschaftlich begleitet (vgl. Musekamp/ Spöttl/ Becker/ Kühn 2008).
Im Rahmen der bundesweiten Evaluation wird der Bedarf der Kfz-Branche für den Beruf Kfz-Servicemechaniker/in in der betrieblichen Praxis auf Bundesebene ermittelt, die für den Einsatz in Kfz-Betrieben erforderlichen Qualifikationen identifiziert und es soll geklärt werden, ob die Absolventen und Absolventinnen auf die betriebliche Arbeitsrealität angemessen vorbereitet werden und ob sie nach dieser Ausbildung in den Arbeitsmarkt einmünden können. Es sollen ebenfalls Erkenntnisse für eine ggf. notwendige Neu- bzw. Umgestaltung des Ausbildungsberufes gewonnen werden.

Forschungsschwerpunkte

Unter Beachtung der Ausgangslage und der bislang vorliegenden Evaluationsergebnisse aus dem Kfz-Servicemechaniker Projekt Phase I-III in NRW und SH werden die folgenden Forschungsfragen bundesweit untersucht:

 

  1. Benötigen Kfz-Betriebe gewerblich-technische Mitarbeiter/innen, die unterhalb des Kfz-Mechatronikers/ der Kfz-Mechatronikerin ausgebildet sind?
  2. Sind die in der Ausbildungsordnung zum/zur Kfz-Servicemecha­niker/in festgelegten Qualifikationsanforderungen für einen späteren Einsatz in Kfz-Betrieben ausreichend?
  3. Ist die parallele Gestaltung der betrieblichen Ausbildungsrahmenpläne und der schulischen Rahmenlehrpläne von Kfz-Service­mechaniker/innen und Kfz-Mechatroniker/innen für die ersten eineinhalb Jahre der beiden Ausbildungen sinnvoll (gemeinsame Beschulung)?
  4. Sollten weitere Qualifikationen aus dem 3. und 4. Ausbildungsjahr des Ausbildungsberufes Kfz-Mechatroniker/in, aus der Karosserieinstandsetzungstechnik oder auch Qualifikationen, die darüber hinaus gehen, in der Ausbildung zum/zur Kfz-Servicemecha­niker/in vermittelt werden?
  5. Ist es mit Blick auf die Akzeptanz des Berufes in der Branche sinnvoll, den Umfang der Abschlussprüfung zum/zur Kfz-Servicemechaniker/in gegenüber Teil 1 der Abschlussprüfung des Kfz-Mechatronikers/ der Kfz-Mechatronikerin zu erweitern (zusätzlicher Prüfungsbereich für die letzten sechs Monate der Kfz-Servicemechaniker-Ausbildung)?
  6. Ist in Zukunft ein Wandel im Reparatur- und Servicegeschäft der Kfz-Branche zu erwarten, der eine Neuausrichtung der Ausbildungsberufe in der Kfz-Branche erforderlich macht?
  7. Wird mit der Ausbildung zum Kfz-Servicemechaniker eine berufliche Handlungsfähigkeit erreicht, die es den Absolventen und Absolventinnen ermöglicht, eine gemäß ihrer Ausbildung adäquate Beschäftigung zu finden? Wie ist der Verbleib der Absolventen und Absolventinnen nach der Prüfung und nach einem weiteren Jahr; getrennt nach einer betrieblichen, einer schulischen oder außerbetrieblichen Ausbildung?
  8. Werden durch diese Ausbildung die Chancen schwächerer Jugendlicher am Arbeitsmarkt erhöht?

Zielsetzung des Projekts ist es, Daten zum Verlauf der Erprobung zu erheben, den Verlauf der Erprobung der Ausbildung zum/zur Kfz-Servicemechaniker/in zu reflektieren und mit Hilfe der Antworten auf die Forschungsfragen fundierte Entscheidungsgrundlagen für die zukünftige Entwicklung des Berufes zu schaffen. Dabei sollen auch Prognosen hinsichtlich zukünftiger Ausbildungs- und Erwerbschancen, zukünftiger Qualifikationsbedarfe im Kfz-Sektor sowie zukünftiger Beiträge des Berufes zum Lehrstellenangebot erarbeitet werden.

Forschungsdesign

Zur Beantwortung der Fragestellungen werden schriftliche Befragungen der Ausbildungsbetriebe, der beruflichen Schulen, Kammern und Innungen durchgeführt. Darüber hinaus gibt es Vollerhebungen unter den Absolventen der Ausbildung zum/zur Kfz-Servicemechaniker/in. Zusätzliche Fallstudien unter Einbeziehung von Ausbildungsbetrieben, Berufsschulen, Kammern, Innungen und Trägern von Berufsausbildungsverhältnissen in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) liefern Erkenntnisse zu tatsächlichen und langfristigen Einsatzfeldern der Absolventen. Dabei werden standardisierte schriftliche (z.T. online) Erhebungen mit Fragebögen durchgeführt und es werden leitfadengestützte Interviews für Fallstudien nach berufswissenschaftlichen Standards vor Ort eingesetzt.

Ergebnis

Evaluationsbericht als Entscheidungsgrundlage für den Sachverständigenbeirat zum Erprobungsberuf Kfz-Servicemechaniker.

Die Ergebnisse der Evaluation sind veröffentlicht unter:

Becker, M.; Spöttl, G.; Karges, T.; Musekamp, F. & Bertram, B.: Kfz-Servicemechaniker/in auf dem Prüfstand. Chancen und Grenzen zielgruppenspezifischer Berufsausbildung. Reihe Berichte zur beruflichen Bildung. Bielefeld: W. Bertelsmann 2012.

Verantwortlich

Prof. Dr. Matthias Becker

Tel.:
+49 511 76217215
becker-TextEinschliesslichBindestricheBitteEntfernen-@ibm.uni-hannover.de
Institut für Berufswissenschaften der Metalltechnik

Laufzeit

15.02.2010 - 31.07.2011

Projektpartner*innen

Institution der EUF

Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat)

Finanzierung

Finanziert durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB).